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Bad Kreuznach

Wenn die Unterstützung der Familie Flügel verleiht

Seit Amelie Runkel (18) sich mit Poetry Slam beschäftigt, hat sie schon einige Überraschungen erlebt. Die Schülerin des Lina-Hilger-Gymnasiums landete mit ihrem ersten Gedicht einen Erfolg beim gemeinsamen Schüler- und Jugendwettbewerb der Zentrale für politische Bildung und des Landtags. Und bei der Preisverleihung im Frankfurter Hof in Mainz folgte die nächste Überraschung: Ganz ohne Vorwarnung wurde sie gebeten, ihren Text zum Thema „Zwischen Nestwärme und Krise – was bedeutet Familie für dich“ auch live vorzutragen.

Unverhofft kommt oft: Stolz präsentiert Amelie Runkel ihren Gedichtband „Flügelworte“, den sie zunächst nur als Geschenk für ihre Eltern zusammengestellt hatte.  Foto: Christine Jäckel
Unverhofft kommt oft: Stolz präsentiert Amelie Runkel ihren Gedichtband „Flügelworte“, den sie zunächst nur als Geschenk für ihre Eltern zusammengestellt hatte.
Foto: Christine Jäckel

Für Amelie kein Problem. Kreativität ist ihre Stärke. Und sie stellt sich gerne Herausforderungen, auch von jetzt auf gleich. Sprachen und Kunst sind die Lieblingsfächer der Schülerin, die die Abiturklasse besucht. Fotografieren gehört zu ihren Hobbys, und mit dem Schreiben hat sie sich früher schon beschäftigt. „Ich habe immer mal wieder Tagebuch geschrieben“, sagt Amelie, die sich auch Gedanken über den Einfluss virtueller Welten und sozialer Netzwerke auf die persönliche Entwicklung macht. „Wie wirkt sich das auf unseren Umgang miteinander aus oder auf das Sammeln von Erfahrungen“, fragt sie sich.

Cybermobbing ist an allen Schulen ein großes Thema, weiß Amelie, die sich auch in der Schülervertretung engagiert hat und voriges Jahr Schülersprecherin war: „Deshalb ist es gut, dass wir am LiHi die Mobbing-Präventionstage haben und die Streitschlichter.“

Poetry Slam entdeckte sie zunächst über ein Video von Julia Engelmann, das sie faszinierte. Das Youtube-Video der Bremer Poetry- Slammerin, Schauspielerin und Studentin von ihrem Auftritt in Bielefeld ist Kult. Über zehn Millionen Mal wurde es aufgerufen.

Eine Anregung, selbst zu schreiben, bekam Amelie Runkel, als ihr eine Freundin ein Notizbuch schenkte. Seitdem sind zahlreiche Gedichte entstanden, die Gefühlslagen schildern, schöne Momente oder auch Phasen der Niedergeschlagenheit und kritische Betrachtungen. Für die Poetry-Slammerin aus Bad Kreuznach gibt es unterschiedliche Anlässe zum Schreiben. „Das kann etwas sein, das mich belastet, oder auch eine Äußerung, die ich von einer Begegnung mit anderen Menschen mitnehme“, sagt die junge Autorin.

Bei der Beschäftigung mit einem Thema ist ihr wichtig, dass sie „auf den Punkt genau“ formuliert. Dafür ist sie bereit, lange an einem Text zu feilen. Beispielsweise wenn es darum geht, existenzielle Gefühle auszudrücken, etwa, wie es sich anfühlt, wenn man unglücklich ist. Dabei ist ihr bewusst, dass ihre literarische Arbeit kein Selbstzweck bleiben muss: „Ich dachte, ich mache es für mich, aber vielleicht auch für andere, weil es andere auch bewegt.“

Für den Wettbewerb gab es mit „Familie“ ein vorgegebenes Thema. Für Amelie eine Aufgabe, die ihr Spaß machte und ein Herzensanliegen traf. „Meine Familie ist sehr wichtig für mich. Ihre Unterstützung verleiht mir Flügel“, meint Amelie, die eine jüngere Schwester hat. Folgerichtig heißt ihr erstes Buch „Flügelworte“.

Die Geschichte, wie es zu dieser – zunächst ungeplanten – Erstveröffentlichung kam, war erneut eine Überraschung im Leben der Nachwuchs-Slampoetin. Zu ihrem 18. Geburtstag wollte sie ihren Eltern ihre Poetry-Sammlung in gebundener Form schenken und wandte sich deshalb an einen Onkel, der im Verlagswesen arbeitet. Ihre Gedichte kamen bei dem Verlag Lovely Books jedoch so gut an, dass man ihr anbot, den Band „Flügelworte“ in kleiner Auflage zu veröffentlichen. Christine Jäckel

Die „Flügelworte“ mit 16 Gedichten von Amelie Runkel sind für 10,80 Euro im Handel erhältlich.

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