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Bad Kreuznach

Mit dem Kopf gegen den Schrank gestoßen

Mit tief zerrütteten Familienverhältnissen muss sich zurzeit das Bad Kreuznacher Amtsgericht befassen. Wegen Freiheitsberaubung ist ein 58 Jahre alter Familienvater angeklagt. Er soll seine Frau nach einem Streit mit ihrem Kopf gegen einen Schrank gestoßen und sie anschließend durchs Haus gejagt haben.

Bad Kreuznach – Mit tief zerrütteten Familienverhältnissen muss sich zurzeit das Bad Kreuznacher Amtsgericht befassen. Wegen Freiheitsberaubung ist ein 58 Jahre alter Familienvater angeklagt. Er soll seine Frau nach einem Streit mit ihrem Kopf gegen einen Schrank gestoßen und sie anschließend durchs Haus gejagt haben.

Seine Frau hatte keine Möglichkeit zur Flucht nach draußen, denn die Fenster waren abgeschlossen. Immer wieder habe ihr Ehemann sie in Ecken gedrängt, berichtete 51-Jährige vor Gericht. „Er war nicht mehr er selbst“, sagte sie. Zuletzt habe er sie am Kragen gepackt und vor die Tür gesetzt.


Neben dem Vater ist auch der Sohn angeklagt. Dem 30-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft Bedrohung und Beleidigung vor. Er soll seine Schwester mit einem Gewehr bedroht haben, damit sie den Haustürschlüssel herausgibt. Danach soll er sie übel beschimpft haben. Seine Schwester war zum Anwesen in der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach gefahren, um das Auto ihres Freundes zu holen.


Dieses Auto scheint auch der Anlass zum Streit der Eltern gewesen zu sein. Sie hatte erlaubt, das Auto auf dem Hof abzustellen. Auch ein Stapel dazu gehörender Reifen schien den Vater zu erzürnen. „Da waren Fremde auf dem Hof“, soll er gesagt haben. Die Frau sprach von einem übersteigerten Sicherheitsbedürfnis ihres Mannes, mit dem sie in Scheidung lebt.


Dieser bestreitet die Vorwürfe. Die Frau sei ihm hinterhergelaufen, habe sogar versucht, ihn mit einer Skulptur zu schlagen. Und seine Tochter bezeichnete der Vater als hoch aggressiv. Auch der Sohn streitet die Anschuldigungen ab.


Sie wolle nur in Ruhe und Frieden leben, erklärte die Tochter auf die Nachfrage des Richters und der Staatsanwältin, welche Vorstellungen sie vom Verfahrensausgang habe. Sie habe immer zu ihrem Vater gehalten, so die 25-Jährige. Auch als er in einem Baumarkt eine Schraube stahl und Hausverbot erhielt, oder er widerrechtlich mit seinem Wagen auf dem Firmengelände arbeitete, wo sie ihre Ausbildung absolvierte. Er hatte eine Parkkralle entfernt und die Schuld auf seine Tochter geschoben. Er behauptete, sie sei an diesem Tag mit dem Auto gefahren. Die junge Frau konnte aber das Gegenteil nachweisen. „Schlimm, wenn der eigene Vater einem so etwas antut“, sagte sie.


Zum Fall des Diebstahls unterstellte der Verteidiger des Sohnes, der auch schon den Vater vertreten hatte, ihm sei ein solcher Fall nicht bekannt, und bezichtigte unterschwellig die Tochter der Lüge. Die junge Frau konnte allerdings Unterlagen darüber vorlegen, die das Gericht überzeugten und Richter Artur Müller-Wewel veranlassten, eindringlich mahnende Worte an den Verteidiger zu richten. Der Prozess wird am 17. Februar um 9 Uhr fortgesetzt.

Rolf Müller

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