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Dernau

Dernau lebt vom Wein und vom Tourismus (36)

Was kommt einem zuerst in den Sinn, wenn man an Dernau denkt? Vielleicht, dass der Ort in den vergangenen fünf Jahren mit Mandy Großgarten (2010/11) und Julia Bertram (2012/13) gleich zwei Deutsche Weinköniginnen gestellt hat? Oder dass er jüngst beim Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" in den Landesentscheid vorgedrungen ist? Was immer es auch ist: Es sind der Wein und der Tourismus, die die – gemessen an den Rebflächen – größte Weinbau betreibende Gemeinde an der Ahr prägen.

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

"Der Weinbau boomt, und der Tourismus auch", bestätigt Dernaus Bürgermeister Alfred Sebastian. Der unschätzbare Vorteil sei dabei die Nähe zu den Ballungsräumen in Nordrhein-Westfalen: "Wenn man von Norden kommt, ist die Ahr eben das erste Weinbaugebiet." Und gerade die Auswahl an Dernauer Weinen ist groß, denn neben der Winzergenossenschaft Dagernova sind hier zehn hauptamtliche Weinbaubetriebe ansässig, darunter so renommierte wie die VdP-Weingüter Meyer-Näkel und H. J. Kreuzberg. Auch im Nebenerwerb betreiben noch viele Familien Weinbau, und Brachparzellen in den Weinbergen gibt es keine.

Den guten Wein und die vom Weinbau geprägte Landschaft um den Ort schätzen auch die Touristen. Während sie noch vor 10 bis 15 Jahren hauptsächlich in den Monaten September und Oktober in den Ort strömten, erstreckt sich die Saison heute von den Sommerferien bis Mitte November. Und auch im Frühling ist in Dernau viel los – Roteinwanderweg, Ahrsteig und Ahrradweg sei Dank.

Zur besseren Betreuung der Touristen hat der Verkehrsverein Weinkulturdorf Dernau ein neues Tourismusbüro im ehemaligen Gebäude der Winzergenossenschaft eingerichtet. Der rührige Verein ist außerdem Träger des großen Winzerfestes mit Umzug und Veranstalter des Weinfrühlings und des Martinsmarktes – allesamt Publikumsmagneten. Und auch ansonsten möchte es Dernau seinen Besuchern schön machen. Zu diesem Zweck gibt es 17 Gaststätten und Straußwirtschaften sowie 70 Beherbergungsbetriebe, davon drei Hotels und acht Pensionen.

Der Rest sind Ferienwohnungen – und zwar eine Menge, Tendenz weiter steigend. Untergebracht sind sie meist in restaurierten historischen Gebäuden, was zu einer Qualitätssteigerung im Tourismus geführt hat. Dass es in Dernau so viele gut nachgefragte Ferienwohnungen gibt, habe aber auch einen Nachteil, gibt Bürgermeister Sebastian zu bedenken: Die an Feriengäste vermieteten Flächen fehlen als "normaler" Wohnraum, und das habe Auswirkungen auf die Einwohnerzahl der Gemeinde. "Aber der Ort lebt doch auch von seinen Einwohnern", betont Sebastian. Aktuell zählt Dernau fast 1800 Einwohner. Und der Ort hat es sich zum Ziel gesetzt, zu einem Dorf der Generationen zu werden. Seit dem vergangenen Jahr widmet sich der neu gegründete "Ausschuss für Demografie und Dorfentwicklung 2025" diesem Anliegen. Ein erstes Projekt ist die Umgestaltung des Weinbrunnenplatzes zum Mehrgenerationenplatz.

Infrastrukturell ist Dernau schon jetzt gut aufgestellt. Es gibt eine gute Bus- und Bahnanbindung, eine Taxizentrale, Ärzte und Physiotherapeuten, Kindergarten und Grundschule, Geschäfte für den täglichen Bedarf, darunter Bäcker und Metzger, Gärtnerei und Haarstudios, eine eigene Kirche mit Pfarrzentrum und Friedhof sowie ein Bürgerhaus. Wirtschaftlich stehen die Zeichen für den Ort auf Wachstum: Seit 2014 ist der Bebauungsplan Gewerbegebiet Dernau rechtskräftig. Auf 4,5 Hektar bietet er örtlichen Unternehmen und Winzerbetrieben die Möglichkeit auszusiedeln.

Reich ist die Gemeinde auch an privaten Initiativen und Vereinen. Unter anderem gibt es die freiwillige Feuerwehr und den Angelsportverein, die Blaskapelle, die Loddemöhnen, eine Eifelverein-Ortsgruppe, den Junggesellenverein, Karateverein, Katholische Frauengemeinschaft, Kirchenchor und Männerchor Loreley, Kolpingsfamilie, Pool Billard Club, Tambourcorps, Theaterverein und Verkehrsverein. Besonders breit aufgestellt ist der SV Blau Gelb Dernau: Neben Fußball und Gymnastik hat er auch Tennis, Skifahren und Leichtathletik im Programm. Stolz ist die Gemeinde auf ihren neuen Kunstrasenplatz mit moderner Leichtathletikanlage.

Das Wahrzeichen des Ortes fällt einem schon von Weitem ins Auge: Auf dem Gipfel des 360 Meter hohen Krausbergs, der über einen Skihang verfügt und Startplatz für Gleitschirmflieger ist, steht ein steinerner Aussichtsturm, der erstmals im Jahre 1927 erbaut, dann aber 1944 im Zweiten Weltkrieg als "strategischer Punkt" wieder gesprengt wurde. Der Wiederaufbau dauerte von 1950 bis 1967. Nach wie vor ist es lohnenswert, die Stufen zu erklimmen: Bei guter Fernsicht ist von oben sogar der Kölner Dom zu erblicken.

Alle Teile der Serie "Die Ahr – Das Leben am Fluss" finden Sie bei uns im Internet unter www.ku-rz.de/fluss

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