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    Contergangeschädigte im Ahrkreis: Nicht länger Bittsteller sein

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    Wollen endlich selbstbestimmt und eigenständig ihr Leben gestalten: Contergangeschädigte in Oberwinter um den Vorsitzenden des Interessenverbands Udo Herterich (vorne sitzend).
    Wollen endlich selbstbestimmt und eigenständig ihr Leben gestalten: Contergangeschädigte in Oberwinter um den Vorsitzenden des Interessenverbands Udo Herterich (vorne sitzend).
    Foto: vollrath-pressebild

    Im Grunde forderten sie dies für alle Betroffenen, die durch das vom damaligen Pharmaunternehmen Grünenwald auf den Markt gebrachte Beruhigungsmittel Contergan mit dem Wirkstoff Thalidomid geschädigt worden sind. Auch 50 Jahre nach dem Contergan-Skandal warten die Betroffenen bislang vergeblich auf eine Entschuldigung der Herstellerfamilie, die gesellschaftliche Anerkennung sowie eine angemessene finanzielle Versorgung.

    "Es ist eigentlich schade, dass immer wieder das Geld in den Vordergrund gerückt wird. Aber ein Opfer ohne Arme und Beine kann darauf nicht verzichten", machen Udo Herterich und Bianca Vogel, die beiden Vorsitzenden des Interessenverbandes, deutlich. Denn vieles von dem, was ein körperlich Gesunder im Alltag allein und ohne groß darüber nachzudenken macht, ist für einen contergangeschädigten Menschen, wenn überhaupt, nur mit Hilfe möglich. Und eben diese Hilfe können sich viele bei der derzeitigen finanziellen Versorgung (siehe Infokasten) einfach nicht leisten.

    Dass eben diese finanzielle Versorgung auch anders aussehen kann, zeigt der Blick nach Italien und England. Denn dort liegt der maximale monatliche Rentenbetrag bei jeweils 4000 Euro. In England kommen sogar noch - auf eine Dauer von drei Jahren befristet - monatlich bis zu 1500 Euro aus einem Gesundheitsfonds hinzu. Damit sollen Umbauten im Wohnraum oder die Anschaffung eines behindertengerechten Fahrzeugs unterstützt werden. "Wenn man bedenkt, dass der Umbau eines Autos mehrere Tausend Euro kosten kann, wird deutlich, wie nötig diese Unterstützung ist", erklärt Udo Herterich. Der 50-jährige gelernte Verlagskaufmann bezieht seit dem 27. Lebensjahr eine Berufsunfähigkeitsrente und ist an den Rollstuhl gebunden.

    Mit dem Projekt "Peer to peer" will der Interessenverband die Versorgung und Betreuung der contergangeschädigten Menschen in Nordrhein-Westfalen verbessern. Dabei fungieren neun contergangeschädigte Mitarbeiter als selbst betroffene "Experten" bei Beratungsgesprächen, bei der Suche nach Problemlösungen im Alltag und Rechtsfragen mit den Krankenkassen.

    "Nur ein Kurzarmer kann die Belange und Bedürfnisse eines Kurzarmers verstehen dessen Interessen vertreten", ist sich Bianca Vogel sicher. Finanziert wird das Projekt ebenso wie die Interessengemeinschaft durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, durch die Mitgliedsbeiträge sowie durch Sponsoren wie den Sinziger Apotheker Gregor Vogel, den Bruder von Bianca Vogel, der unter anderem die Fachtagung in Oberwinter unterstützt hat. Weitere Infos im Internet unter www.contergan-nrw.eu und www.vogelbianca.de

    Von unserem Mitarbeiter Andreas Wetzlar

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