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Bad Kreuznach

Kreuznacher Bahnhof: Kleine Erleichterung auf der Großbaustelle

Eigentlich sollte die Modernisierung des Bad Kreuznacher Bahnhofs in diesem Monat abgeschlossen werden. Doch statische Probleme beim Bau der Personenunterführung sorgen wie berichtet dafür, dass die Großbaustelle noch bis Sommer 2014 andauert und die Gesamtkosten von knapp 10 auf knapp 13 Millionen Euro steigen.

So geht's weiter am Bahnhof: Frank Höflich (Deutsche Bahn, von links) erläutert Gunther Enke, Zweckverband Schienenpersonennahverkehr, OB Heike Kaster-Meurer, Bahnhofsmanager Heinz-Jürgen Wolf und Wir
So geht's weiter am Bahnhof: Frank Höflich (Deutsche Bahn, von links) erläutert Gunther Enke, Zweckverband Schienenpersonennahverkehr, OB Heike Kaster-Meurer, Bahnhofsmanager Heinz-Jürgen Wolf und Wir
Foto: Stephan Brust

Bad Kreuznach – Eigentlich sollte die Modernisierung des Bad Kreuznacher Bahnhofs in diesem Monat abgeschlossen werden. Doch statische Probleme beim Bau der Personenunterführung sorgen wie berichtet dafür, dass die Großbaustelle noch bis Sommer 2014 andauert und die Gesamtkosten von knapp 10 auf knapp 13 Millionen Euro steigen.

Jetzt gibt es immerhin eine kleine Erleichterung für Reisende, die in Richtung Mainz fahren. Seit Montag fährt die Regionalbahn (RB 33) statt von Gleis 4 an Gleis 3 ab. Dadurch muss nur noch einer der beiden provisorischen Holztreppentürme passiert werden – und Rollstuhlfahrer oder Menschen, die schlecht zu Fuß sind, können das Gleis barrierefrei über die Burgenlandstraße erreichen.

„Damit haben wir einen Hauptkritikpunkt entschärft", ist Bahnhofsmanager Heinz-Jürgen Wolf sicher. Die Regelung gilt für alle Regionalbahnen nach Mainz mit Ausnahme der Züge um 8.11 Uhr (RB 13609) und 21.53 Uhr (RB 13639), die weiter ab Gleis 4 fahren. „Wichtig ist, dass die Züge eine Minute früher als bisher, also immer zur Minute 53 starten", betont Wolf. Ab Gensingen-Horrweiler seien die Zeiten dann wieder unverändert. „Ein Wermutstropfen ist, dass wir die Regelung nicht auch für die Regionalexpresszüge von Saarbrücken bis Frankfurt einrichten können", bedauert Gunther Enke vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd. „Aber die Züge würden sich auf Gleis 3 treffen – und das funktioniert natürlich nicht." Übrigens: Auf Gleis 3 gelangt man auch direkt über die Treppe an der früheren Lämmerbrücke.

Bad Kreuznachs Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer ist froh, dass „die Bahn versucht, die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten". Ganz seien diese bei solch einem Großprojekt nicht auszuschließen. „Aber der neue Fahrplan für die Züge nach Mainz und eine Tragehilfe von 12 bis 19 Uhr sind schon ein wichtiger Fortschritt", sagt Kaster-Meurer. Und Bahnhofsmanager Wolf fügt hinzu, dass ohnehin täglich ein Service-Mitarbeiter von 8 bis 20 Uhr ansprechbar sei. Darüber hinaus gebe es für behinderte Fahrgäste den Mobilitätsservice der Bahn, von 6 bis 22 Uhr über die Hotline 0180/551 25 12 erreichbar.

Frank Höflich, bei der Bahn für die Großbaustelle in Bad Kreuznach zuständig, berichtete derweil über die weiteren Baumaßnahmen bis zur Fertigstellung im Sommer 2014. Das Wichtigste: Der überarbeitete Ablauf sieht am zweiten Juli-Wochenende und am dritten September-Wochenende jeweils eine 56-stündige Vollsperrung der Gleise 1 und 2 (Juli) sowie der Gleise 3 und 4 (September) vor. In dieser Zeit werden 250 Tonnen schwere Betonteile mit einer Länge von 11,5 Metern als neue Fundamente für die Personenunterführung von einem Kran eingehoben. Die Teile werden am Ort hergestellt, das Plateau dafür wird gerade an Gleis 2 vorbereitet. „Das Ganze soll jeweils freitags um 20 Uhr beginnen und montagmorgens um 4 Uhr beendet sein. Da muss jedes Rädchen ins andere greifen", erläutert Höflich.

Begehbar wird die neue Unterführung voraussichtlich Ende des Jahres sein, dann ist auch der Durchstich von Gleis 5 zur Bosenheimer Straße fertig. Die provisorischen Holztreppentürme sollen Anfang 2014 abgebaut werden. Barrierefrei wird die Unterführung allerdings erst, wenn auch die vier Aufzüge installiert sind. „Das wird schon noch bis April 2014 dauern", rechnet Projektleiter Höflich.

Die wichtigsten Modernisierungsmaßnahmen im Überblick
Die Bahnsteige an den Gleisen 1 und 2 werden über einer Länge von 140 Metern sowie an den Gleisen 3 bis 5 über eine Länge von 213 Metern auf jeweils 55 Zentimeter erhöht. Alle Bahnsteige werden über Aufzüge an die neue Personenunterführung angeschlossen und somit barrierefrei erreichbar. Auch der Zugang vom Bahnhofsgebäude zu Steig 1 wird barrierefrei umgebaut. Darüber hinaus werden die Treppenanlagen von den Bahnsteigen zu den Unterführungen sowie die Dachanlagen entlang der Gleise erneuert. Eine große Erleichterung wird sicher die südliche Anbindung von Gleis 5 zur Bosenheimer Straße. Gesamtkosten für den barrierefreien Umbau: rund 13 Millionen Euro. Knapp 9 Millionen Euro trägt die Bahn, 3 Millionen das Land, knapp 1 Million die Stadt.

Stephan Brust

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