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Duchroth

Ziegenwanderung durch Duchroth: Zum Dorffest gab es einige neue Attraktionen

Josef Nürnberg

Einmal mehr bot das Dorffest der Gangelsberggemeinde eine breite Palette von Attraktionen und hob sich dadurch wohltuend von vielen anderen Feiern ab, bei denen allein Essen und Trinken im Mittelpunkt stehen. Die Organisatoren um Ortsbürgermeister Manfred Porr hatten es auch dieses Mal wieder geschafft, neue Angebote nach Duchroth zu holen, wobei eine der Hauptattraktionen der Vergangenheit, die Schmiede Frick, sich in diesem Jahr nicht beteiligte. Prädikant Alfred Frick teilte mit, dass er am Sonntag Gottesdienst halten musste.

Wer auf Eulen steht, brauchte nicht nach Athen, denn (von links) Johannes Donau, Aileen Süß, Anita Donau und Silvia Süß boten die Tiere in Form von Türstoppern feil.
Wer auf Eulen steht, brauchte nicht nach Athen, denn (von links) Johannes Donau, Aileen Süß, Anita Donau und Silvia Süß boten die Tiere in Form von Türstoppern feil.
Foto: Josef Nürnberg

Dennoch war das Dorffest wie immer ein tolles Ereignis, das die Vielfalt der Gemeinde zeigt. Neu war zum einen die Ziegenwanderung am Sonntagmittag. Die Tour, die unter anderem über den Ringpfad führte, sollte der Entschleunigung dienen.Vielleicht war es ja zu heiß, denn leider nutzten nur wenige Festgäste die Chance, mit den Ziegen zu wandern. Optisch waren die Tiere der absolute Hingucker, als sie über den Festplatz und am Kinderland vorbeistolzierten, als wäre das schon immer ihr Weg zur saftigen Weide.

Eine weitere Neuerung war die Aktion „Demokratisches Wohnzimmer“ des protestantischen Dekanats Obermoschel. Das Angebot machte deutlich, warum sich das Duchrother Dorffest von vielen anderen abhebt. Im Vorfeld hatte Porr die Mitglieder des „Demokratischen Wohnzimmers“ durch Duchroth geführt. Nun waren sie gekommen, um im Rahmen einer Art Befragung zu schauen, ob der Ortsbürgermeister mit seinen Ansichten richtig liegt. „Die Aktion mit den jungen Leuten ist mir wichtig denn sie zeigt, dass Jugendliche nicht nur auf das Handy fokussiert sind“, sagte Porr.

Da war es schon angenehmer, den Steinmetzen (von links) Christian, Frank und Sebastian Steinhauer beim Schwitzen nur zuzuschauen.
Da war es schon angenehmer, den Steinmetzen (von links) Christian, Frank und Sebastian Steinhauer beim Schwitzen nur zuzuschauen.
Foto: Josef Nürnberg

Der war mit dem Verlauf des Fests bis gestern Nachmittag sehr zufrieden, auch wenn er dem Samstag gern eine Frischzellenkur geben würde. „Samstags sind die Duchrother mehr oder weniger unter sich“, gestand er. Der eigentliche Festtag war wie immer der Sonntag. Hier herrschte in einigen historischen Gebäuden und in den Gassen um das Rathaus pulsierendes Leben. Bei den Ständen hatten die Verantwortlichen darauf geachtet, dass nur gutes Kunsthandwerk angeboten wurde. Alles sollte zum ökologischen Selbstverständnis des europäischen Golddorfs passen.

Dorit Frick (links) und Tochter Anna Lydia zeigen die Machart der Fassbodendeko.
Dorit Frick (links) und Tochter Anna Lydia zeigen die Machart der Fassbodendeko.
Foto: Josef Nürnberg

Da wurden selbst genähte Eulen, die als Türstopper dienen, schicke Taschen oder der neueste Schrei in Sachen Sommerhut für die feine Dame aus Duchroth und Umgebung angeboten. Aber auch Hals- und Armschmuck, Postkarten oder Dekomaterial standen hoch im Kurs. Wobei Duchroth nicht Duchroth wäre, wenn es nicht altes Handwerk zeigen würde. So zeigten die „Gangloffer Seildreher“ nicht nur, wie einst Seile und Stricke für die Landwirtschaft hergestellt wurden. Sie demonstrierten auch, wie man mit den alten Gerätschaften farbenfrohe Seile produzieren kann.

Die Ziegen waren zwar der Hingucker des Dorffests. Doch um mit ihnen durchs Dorf wandern, dazu hatten wohl in Anbetracht der Hitze nur wenige Festgäste Lust.
Die Ziegen waren zwar der Hingucker des Dorffests. Doch um mit ihnen durchs Dorf wandern, dazu hatten wohl in Anbetracht der Hitze nur wenige Festgäste Lust.
Foto: Josef Nürnberg

Dass Duchroth nicht still steht, sondern lebendig wie Wasser ist, darüber konnten sich Gäste und Einheimische im Keller von Haus Schumacher informieren. In der Tat ging es hierbei um das Wasser, nämlich die Renaturierung eines Duchrother Bachs im Rahmen des Programms Blau. Über das hierzu nötige Konzept, das von den Studenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach entwickelt wurde, konnten die Besucher eifrig diskutieren. Daneben wurde das Haus Schumacher seinem Ruf als Künstlerhaus gerecht. Denn dort stellte die Oberhäuser Künstlergruppe „Stielleben“ ihre Arbeiten aus. Bei all den vielen Angeboten war es fast schon verwunderlich, dass immer auch noch Zeit für die kulinarischen Genüsse blieb.

Von unserem Reporter Josef Nürnberg

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