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    Kreis Ahrweiler

    Geschichte: Als an der Ahr noch Mühlen klapperten (26)

    Klassische Wassermühlen gelten heute eher als nostalgische Überbleibsel aus vergangener Zeit. Und doch ist die Mühle als Begriff in unsere Alltagssprache eingeflossen: „Was ist das für eine Knochenmühle!" mit der Anspielung auf schweres und monotones Arbeiten.

    Als wäre die Zeit stehen geblieben. In Gilligs Mühle wurde bis 1976 Korn gemahlen. Strom wird mit der Kraft des Wassers weiterhin produziert. Foto: Vollrath
    Als wäre die Zeit stehen geblieben. In Gilligs Mühle wurde bis 1976 Korn gemahlen. Strom wird mit der Kraft des Wassers weiterhin produziert.
    Foto: Vollrath

    Von BUND-Mitglied Winfried Sander

    Und zudem sind Mühlen auf ungezählten Bildern als Malerei oder Foto verewigt - eher mit verklärendem Blick auf eine überaus harte Zeit der Arbeit mit wenig Sinn für oder gar Anspruch auf Romantik. Das gilt auch für die Bilder von den Mühlen an der Ahr. Der französische Militärkartograf Jean Joseph Tranchot hat bis in das Jahr 1815 im Auftrag Napoleons eine Landaufnahme mit Karten im Südwesten Deutschlands durchgeführt. Von seinen Karten her wissen wir eine ganze Menge über die Standorte der damaligen Wassermühlen an der Ahr. Reetz, Dollendorf, Ahrhütte, Lommersdorf, Uedelhoven, Ahrdorf waren die Mühlenstandorte an der Ahr, die heute nicht im Kreis Ahrweiler liegen. Mit Dorsel und Müsch beginnen die Mühlen der Ahr im Kreis.

    Im Ahr-Zufluss sind die Mühlenstandorte am Trierbach, nämlich Kelberg mit Meisenthal, dann die Heupenmühle in Müllenbach sowie die Mühlen in Bauler, Pomster, Kirmutscheid, Barweiler und Wirft. An der Ahr selbst waren im Landkreis Ahrweiler Standorte in Antweiler, das wohl als der Mühlenort an der Ahr bezeichnet werden kann mit einer Eisenmühle (1510), einer Getreidemühle (1525), einer Lohmühle, die zur Zunft der Gerberei gehörte, einer Foll- und einer Ölmühle. Zudem sind Mühlen in Schuld und die Hahnensteiner Mühle (Stappenmühle) zwischen Insul und Dümpelfeld aufgeführt. Weiter gab es Mühlen im Bereich der oberen Ahr am Dreisbach bei Eichenbach, in Fuchshofen und am Laufenbacher Hof. In die Ahr fließen zudem Armuthsbach mit mehreren Mühlstandorten (unter anderem Hümmel, Pitscheid und Daubiansmühle) und Wirftbach mit Barweiler Mühle, Kottenborner Mühle und Dreimüllerhof in Wirft.

    Schließlich sind am Adenauer Bach bei Adenau die Exmühle, in Leimbach die Leimbacher Mühle und die Birnbachsmühle genannt und am Zulauf zum Adenauer Bach die Quiddelbacher Mühle. Die Vielzahl von Mühlen im Bereich der Verbandsgemeinde Adenau hat dazu bewogen, einen Mühlenwanderweg zu konzipieren, der einen Teil der Mühlen beziehungsweise ihre Überbleibsel erfasst. Die Strecke ist gut ausgeschildert, insgesamt etwa 68 Kilometer lang und somit in mehreren Etappen zurückzulegen. Der Ortsname Müllenbach wird als Siedlung am Mühlenbach gedeutet. An die ehemals an diesem Bach vorhandenen Mühlen und an die vier Höfe Krampenhof, Elsenhof, Dringshof Scheuernhof, aus denen Müllenbach als geschlossene Siedlung entstanden sein soll, erinnern allenfalls noch Flurnamen. Von den vielen ehemaligen Mühlen an der Oberahr existieren heute nur noch ganz wenige mehr oder weniger als Ruinen, dauerhaft in Funktion ist keine Mühle mehr. Eine dieser ehemaligen Mühlen und bis 1976 noch als solche genutzt, ist die Mühle der Familie (Ewald) Gillig in Antweiler. ihr Alter und der Name des ersten Eigentümers sind in einem Türsturz über der Eingangstür festgehalten.

    Dieser Balken trägt die Jahreszahl 1686 und das Wappen des Herzogs von Arenberg. Nach der Auflösung des Herzogtums Arenberg gelangte die Mühle zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Privatbesitz und über Eheschließung 1892 in den Besitz der Familie Gillig. Schon ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg wurde die damalige alte Mühle umgebaut. Damit verschwanden auch die zwei alten Wasserräder. Sie wurden durch eine Turbine ersetzt, die nun die Mühle antrieb und gleichzeitig Strom erzeugte, mit dem ab dem Jahr 1912 ganz Antweiler bis einschließlich 1948 mit Strom versorgt wurde. Seit 1976 - als die Mühle den Mahlbetrieb einstellte - wird der „Mühlenstrom" nur noch privat genutzt. Der Überschuss wird ins öffentliche Leitungsnetz eingespeist. 

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