40.000
Aus unserem Archiv
Bad Kreuznach

Wetterdienst nach einjähriger Messung: Kreuznacher Luftqualität im Aufwind

Marian Ristow

Die einjährige Messperiode ist vorüber. Und das Ergebnis gefällt den Verantwortlichen. Die Luftqualität in den Heilbädern Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg ist eines Kurortes würdig. Somit darf sich die Stadt weiterhin mit Fug und Recht Heilbad nennen. Staatlich anerkannte Kurorte müssen regelmäßig nachweisen, dass sie über eine besonders gute Luftqualität verfügen. So gut sogar, dass die Stadt künftig nur noch im Zehnjahresrhythmus dauerhaft messen muss und nicht mehr wie bisher alle fünf Jahre.

Gute Luft vor allem im Kurgebiet: Das aktuelle Gutachten zur Qualität der Luft in Bad Kreuznach attestiert der Stadt diesbezüglich Heilbadcharakter. Insgesamt wurde 14 Monate lang gemessen.  Foto: GuT
Gute Luft vor allem im Kurgebiet: Das aktuelle Gutachten zur Qualität der Luft in Bad Kreuznach attestiert der Stadt diesbezüglich Heilbadcharakter. Insgesamt wurde 14 Monate lang gemessen.
Foto: GuT

Die Gesundheit und Tourismus GmbH (GuT) ließ in Bad Kreuznach und in Bad Münster am Stein-Ebernburg einjährige Messungen nach den Richtlinien des Deutschen Heilbäderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes durchführen. Im jetzt vorliegenden amtlichen Gutachten des Deutschen Wetterdienstes wird bestätigt, dass die lufthygienischen Voraussetzungen für diese Auszeichnung erfüllt sind. Im Vergleich zur Messreihe 2009/2010 wurden die Werte überwiegend sogar verbessert.

Gemessen wurde 15 Monate lang, von April 2016 bis Juni 2017, an insgesamt vier Standorten in Bad Münster am Stein: in der Berliner Straße und im Kurpark, in Bad Kreuznach über dem Radonstollen und in der Badeallee. Der Deutsche Wetterdienst beschreibt den Untersuchungsumfang: „Durch die Auswahl der Standorte sollten die lufthygienischen Verhältnisse im gesamten Aufenthaltsbereich der Kurgäste und Erholung suchenden Urlauber erfasst werden. Die Luftproben wurden auf grobe Staubteilchen (gesamter Grobstaub ohne Blütenpollen), auf opake (lichtundurchlässige) Grobstaubpartikel, auf Feinstaub und Ruß im Feinstaub, auf Blütenpollen sowie auf den Gehalt an Stickstoffdioxid untersucht.“ Zu den Definitionen: Grobstaub entsteht hauptsächlich durch den motorisierten Verkehr – vor allem durch den Abrieb von Gummireifen auf der Fahrbahn und beim Heizen mit Holz und Kohle. Feinstaub und Stickstoffdioxid gelangen überwiegend durch die Abgase des Verkehrs und im Winter auch durch die Heizungen in die Luft. Beide Luftbeimengungen können in höheren Konzentrationen den Atemwegen schaden, sagt der Deutsche Wetterdienst.

Die Messungen kommen zu folgenden abschließenden Ergebnissen. An den verkehrsbezogenen Messstellen „Badeallee“ in Bad Kreuznach und „Berliner Straße“ in Bad Münster am Stein-Ebernburg enthielt je ein Kubikmeter Luft im Durchschnitt 9,4 bzw. 10,3 Mikrogramm Grobstaub (ein Mikrogramm = ein Tausendstel Milligramm). Erlaubt ist an diesen verkehrsreichen Standorten eine mittlere Staubkonzentration von maximal 28 Mikrogramm. Am Standort „Radonstollen“ (Bad Kreuznach) und „Wetterstation“ (Bad Münster am Stein-Ebernburg) wurde eine Staubkonzentration von 7,6 bzw. 6,0 Mikrogramm festgestellt, wobei der dort zulässige Höchstwert mit 13,0 Mikrogramm bei weitem nicht erreicht wurde.

Ebenfalls positiv: Die in der Stadt detektierten groben Staubteilchen bestanden zum größten Teil aus mineralischen Bodenpartikeln, die vom Wind und durch die Kraftfahrzeuge vom Erdboden bzw. von den Straßenoberflächen aufgewirbelt wurden. Im Frühjahr wurden in den Messgeräten auch viele Blütenpollen gefunden.

Damit hat sich die Luftqualität im Vergleich zur letzten Messung, die 2015 in Form einer kürzer angelegten „Luftqualitätsbeurteilung“ stattfand, verbessert. Vor drei Jahren wurden die Grenzwerte nämlich überschritten. Als äußerst problematisch wurden die hohe Verkehrsbelastung, die intensive gewerbliche Nutzung und die hohe Siedlungsdichte angesehen. Mit Einschränkung: Messungen an viel befahrenen Straßen wie zum Beispiel an der Gensinger Straße hatten und haben wenig Aussagekraft bezüglich der relevanten Werte im Kurgebiet. Die Basisdaten der Untersuchung von 2015 stammten vorrangig aus der Messstation an der Bosenheimer Straße zwischen Bahnhof und Arbeitsamt. Logisch, dass die Werte dort oberhalb der Grenze lagen.

Schon 2015 wurde außerdem die Salinenstraße (B 48) als zu viel befahren eingestuft, führt sie immerhin direkt in Richtung Salinental und Bad Münster. Damals empfahl die zuständige Gutachterin Dr. Heike Noppel, die Luftqualität bereits 2016 durch eine einjährige Messung zu überprüfen. Das ist nun geschehen. Die nächste Überprüfung steht – wegen des guten Ergebnisses – erst in zehn Jahren an, so wie gesetzlich vorgeschrieben.

Von unserem Redakteur Marian Ristow

Bad Kreuznach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
E-Mail

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
UMFRAGE (beendet)
Markt am Samstag?

Das Mainzer Markt-Frühstück ist ein Kult-Event. Wäre das auch etwas für Bad Kreuznach?

Ja, unbedingt!
69%
Nein, eher nicht.
31%
Stimmen gesamt: 109
Anzeige
Regionalwetter
Mittwoch

16°C - 29°C
Donnerstag

16°C - 31°C
Freitag

19°C - 31°C
Samstag

16°C - 26°C
epaper-startseite