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Bad Kreuznach

Wichtige Anlaufstelle feiert zweiten Geburtstag

Das kleine, bunte Zelt im großen Saal des Bonhoeffer-Hauses ist in eine betörend nach frisch gerösteten Kaffeebohnen duftende Wolke gehüllt. Zum zweiten Geburtstag des Bon-Cafés sind die Besucher in dem liebevoll mit Sitzgelegenheiten und Teppichen ausgestatteten Pavillon zu einer Kaffeezeremonie eingeladen, wie sie in Eritrea Brauch ist.

Zum Zweijährigen fast vollständig – das Organisationsteam des Bon-Café mit (von links) Katharina Heicke, Ramin Rashidi, Walidshah Alefzad, Matthew Robinson, Martina Dhom, Mutaza Safi, Helga Robinson, Hartmuth Conrad, Petra Knodel, Susanne Syren, Stefanie Bartlett und Christa Hirsch-Rusch. Foto:  Christine Jäckel
Zum Zweijährigen fast vollständig – das Organisationsteam des Bon-Café mit (von links) Katharina Heicke, Ramin Rashidi, Walidshah Alefzad, Matthew Robinson, Martina Dhom, Mutaza Safi, Helga Robinson, Hartmuth Conrad, Petra Knodel, Susanne Syren, Stefanie Bartlett und Christa Hirsch-Rusch.
Foto: Christine Jäckel

Wer sich seiner Schuhe entledigt und das Zelt betritt, klinkt sich aus dem Alltag und aus der Bienenkorb-Geräuschkulisse aus, die das Bon-Café an seinem Geburtstag beherrscht. Er wird in die Welt der hohen Kaffeekultur versetzt. Zum köstlichen schwarzen Kaffee mit Zucker gibt es gesalzenes Popcorn. In Eritrea ist die Zeremonie eine Ehre, die man Besuchern erweist, eine Aufmerksamkeit, für die man sich viel Zeit nimmt. Ganz so wie es auch die ehrenamtlichen Helfer mit ihren Schützlingen halten.

„Es sind heute viele Gäste gekommen, die im ersten Jahr dabei waren“, erklärt Stefanie Bartlett, die mit Susanne Syren zu den hauptamtlichen Kräften der Flüchtlingshilfe des Ausländerpfarramtes gehört. Unterstützt werden sie seit Juli von Katharina Heicke, die ihren Bundesfreiwilligendienst im Koordinierungsbüro ableistet. Seit zwei Jahren ist das Bon-Café im Bonhoeffer-Haus jeden Mittwoch von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr Treffpunkt für Flüchtlinge, Ehrenamtliche und alle interessierten Bürger.

Entstanden ist das Café auf Anregung ehrenamtlicher Helfer wie Matthew und Helga Robinson, Petra Knodel, Martina Dhom, Ute Witt, Hartmuth Conrad und Christa Hirsch-Rusch. Sie gehören zum Organisationsteam des Bon-Café und sind heute wie an fast jedem Mittwoch hier, um ihre Schützlinge zu treffen. Martina Dhom hilft einigen jungen Männern beim Ausfüllen von Formularen, eine „Lieblingsdisziplin aller ehrenamtlichen Helfer. „Die Sprache ist immer wieder die Hauptbarriere bei der Integration“, sagt Petra Knodel, die unter anderem eine afghanische Familie betreut.

Das Erlernen einer neuen Sprache samt Schrift, die Suche nach Wohnung und Arbeit sind schon Herausforderungen. Daneben ist der Verlust von Heimat und Familie eine enorme seelische Belastung für die Geflüchteten. Ihre im Sprachkurs erworbenen Deutschkenntnisse möchten die Bon-Café-Besucher gern erproben. Dafür sucht das Organisationsteam noch weitere Bürger, die sich als Gesprächspartner und gern auch darüber hinaus in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten. Aus dem Bon-Café hat sich in zwei Jahren einiges entwickelt, freut sich Stefanie Bartlett. Etliche Referenten hatte man bei den Treffen schon zu Gast, unter anderem Mitarbeiter der Verbraucherberatung, die in der Folge auch Schulungen anboten. Der Treff verfügt inzwischen über einen Kreis von Ansprechpartnern zu weiteren Themen wie Geburtshilfe, Asylverfahrensberatung, Wohnungssuche oder Sport.

Claudia Eider vom Stadtteilverein Süd-Ost etwa vermittelt Kontakte für Sportbegeisterte zu Vereinen. Auf Anregungen aus dem Besucherkreis des Bon-Cafés wurden Schwimm- und Fahrradkurse organisiert. Es gibt Kontakte zur Kunstwerkstatt, wo auch ein Nähmaschinen-Workshop angeboten wird. Kernstück des Bon-Cafés ist der Austausch, denn bei der Begegnung mit deutschen Gesprächspartnern können die Flüchtlinge am besten die Scheu ablegen, sich in der neuen Sprache auszudrücken.

Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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