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Bad Kreuznach

Viele mussten draußen bleiben: Ansturm auf Film über Flucht im Kreuznacher Cineplex

Fast 250 Menschen kamen am Sonntagabend ins Cineplex Bad Kreuznach, um den Dokumentarfilm „Als Paul über das Meer kam“ zu sehen. Wegen der großen Resonanz wird er nächste Woche noch zweimal gezeigt. Die Besucher folgten der Einladung von Amnesty International und Aktiv für Flüchtlinge Bad Kreuznach.

„Das Kino ist auf uns zugekommen mit der Idee, den Film zu zeigen. Da haben wir natürlich gerne kooperiert“, sagt Susanne Syren vom Ausländerpfarramt und fügt hinzu: „Wir wollen mit unserer Arbeit Menschen konkret unterstützen, aber eben auch zum Thema machen, weshalb diese ihre Heimat verlassen.“

200 Besucher – 50 mussten draußen bleiben – begleiteten im ausverkauften Kinosaal Paul aus Kamerun auf seiner gefährlichen Reise nach Deutschland. Darunter waren rund 40 Schüler der weiterführenden Schulen aus dem Landkreis Bad Kreuznach, für die über „Kreuznach für Vielfalt“ Freikarten ausgegeben wurden.

Der in Berlin und Tunesien lebende Filmemacher Jakob Preuss freute sich über das große Interesse. Er machte auf dem Weg nach Tunesien in Bad Kreuznach Station und stand im Anschluss an den Film zum Gespräch zur Verfügung.

Die erste Frage musste nicht einmal gestellt werden, sie lag in der Luft: „Wie geht es Paul heute und wo ist er?“ Preuss konnte erst einmal alle beruhigen. Paul sei noch in Deutschland und habe gerade eine Ausbildung im Altenheim begonnen. Sein Status sei allerdings immer noch unsicher, die Angst vor Abschiebung belaste ihn sehr.

Jacob Preuss macht in dem Film auch seinen eigenen Konflikt transparent: Wie weit soll er sich als Dokumentarfilmer in Pauls Schicksal aktiv einmischen? Wann muss er in Anbetracht der kleinen und großen Katastrophen helfen und wie viel? Fragen, die auch viele Aktive in der Flüchtlingsarbeit sich immer wieder stellen. Dabei spricht Preuss offen über die Freundschaft, aber auch über die zahlreichen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und seinem Hauptdarsteller. So versteht Paul im Gegensatz zu Jacob Preuss zum Beispiel gut, warum sich Europa gegen Flüchtlinge abschottet. Die ganze Zeit scheint jedoch der große gegenseitige Respekt der beiden durch.

Der Film „Als Paul über das Meer kam“ ist auf vielen Ebenen großartig. Einzigartig ist, wie nah er die einzelnen Etappen und täglichen Sorgen, aber auch die Monotonie des Wartens und die verheerenden Rückschläge porträtiert.

„Als Paul über das Meer kam“ läuft am Montag und Mittwoch, 12. und 14. Februar, jeweils um 18.15 Uhr noch zweimal im Cineplex Bad Kreuznach.

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