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    Kreis Bad Kreuznach

    Kitastreik geht wohl in die Verlängerung

    Eltern von Kindergartenkindern müssen damit rechnen, dass das Betreuungspersonal in der kommenden Woche erneut streikt.

    Am Montag war bereits die Kita Ilse-Staab geschlossen, am Dienstag 15 weitere Einrichtungen in der Stadt.
    Am Montag war bereits die Kita Ilse-Staab geschlossen, am Dienstag 15 weitere Einrichtungen in der Stadt.

    Von unserer Redakteurin Cordula Kabasch

    Kreis Bad Kreuznach. Der Kitastreik wird wohl weitergehen: Davon gehen Stadtjugendamtsleiterin Sabine Raab-Zell und ihr Kollege in der Kreisverwaltung, Andreas Domann, aus. Ab der kommenden Woche (ab 18. Mai) sind voraussichtlich die meisten städtischen Kindergärten und Einrichtungen in Trägerschaft der Gemeinden von Montag bis Freitag komplett geschlossen.

    Betroffen von dem Ausstand wären rein rechnerisch 3000 Kinder im Kreis und 1000 in der Stadt, wenn sich alle Kitas in öffentlicher Hand an den Arbeitskämpfen beteiligen, was aber nach aktuellem Stand nicht der Fall sein wird. Vereinzelt werden Einrichtungen geöffnet haben, erklärte Sabine Raab-Zell. Dabei dürfte es sich aber um Ausnahmen handeln. Ähnlich schätzt Andreas Domann vom Kreisjugendamt die Situation ein. Sicher ist das aber bisher nicht, da am heutigen Mittwoch weitere Einzelheiten zu erwarten sind.

     „Sollte es soweit kommen, wollen wir wieder Notgruppen anbieten“, sagt Sabine-Raab Zell Eltern von Kindern in städtischen Kitas zu, die alleinerziehend oder berufstätig sind und keinen Urlaub bekommen. Immerhin gab es gestern zehn solcher Notgruppen. Wie und wo diese in der kommenden Woche eingerichtet werden, hängt davon ab, welche Kindergärten bestreikt werden und wie viel Personal zur Verfügung steht. Die Stadtjugendamtsleiterin hatte in einem Elternbrief bereits darum gebeten, dass sich betroffene Mütter und Väter um eine alternative Betreuung kümmern mögen (wir berichteten bereits).

    Trotzdem möchte Sabine Raab-Zell kurzfristig einen weiteren Rundbrief zum aktuellen Stand verfassen - doch viel Zeit bleibt ihr dafür nicht. Erst am heutigen Mittwoch kann die Jugendamtsleiterin dann die Kitas abtelefonieren, um zu erfahren, welche bestreikt werden. Da die Kindergärten am Donnerstag wegen Christi Himmelfahrt geschlossen sind und mehrere Einrichtungen für Freitag einen Brückentag angesetzt haben, muss die Information an die Eltern heute noch rausgehen. Die Kitaleitungen werden sich daher zudem direkt mit den Eltern absprechen, die keine Betreuung für ihre Kinder sicherstellen können.

    In manchen Städten sind bereits hilfsbereite Eltern und Großeltern eingesprungen und haben die Aufsicht über die Kinder in den Kitas übernommen, berichtet Andreas Domann vom Kreisjugendamt. „Sollten Eltern oder Großeltern in den Einrichtungen die Betreuung im Streikfall übernehmen, besteht für sie gesetzlicher Unfallversicherungsschutz, wenn die Kommune den Auftrag zur befristeten Betreuungsübernahme erteilt.“

    Die Stadtjugendamtsleiterin jedenfalls hat Verständnis dafür, dass sich die Erzieherinnen mit den Tarifauseinandersetzungen auch eine Anerkennung ihrer Arbeit wünschen. „Bei Jobs im sozialen Bereich heißt es schnell: ,Das kann ja jeder'“, weiß sie. Dabei sind die Anforderungen an das Betreuungspersonal stetig gestiegen, unterstreicht Sabine Raab-Zell, vor allem durch die Entwicklung im Krippenbereich bei den ein- und zweijährigen Kindern, aber auch durch Dokumentationspflichten, Elterngespräche und Bildungs- und Erziehungsempfehlungen, die für Kitas gelten.

    Am Dienstag waren übrigens 15 von 16 kommunalen Einrichtungen dicht, wobei die Kita Ilse-Staab bereits am Montag bestreikt wurde. Im Kreisgebiet waren 18 Kindergärten geschlossen, was etwa die Hälfte aller Einrichtungen in Trägerschaft der Ortsgemeinden ausmacht. Zwei Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben ihre Kinder an den Arbeitsplatz mitgebracht, was Landrat Franz-Josef Diel angeboten hatte. Geöffnet bleiben hingegen kirchliche Kindergärten, die ein eigenständiges Arbeitsrecht haben, weswegen sich ihre Mitarbeiter grundsätzlich nicht an Arbeitskämpfen beteiligen dürfen.

    Ausgelernte Erzieherinnen erhalten in kommunalen Kindertagesstätten in Bad Kreuznach laut Stadtjugendamt im ersten Angestelltenjahr 2366 Euro brutto, dann drei Jahre lang 2589 Euro. In Stufe drei beträgt das Gehalt für die Dauer von vier Jahren 2768 Euro und liegt in Stufe vier bei 2946. Nach insgesamt 17 Berufsjahren (ohne Ausbildung) liegt der Verdienst bei 3108 Euro brutto. Die Ausbildung zur Erzieherin dauert fünf Jahre inklusive Berufspraktikum und findet an einer Berufsfachschule statt wie etwa der Fachschule für Sozialwesen der Kreuznacher Diakonie. 

    Bad Kreuznach
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