40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Oeffentlicher Anzeiger
  • » Prozess um Wahl in Fürfeld: Wer lügt vor Gericht?
  • Aus unserem Archiv
    Fürfeld/Koblenz

    Prozess um Wahl in Fürfeld: Wer lügt vor Gericht?

    Harte Bandagen im Fürfelder "Wahlskandal". Der erste Gerichtstermin brachte noch keine Klarheit.

    Fürfeld/Koblenz. Die Affäre um den Privatcomputer des Fürfelder Ortsbürgermeisters Klaus Zahn (55) steuert auf einen Höhepunkt zu.

    Der Politiker, der im September als Ortschef vereidigt wurde, hat jetzt im Prozess am Verwaltungsgericht Koblenz dargelegt, was er am Tag der Kommunalwahl im Wahllokal mit seinem Computer machte. Aber: Das Gericht unter Vorsitz von Vizepräsident Klaus Meier glaubte ihm nicht. Meier wurde sehr deutlich, nannte Zahns Aussage "Quatsch". Und er betonte: Einer der Kontrahenten der Affäre lügt - Klaus Zahn (FWG) oder Ratsmitglied Stephan Schlitz (Bürgerliste).

    Der Prozess geht in einigen Wochen weiter, bis dahin bleibt unklar, ob die Fürfelder Kommunalwahl gültig ist. Schlitz zog vor Gericht, weil er will, dass sie wegen eines Verstoßes gegen demokratische Grundsätze für ungültig erklärt wird. Darum geht es: Fürfeld wählte am 25. Mai einen Gemeinderat und einen Ortsbürgermeister. Zahn war im Wahllokal der Schriftführer, Schlitz sein Stellvertreter. Zahn hatte seinen privaten Computer dabei. Was er damit machte, ist strittig.

    Zahn sagt: Er wollte bereits während der Wahl einen Überblick über die Wahlbeteiligung haben und führte eine einspaltige Liste. Schlitz habe ihm die Namen der Wähler vorgelesen, die ins Wahllokal kamen - und er machte für jeden Namen in einer Tabelle seines Rechners einen Strich. Am Ende habe er Hunderte Striche gehabt und die Wahlbeteiligung berechnen können. Heute habe er diese Liste nicht mehr.

    Schlitz sagt: Zahn führte keine anonyme Strichliste, sondern aktualisierte fortlaufend ein Wählerverzeichnis aus dem Jahr 2009. Es war mehrspaltig, führte die Namen und Adressen aller potenzieller Wähler. Zahn habe hinter jedem Namen markiert, ob die entsprechende Person ins Wahllokal zum Wählen kam oder nicht. Und er habe auf Nachfrage gesagt: "Das ist das Verzeichnis von 2009."

    Zahn und Schlitz beharrten im Prozess auf ihrer Position. Gerichtspräsident Meyer reagierte verärgert: Er habe viele ähnliche Prozesse geführt, aber nie das Gefühl gehabt, so belogen zu werden.

    Es besteht der Verdacht, dass Zahn mit seinem aktualisierten Verzeichnis versucht haben könnte, die Stichwahl um das Amt des Ortschefs zu beeinflussen. Laut dem Gericht erreichte die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Kreuznach am 11. Juni ein anonymer Brief. Darin behauptet jemand, Zahn habe seine Eltern besucht und zur Briefwahl überredet.

    Die Richter wollen am nächsten Prozesstag alle Mitglieder des Gemeinderats und des Wahlvorstandes befragen, was Zahn im Wahllokal am Computer machte.

    Hartmut Wagner

    Affäre um Laptop: Fürfelder Ortschef räumt Fehler ein - und bleibt im AmtKlaus Zahn hat in Fürfeld die Nase vornFürfeld: Jetzt wird die komplette Wahl infrage gestelltAnzeige überschattet die Fürfelder Stichwahl
    Bad Kreuznach
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Sonntag

    3°C - 8°C
    Montag

    6°C - 6°C
    Dienstag

    7°C - 11°C
    Mittwoch

    5°C - 11°C
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Jahresrückblick 2016