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Sinzig

13 Monate nach der Brandstiftung: Neue Sinziger Cäciliahütte feiert Richtfest

Jan Lindner

Augenzeugen hatten es als weit sichtbares Flammenspektakel beschrieben: Gut 13 Monate ist es her, da haben vier Brandstifter die Cäciliahütte auf dem Sinziger Mühlenberg mitten in der Nacht in Schutt und Asche gelegt. Das beliebte Ausflugsziel brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Richtfest der neuen Cäciliahütte auf dem Sinziger Mühlenberg: Das beliebte Ausflugsziel soll vor Ostern wieder öffnen.
Richtfest der neuen Cäciliahütte auf dem Sinziger Mühlenberg: Das beliebte Ausflugsziel soll vor Ostern wieder öffnen.
Foto: Jan Lindner

Die vier jungen Männer wurden im September verurteilt, die neue Cäciliahütte feierte am Montagnachmittag Richtfest. Noch vor Ostern soll sie wieder öffnen.

Der Wiederaufbau hatte erst vor einem Monat begonnen, wie Hermann Terporten, Bauleiter und Ingenieur aus Bad Neuenahr, sagte. Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger lobte den großen ehrenamtlichen Einsatz: „Ich hätte nie gedacht, dass das in der Kürze der Zeit gelingt.“ Er dankte den Sponsoren, dem Bauleiter und den Mitgliedern des Männergesangvereins (MGV) Cäcilia Sinzig, die viele Arbeitsstunden in den Wiederaufbau gesteckt haben.

Dieser kostet laut Terporten insgesamt 320.000 Euro. Darin enthalten sind neben den Baukosten auch die Kosten für Abriss und Entsorgung. Der städtische Anteil beträgt laut Kroeger „weit mehr als 140.000 Euro“. Die Versicherung steuert 160.000 Euro bei. Die Stadt wird das Ausflugsziel wieder an den Männergesangverein verpachten, der die Bewirtschaftung der Hütte weiter verpachtet.

In den kommenden Monaten steht laut Terporten vor allem noch der Innenausbau an: Das betrifft Elektro- und Sanitärarbeiten, die Fußböden, Dämmung, Trennwände; zudem fehlen derzeit noch Fenster und Türen. Dazu müssen die Wasserschäden im Keller beseitigt werden, abschließend soll die Außenanlage wieder hergerichtet werden.

Die vier Brandstifter aus der Region (zwischen 19 und 23 Jahre alt) indes sind am Jugendschöffengericht Ahrweiler Mitte September zu teils längeren Haftstrafen verurteilt worden. Einer muss drei Jahre hinter Gitter wegen Brandstiftung und gemeinschaftlichen Einbruchsdiebstahls (nach Einheitsjugendstrafrecht und unter Einbeziehung vorheriger Verurteilungen).

Ein anderer erhielt ein Jahr und acht Monate auf Bewährung (wegen Brandstiftung), ein Dritter ein Jahr und vier Monate auf Bewährung, ein Vierter eine Woche Jugendarrest und 60 Sozialstunden. Die beiden Letztgenannten wurden jeweils wegen Einbruchsdiebstahl und unterlassener Hilfeleistung verurteilt.

Alle vier haben eine für Straftäter typische Karriere vorzuweisen: Probleme in der Schule und am Ausbildungsplatz, fehlende Abschlüsse, zeitweise Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogenkonsum. Dazu kommen Vorstrafen wegen Körperverletzungen, Diebstahl, Sachbeschädigung, Nötigung und Einbruch.

Als Motiv gaben sie „Spurenbeseitigung“ an, nachdem sie an der Hütte auf einer Couch zunächst mit viel Alkohol eine Party gefeiert hatten. Dann brannten sie einen frei zugänglichen Schrank nieder und machten in einer Vase ein kleines Feuer. Weil der Alkohol zuneige ging, brachen sie in die Hütte ein, versorgten sich mit Wein, Eis und Würstchen. Dann, angeblich um Spuren zu verwischen, zündeten sie die Couch an, gerieten ob des Brands in Panik, flüchteten – und überließen die Hütte den Flammen.

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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