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Bad Neuenahr: Stolpersteine erinnern an jüdische Opfer des Naziterrors

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Der Aktionskünstler Günter Demnig verlegte Stolpersteine in Heimersheim und Bad Neuenahr (Foto), wo Kinder der Grundschule Bad Neuenahr die Namen der ermordeten jüdischen Mitbürger vorlasen.
Der Aktionskünstler Günter Demnig verlegte Stolpersteine in Heimersheim und Bad Neuenahr (Foto), wo Kinder der Grundschule Bad Neuenahr die Namen der ermordeten jüdischen Mitbürger vorlasen.
Foto: Hans-Jürgen Voll

Die ersten 30 Symbole des Gedenkens mit den in Messing eingravierten Namen der Opfer wurden im vergangenen Jahr unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Stadtteil Bad Neuenahr verlegt. Nun fügte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Heimersheim und Bad Neuenahr weitere Mosaiksteine des inzwischen europaweiten Erinnerungsprojekts hinzu. Es werden nicht die letzten Stolpersteine sein, die in der Kreisstadt Zeichen setzen. Denn die Aktion stößt auf große Resonanz in einer Stadt, die aufgestanden ist, um sich gegen jede Form von Rechtsradikalismus und Rassismus zur Wehr zu setzen.

Bürgermeister Guido Orthen appellierte an die nächste Generation, "wachsamer zu sein, als wir es vielleicht waren in dieser Stadt, die gefährliche rechtsradikale Umtriebe rund um das Braune Haus erst sehr spät wahrgenommen hat." Für ihn gehört dazu nicht nur das Projekt Stolpersteine, sondern auch die permanente Auseinandersetzung mit dem Thema, sei es am Runden Tisch oder bei Veranstaltungen, die sensibilisieren, Anstöße geben und aufklären. Im Themenjahr "Stolpersteine II" steht das Veranstaltungsprogramm der Rathaus-Kultur unter der Überschrift "Mit Courage gegen Ausgrenzung".

Bei Menschen und Vereinen ist die Botschaft angekommen. "Für die Übernahme einer Patenschaft für Stolpersteine in Höhe von 120 Euro haben sich so viele Bewerber gemeldet, dass wir einige auf die im kommenden Jahr geplante Verlegung in Ahrweiler vertrösten mussten", berichtete Orthen von der großen Bereitschaft, dem Erinnern an die Naziverbrechen öffentlichen Raum zu geben.

Dass dieser Aufbruch über die Stadtgrenzen hinausgeht, machte Landrat Jürgen Pföhler deutlich: "Die offensive Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit der NS-Geschichte ist dem Kreis wichtig. Deshalb haben wir für acht der heute zu verlegenden Steine die Patenschaft übernommen." Pföhler wies darauf hin, dass der Aktionskünstler Demnig im November bei der zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf sprechen wird. "Die Stolpersteine können nur stellvertretend stehen für die Erinnerung an fast 400 Juden, die vor 1933 noch im Kreisgebiet gelebt haben sollen und von denen rund 150 in Vernichtungslager abtransportiert wurden", sagte Pföhler. Die Stolpersteine seien ein Fundament auf dem Weg der Auseinandersetzung mit diesem dunkelsten Kapitel der Geschichte.

Von unserer Redakteurin

Beate Au

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