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Bad Kreuznach

Partnerschaft mit Bourg-en-Bresse: In 55 Jahren viel gelacht, gefeiert und getafelt

In den vergangenen 55 Jahren wurde bei vielen Begegnungen zwischen Deutschen und Franzosen gelacht und getafelt, getanzt und gesungen. Jetzt gibt es wieder einen offiziellen Anlass für eine fröhliche Feier: Der 55. Geburtstag der Städtepartnerschaft zwischen Bad Kreuznach und Bourg-en-Bresse. An Pfingsten heißt es „Herzlich Willkommen – Bienvenue“.

Die Entstehung der Städtepartnerschaft geht auf eine Initiative von Regierungsdirektor Max Schröder, dem damaligen Vorsitzenden des Freundschaftskreises Rheinland-Pfalz-Burgund, zurück. Eine Schlüsselrolle spielte auch Karl Kuhn, Bad Kreuznacher Beigeordneter und als Landtagsabgeordneter Mitglied des Freundeskreises. Der Fabrikant Wilhelm Beilmann, der geschäftliche Beziehungen zu Frankreich unterhielt, schlug Kuhn die Stadt Bourg-en-Bresse vor. Im November 1962 folgte die erste Einladung einer Delegation nach Bad Kreuznach, im Dezember der Gegenbesuch, und bereits im März sowie April 1963 beschlossen beide Stadträte, eine Partnerschaft einzugehen.

Prost – á votre santé: Mit einem Glas Wein stießen Oberbürgermeister Gerhard Muhs (links) und Bürgermeister Amédeé Mercier 1963 auf die frisch besiegelte Städtepartnerschaft an.  Foto: Luhn/Stadtarchiv
Prost – á votre santé: Mit einem Glas Wein stießen Oberbürgermeister Gerhard Muhs (links) und Bürgermeister Amédeé Mercier 1963 auf die frisch besiegelte Städtepartnerschaft an.
Foto: Luhn/Stadtarchiv

In der feierlichen Stadtratssitzung am 29. Juni 1963, in der die Partnerschaft offiziell besiegelt wurde, sprach Oberbürgermeister Gerhard Muhs von einer „Sternstunde in der Geschichte des Bad Kreuznacher Stadtrates“. Bürgermeister Amedée Mercier bedankte sich und rief: „Es lebe Bad Kreuznach, es lebe die Freundschaft zwischen Rheinland-Pfalz und der Bresse.“ Zum ersten Gegenbesuch reiste ein Konvoi mit acht Fahrzeugen im Mai 1964 nach Bourg.

Mit dem Oldtimer fuhren OB Rolf Ebbeke (rechts) und Bürgermeister Jean-Michel Bertrand 2003 durch Bad Kreuznach.  Foto: Kind/Oeffentlicher Anzeiger
Mit dem Oldtimer fuhren OB Rolf Ebbeke (rechts) und Bürgermeister Jean-Michel Bertrand 2003 durch Bad Kreuznach.
Foto: Kind/Oeffentlicher Anzeiger

Auch die Bad Kreuznacher erwartete ein herzlicher Empfang mit großen Programm. Am letzten Tag ließen Heinrich Stephan und Stadtratsmitglied Willi Hilsbos 400 Reisetauben mit einer Sympathiebotschaft der Stadt Bourg-en-Bresse ins heimatliche Kreuznach starten.

Unter der Anleitung von Franz-Xaver Bürkle traten Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer und Bürgermeister Jean-François Debat beim 50. Geburtstag im Jahr 2013 zum Kochduell an.  Foto: Rehbein/Stadtverwaltung
Unter der Anleitung von Franz-Xaver Bürkle traten Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer und Bürgermeister Jean-François Debat beim 50. Geburtstag im Jahr 2013 zum Kochduell an.
Foto: Rehbein/Stadtverwaltung

Zum zehnten Geburtstag der Partnerschaft 1973 weihten Oberbürgermeister Peter Fink und sein Amtskollege Paul Barberot den Bourger-Platz ein. Am 20. März 1975 wurden Bourg-en-Bresse und Bad Kreuznach mit dem „Prix France-Allemagne“ für ihre Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft ausgezeichnet, Bad Kreuznach als einzige Kommune in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit 18 weiteren Städten.

Groß gefeiert wurden in beiden Städten auch der 25., 40. und 50. Geburtstag. Im Lauf der Jahrzehnte entwickelt sich ein herzliches Verhältnis auf vielen Ebenen – Schulen, Vereinen, Verwaltung, aber auch zwischen den Bürgern. Aus Partnern wurden Freunde.

Eine große Ehre wurde posthum Oberbürgermeister Peter Fink (1923-1989) zuteil. 1998 weihten Bürgermeister André Godin und Oberbürgermeister Rolf Ebbeke die „Rue Peter Fink“ in Bourg-en-Bresse ein. Fink als einer der fleißigsten „Motoren“ der Städtepartnerschaft hatte 1967 die Franzosen ermuntert, mit einem „Bourg-en-Bresse-Zelt“ auf dem Jahrmarkt präsent zu sein. Abenteuerlich verlief die Premiere. Bereits am Samstag waren die Weinfässer leer und die Franzosen so erschöpft, dass sie das Zelt schließen wollten. Mit gutem Zuspruch und tatkräftiger Unterstützung der Bad Kreuznacher Freunde sowie mit Kreuznacher Weinen und Speisen ging es dann aber doch bis zum Dienstag weiter.

Die Broschüre zum 40. Geburtstag der Städtepartnerschaft im Jahr 2003 ist eine Fundgrube für heitere Episoden, Anekdoten und Stiggelcher, wie man so schön in Kreuznach sagt. Hansjörg Rehbein

Hinweise zum Programm des Partnerschaftsgeburtstages gibt es auf der Internetseite der Stadt unter www.bad-kreuznach.de/staedtepartnerschaften.

400 Bourger Bürger reisen zum großen Geburtstagsfest an

Europa in der Krise braucht starke gelebte und geliebte Städtepartnerschaften. Seit 55 Jahren sind Bad Kreuznach und Bourg-en-Bresse nun miteinander verbunden. Die Jugend für Austausch und Begegnung zu begeistern, dies sehen Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer und Bürgermeister Jean-François Debat als eine zentrale Aufgabe an.

Zum Geburtstagsfest vom 18. bis zum 21. Mai reisen rund 400 Bourger Bürger, zumeist junge Menschen aus Schulen und Vereinen, an. Die Jugend wird auch auf dem Podium vertreten sein, das über „Städtepartnerschaft im Wandel“ am Sonntag, 20. Mai, 11 Uhr, in der Aula des Gymnasiums an der Stadtmauer diskutieren wird. Zu den Gästen am Pfingstwochenende gehören auch Delegationen aus der Partnerstadt Neuruppin sowie aus deren Partnerstädten Nymburk (Tschechien) und Babimost (Polen).

Zeitzeugen kommen zu Wort

Die Veranstaltung wird eingeleitet mit dem Film „Aus fremden Franzosen wurden französische Freunde“. Christiane Kasper, am Gymnasium an der Stadtmauer viele Jahre für Betreuung und Organisation der Schulpartnerschaft zuständig, hat Zeitzeugen der Städtepartnerschaft befragt. Sie ist ebenso Teilnehmerin an der Podiumsrunde wie Oberbürgermeisterin Kaster-Meurer, Bürgermeister Debat und der für internationale Beziehungen zuständige Beigeordnete Guillaume Lacroix. Moderatorin ist Sabine Raepple.

Die Veranstaltung wird von den Bad Kreuznacher Michelin-Werken unterstützt, die seit mehr als 50 Jahren nicht nur der größte gewerbliche Arbeitgeber, sondern auch mit Stadt und Region sehr verbunden sind. „Wir freuen uns sehr, das 55-jährige Bestehen gemeinsam mit den Bad Kreuznachern und der Delegation aus Bourg-en Bresse zu feiern“, sagt Werksdirektor Christian Metzger. Die deutsch-französische Verständigung gehe weit über das Lernen der Sprache hinaus. „Bei Michelin in Bad Kreuznach tauschen wir uns fast täglich mit unseren Kollegen in Frankreich aus. Daher wissen wir, wie wichtig auch das kulturelle gegenseitige Verständnis ist. Und das lernt man am besten im persönlichen, freundschaftlichen Austausch. Die Städtepartnerschaft bietet dafür einen hervorragenden Rahmen.“

Die Schulen sind eine tragende Säule der Städtepartnerschaft. Das zeigt sich auch am „Bunten Abend der Städtepartnerschaft“ am Sonntag, 20. Mai, ab 19.30 Uhr im Festzelt auf dem Eiermarkt. Ein Großteil der Programmbeiträge kommt vom Lina-Hilger-Gymnasium, dem Gymnasium an der Stadtmauer und dem Gymnasium am Römerkastell. Überraschungssketche spielt die französische Theatergruppe Les Zantt, die tags zuvor, am Samstag, um 18 in der Loge im Haus des Gastes das Stück „La dernière y restera“ von Jean-Claude Sussfeld aufführen wird. Ab 12 Uhr ist im Festzelt auf dem Eiermarkt für musikalische Unterhaltung gesorgt. Um 15 Uhr heißt es: „Kulturkaffee – Kunst und Kalorie“ mit den Chören Capriccio aus Bad Kreuznach sowie Cantabile aus Hackenheim (Leitung: Birgit Ensminger-Busse). Es folgt um 16 Uhr „Dinner for One“, gespielt von Annette Bauer und Steffen Kaul.

Bresse-Huhn und Käse

Das Samstagsprogramm im Festzelt beginnt ebenfalls um 12 Uhr. Bis 18 Uhr unterhält Torsten Subat, Moderator von Antenne Bad Kreuznach, ab 18 Uhr spielt die Bad Kreuznacher Band Too Nice zum Tanz auf.

Für den kleinen deutsch-französischen Markt am Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr auf der Alten Nahebrücke werden zwei Händler aus Bourg-en-Bresse erwartet. Anthony Giroud und M. Gérard Merle bieten ihre eigenen erzeugten Produkte wie Bresse-Huhn und Käse an.

Teil des Programms ist auch ein ökumenischer deutsch-französischer Gottesdienst am Pfingstsonntag, 20. Mai, in der Pauluskirche. Er beginnt wegen des Jubiläums ausnahmsweise bereits um 9.30 Uhr. Das Gottesdienstteam, dem Pfarrerin Decker-Huppert und Msg. Pfarrer Dr. Michael Kneib angehören, wird der pfingstlichen Frage nachgehen: „Was will das werden?“ Die musikalische Gestaltung übernehmen Kantorin Cindy Rinck (Orgel), Heinz Günter Nuck (Trompete) und der Chor Mosaik unter der Leitung von Jürgen Huppert.

Auch die Neustadt ist in das Fest einbezogen. Der Kinderschutzbund beteiligt sich mit einem Waffelstand, die Initiative Klein-Venedig-Bohème präsentiert sich in der Nähe des Zwingelbrunnens, das Lädchen „Schenk ebbes“ bietet Postkarten und Kaffeebecher, die eigens für den Städtepartnerschaftsgeburtstag produziert wurden, an.

Der Altstadtverein in Person seiner Vorsitzenden Beate Bruns kümmert sich um die Verteilung von Fahnen und Plakaten, mit denen das Viertel geschmückt wird. Die Oberbürgermeisterin bedankt sich besonders für die monatelange Vorbereitung, die Christine Simmich und ihr Team geleistet haben. Dank gilt auch den Sponsoren Sparkasse Rhein-Nahe, Kreuznacher Stadtwerke, Michelin und Gewobau, ohne deren finanzielle Unterstützung ein solches Fest nicht möglich wäre.

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