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Bad Kreuznach

Noch kein Ultimatum für den Zirkus Danielo: Ordnungsamt lässt vorerst Milde walten

Eigentlich hatte Zirkuschefin Monja Rojan nach dem letzten Gespräch mit dem Bad Kreuznacher Ordnungsamt schon mit dem Schlimmsten gerechnet – mit einer Räumung zum Beispiel. Die hatte die Stadt dem in Notlage geratenen Wanderzirkus Danielo, der sein Winterquartier Anfang Dezember unerlaubterweise auf der Pfingstwiese aufschlagen musste, schließlich vor Weihnachten schon einmal angedroht.

Der Zirkus Danielo hat sich auf seiner verzweifelten Suche nach einem Winterquartier auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese niedergelassen.
Der Zirkus Danielo hat sich auf seiner verzweifelten Suche nach einem Winterquartier auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese niedergelassen.
Foto: Désirée Thorn

Doch der mit Schrecken erwartete Brief, den Mitarbeiter des Ordnungsamts persönlich überbrachten, fiel zur Erleichterung der Familie milder aus, als befürchtet. „Da es Ihnen bisher noch nicht gelungen ist, einen anderen Platz zu finden, bitten wir Sie dringend, weiter nach einem Quartier zu suchen und die Pfingstwiese sobald wie möglich vollständig gereinigt zu verlassen“, heißt es darin.

Keine Frist, kein Ultimatum. „Wir hoffen, dass Sie fündig werden, aber man kann es eben nicht erzwingen“, erklärt Stadtrechtsdirektorin Heiderose Häußermann auf Nachfrage. Im Moment stehe keine Räumung des Geländes bevor, versichert die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung.

Ermahnende Worte findet man im Schreiben aber doch noch: „Gleichzeitig gehen wir davon aus, (...) dass es sich bei Ihnen um eine einmalige Notsituation handelt und Sie mit Ihrem Zirkus nach der kommenden Saison nicht wieder bei uns aufschlagen werden.“

Für Rojan birgt das Schreiben allerdings weiterhin Unsicherheit: „Nun wissen wir auch nicht, wo wir dran sind.“ Sie denkt, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. „Ich glaub' nicht mehr an Wunder“, sagt die Zirkuschefin.

Rotarypräsident Helmut Schmidt ist da optimistischer: „Eigentlich ist alles auf einem guten Weg.“ Der Rotary Club Bad Kreuznach-Nahetal hatte zahlreiche Spenden für die Familie organisiert und selbst die Kaution für die Strom- und Wasserversorgung des Zirkus gestellt. Das Geld, das bei den Stadtwerken hinterlegt ist, deckt den Verbrauch der Familie erst einmal ab. Einige Mitglieder und auch Privatleute spenden zudem weiterhin direkt an den Zirkus. Schmidt ergänzt: „Ich empfehle den Hilfswilligen immer, direkt mit der Familie zu sprechen. Die wissen am besten, was gerade gebraucht wird.“

Von unserer Reporterin Désirée Thorn

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