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    Bad Kreuznach

    Lebhafte Diskussionen mit den Kandidaten zum Thema Rente

    Hat die Große Koalition ihre Hausaufgaben in Sachen Rente gemacht oder ist das Generationenmodell in Zeiten von sinkenden Geburtenzahlen, Niedriglöhnen und Automatisierung überholt? 100 Besucher kamen zur Podiumsdiskussion der IG Bau ins Kreuznacher Bonhoeffer-Haus, um sich über die Standpunkte der Bundestagskandidaten des Wahlkreises zu informieren. Viele von ihnen treibt offensichtlich die Sorge um ihre Altersversorgung um.

    Die Podiumsrunde zum Thema Rente mit (von links) Manuela Holz, Herbert Drumm, Antje Lezius, Thomas Breuer, Joe Weingarten und Lothar Ackermann wurde moderiert von Elisabeth Kolz.  Foto: Josef Nürnberg
    Die Podiumsrunde zum Thema Rente mit (von links) Manuela Holz, Herbert Drumm, Antje Lezius, Thomas Breuer, Joe Weingarten und Lothar Ackermann wurde moderiert von Elisabeth Kolz.
    Foto: Josef Nürnberg

    Unter der Überschrift „Die Rente muss für ein gutes Leben reichen“ hatten die drei Kreisverbände der Gewerkschaft die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Lezius, Joe Weingarten (SPD), Herbert Drumm (FWG), Lothar Ackermann (FDP) und Manuela Holz (Die Linke) eingeladen. Die Kandidatin der Grünen, Christiane Weyand, musste leider absagen.

    Für die IG Bau saß Regionalleiter Thomas Breuer auf dem Podium, das Astrid Clauss mit den Positionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Thema Rente eröffnete. Der DGB kritisiert unter anderem, dass das Rentenniveau seit Jahren sinkt und die Auswirkungen der Niedriglohnjobs. „Wir brauchen einen Solidarausgleich für Niedriglöhne, eine Anhebung des Rentenbeitragssatzes und eine Stabilisierung, beziehungsweise langfristig eine Anhebung des Rentenniveaus“, fasste Clauss zusammen. Ihr Gewerkschaftskollege Thomas Breuer ging vor allem auf die Situation der körperlich schwer arbeitenden Erwerbstätigen ein und zog das Fazit: „Eines der reichsten Länder der Erde leistet sich eine schäbige Rente.“

    Der Mindestlohn war ein Thema, das sich mehr oder weniger in den Stellungnahmen der Politikerrunde spiegelte. CDU-Politikerin Lezius unterstrich, dass die DGB-Forderungen „nur in wirtschaftlichen guten Zeiten durchzusetzen“ seien. Aus ihrer Sicht hat die CDU/SPD-Koalition wesentliche Verbesserungen durchgesetzt, unter anderem mit der Flexirente. „Es war richtig, die Verhandlungen über den Mindestlohn an die Tarifpartner zu geben“, wehrte sich Lezius gegen die Kritik von Manuela Holz. Die Linke fordert einen Mindestlohn, der altersarmutsfest ist. „Der Anteil der Niedriglöhner im Kreis Bad Kreuznach ist enorm hoch“, so Holz. Ihre Partei fordert die Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent und die Einführung einer Bürgerversicherung.

    SPD-Kandidat Joe Weingarten sieht in den Niedriglöhnen gleichfalls eine „große Baustelle“, war aber bemüht, die Arbeit der Großen Koalition in Sachen Mindestlohneinführung als Pluspunkt hervorzuheben. „Damit haben wir zwei Millionen Menschen aus einer unmöglichen Situation geholt, aber das reicht nicht“, so Weingarten. Eine Bürgerversicherung würde der Sozialdemokrat gern mit auf den Weg bringen, allerdings sieht er große rechtliche Hindernisse.

    FDP-Kandidat Dr. Lothar Ackermann war es, der nach einer guten Stunde das berühmt-berüchtigte Rentenzitat Norbert Blüms in sein Statement einbaute. Ackermann sieht offenbar keinen dringenden Handlungsbedarf zu einer Rentenreform. Er sprach sich dafür aus, Hinterbliebene, insbesondere Alleinerziehende mit Kindern, besser zu stellen. Dr. Herbert Drumm ergänzte die rentenpolitische Position der Freien Wähler, für die er antritt, mit seiner Forderung nach einem grundlegend neuen System, sowohl für die Rentenversicherung als auch für die Steuern. „Die Automation wird zunehmen, und damit werden viele Menschen ihre Arbeit verlieren, dadurch werden wir auch eine andere Wertschöpfung haben“, führte Drumm aus. Aus diesem Grund sieht er eine Grundsicherung für alle als erforderlich an, die über Steuermittel finanziert werden sollte. Darüber hinaus sollte man für erwerbstätige einen Anreiz schaffen, weiter in die Rentenkasse einzuzahlen, damit Menschen, die mehr arbeiten, sich auch eine höhere Rente erarbeiten können. Christine Jäckel

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