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    Lauschieder blicken auf 2013: Windkraft soll den Haushalt retten  

    Schulden, sinkende Einwohnerzahlen, steigende Kosten und wenig Aussicht auf Besserung: Dennoch blicken die Lauschieder optimistisch in die Zukunft, stießen beim Neujahrsempfang im Foyer des Gemeindezentrums mit einem Gläschen Sekt auf 2013 an.

    Setzt sich weiter für Windräder auf dem Kahlen Hahn ein: der Lauschieder Ortsbürgermeister Willi Marx bei seiner Neujahrsansprache im Gemeindezentrum.
    Setzt sich weiter für Windräder auf dem Kahlen Hahn ein: der Lauschieder Ortsbürgermeister Willi Marx bei seiner Neujahrsansprache im Gemeindezentrum.
    Foto: Martin Köhler

    Lauschied - Schulden, sinkende Einwohnerzahlen, steigende Kosten und wenig Aussicht auf Besserung: Dennoch blicken die Lauschieder optimistisch in die Zukunft, stießen beim Neujahrsempfang im Foyer des Gemeindezentrums mit einem  Gläschen Sekt auf 2013 an.

    Ortsbürgermeister Wilhelm Marx ließ gewohnt ausführlich das Jahr 2012 Revue passieren und wagte einen Ausblick. So war die Einweihung des naturnahen Spielplatzes im Vorjahr ein zentrales Ereignis. „Der Spielplatz wird von unseren Kindern rege genutzt“, berichtete Marx vor gut 30 Zuhörern. Doch leider wurde jüngst die Spielpumpe zerstört. Er werde eine Strafanzeige gegen Unbekannt stellen, kündigte der Ortschef an.

    Wünschenswert wäre, wenn man das Gebäude Abbas an der Meisenheimer Straße 16 noch abreißen könnte, um es für dringend benötigte Parkplätze zu nutzen. Ebenfalls vor dem Abriss stehe das ehemalige Spritzenhaus. Der Vollzug lasse aber noch auf sich warten.

    In der Lauschieder Kindertagesstätte gab es einen Leitungswechsel. Allmählich kehre hier wieder Normalität ein, berichtete Willi Marx außerdem.

    Der Überschwemmungsproblematik im Neubaugebiet bei Starkregen werde man sich in diesem Frühjahr annehmen. Eine Familie habe bereits zugestimmt, dass eigene Grundstück für die Verlegung von Rohren zu öffnen. Somit können das Regenrückhaltebecken und zwei Schächte endlich gebaut werden. Ein Teil der Arbeiten soll ehrenamtlich erfolgen.  2013 stehen außerdem Sanierungsarbeiten an der Friedhofshalle an: Weil Vögel darin nisten, sei der Kot vor der Halle sehr unansehnlich, so Marx.

    Derweil trägt sich Willi Marx mit dem Gedanken, seine Arbeitszeit als Finanzbeamter um 15 Prozent zu kürzen, um die sechs freiwerdenden Wochenarbeitsstunden für seinen ehrenamtliche Funktion als Ortsbürgermeister zu nutzen. Als finanziellen Ausgleich würde er dann aber die OB-Vergügung behalten, statt wie bisher für Dorfprojekt wie den Spielplatzneubau zu spenden. „Noch kann ich mich jedoch nicht entscheiden“, sagte er beim Empfang.

    Marx dankte allen Helfern, den vielen Spendern und Sponsoren und wünschte auch dem Gemeinderat Gesundheit und Glück für das neue Jahr.

    Verärgert blickt der Lauschieder Rat auf die Verbandsgemeinde-Verwaltung. Willi Marx verlas beim Neujahrsempfang ein Beschwerdeschreiben an VG-Bürgermeister Rolf Kehl und alle Mitglieder des VG-Rates: „Leider wurde unser Antrag auf Ausweisung einer Sonderbaufläche für Windenergie am 26. Juni 2012 nur im Werksausschuss behandelt und abgelehnt. Zu dieser Sitzung wurde ich nicht eingeladen, obwohl zweifelsfrei die Belange unserer Gemeinde berührt wurden."

    Er wiederholt im Brief die Argumente, die für eigene, Lauschieder Windräder auf dem Kahlen Hahn sprächen: Die vorgeschlagene Fläche betrage mindestens 83 Hektar und gehöre der Gemeinde bereits. Sie sei bewaldet und laut einem Windgutachten „sehr gut geeignet“, um mittels Wind Strom zu erzeugen. Somit seien alle von der Landesregierung vorgegebenen Standortkriterien erfüllt. Marx bat den VG-Rat um Unterstützung. Nur wenn der Rat den    Flächennutzungsplan ändere, habe man überhaupt eine Chance, ein Zielabweichungsverfahren einleiten zu können. Marx wies darauf hin, dass der frühere Einwand der Verbandsgemeinde, entstehende Gutachterkosten nicht tragen zu wollen, gar nicht eintreten müsse; dann nämlich, wenn die Verbandsgemeinde mit den Projektträgern die Vereinbarung treffe, dass die Untersuchungskosten von den Unternehmen getragen würden.  

    Und: Lauschied will sich gegen die voraussichtlich fünf neuen Windräder auf den Gemarkungen Deslochs und Jeckenbachs, die nahe der Grenze zu Lauschied gebaut werden sollen, wehren. Ortsbürgermeister Marx schreibt an die Bauabteilung der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim, dass die Windräder einen Schall von 35 bis stellenweise 45 Dezibel erzeugten. Theoretisch seien zwar auch Desloch und Jeckenbach davon betroffen, doch die Hauptwindrichtung gehe nach Lauschied. „Wir Lauschieder werden die meisten Immissionen erdulden müssen. Dadurch kann die Gesundheit der südlich in unserem Dorf wohnenden Menschen beeinträchtigt werden." Zudem befürchtet Marx einen Wertverlust der Häuser und Grundstücke. „Warum gibt es im Kreis Bad Kreuznach keine Solidarpakte mit den Nachbargemeinden?“, fragt er die VG, und beauftragt die VG-Bauabteilung mit der Prüfung der Frage, wie viel Lärm  nachts in Wohngebieten zulässig sei. Demnächst gebe es zu diesem Thema eine neue Bürgerversammlung, kündigte  Marx an. Für 2013 wünscht er sich, dass die Verwaltung auch einmal wieder nach Lauschied kommt. (art)

     

     

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