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    Planig

    Hochwasserschutzdamm wieder geschleift

    Gut gedacht ist noch nicht gut gemacht. Die Baufirma, die bei Optimierungsarbeiten (30 000 Euro) einen kleinen Damm amAppelbach aufschüttete, musste ihn am Dienstag wieder schleifen.

    Norbert Huy zeigt auf den Beginn des kleinen Appelbachdamms, der bis vorgestern noch bis zur 100 Meter entfernten Brücke ging.
    Norbert Huy zeigt auf den Beginn des kleinen Appelbachdamms, der bis vorgestern noch bis zur 100 Meter entfernten Brücke ging.
    Foto: Armin Seibert

    Planig - Gut gedacht ist noch nicht gut gemacht. Die Baufirma, die bei Optimierungsarbeiten (30 000 Euro) einen kleinen Damm amAppelbach aufschüttete, musste ihn am Dienstag wieder schleifen.

    Im Februar wurde bei Optimierungsarbeiten unterhalb der Römerdorfbrücke das Bachbett geglättet.
    Im Februar wurde bei Optimierungsarbeiten unterhalb der Römerdorfbrücke das Bachbett geglättet.
    Foto: Armin Seibert

    Die Genehmigungsbehörden, die das Gesamtprojekt inPlanig (1,5 Millionen Euro) noch abnehmen müssen, hätten sonst nicht mitgespielt meint Ulrich Deveaux von der unteren Wasserbehörde des Kreises.

    So sah es noch vor wenigen Wochen an der Römerdorfbrücke in Planig aus. Jetzt sind die Hecken entfernt. Das müsste für einen geordneten Hochwasserabfluss reichen, meint die untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung
    So sah es noch vor wenigen Wochen an der Römerdorfbrücke in Planig aus. Jetzt sind die Hecken entfernt. Das müsste für einen geordneten Hochwasserabfluss reichen, meint die untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung
    Foto: Armin Seibert

     Ein kleiner Damm am Appelbach, der gerade erst nach dem Januar-Hochwasser im Zuge von Optimierungsarbeiten modelliert worden war, wurde am Dienstag wieder geschleift. Die Anlieger sind platt. Norbert Huy aus der nahgelegenen Keltenstraße kann’s nicht fassen: „Nicht nachvollziehbar, dass man was baut und dann wieder abreißt!“

    Dort wo im Januar die Feuerwehr Sandsäcke stapelte, wurde ein kleiner Damm aufgeschichtet. Bachaufwärts wurde er wieder geschleift. Die Anlieger verstehen das nicht.
    Dort wo im Januar die Feuerwehr Sandsäcke stapelte, wurde ein kleiner Damm aufgeschichtet. Bachaufwärts wurde er wieder geschleift. Die Anlieger verstehen das nicht.
    Foto: Armin Seibert


    Ulrich Deveaux von der unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung atmet tief durch, als wir ihn nach dem Grund der Maßnahme fragen. Er sagt: „Ja, im ursprünglichen Plan war der Damm so nicht vorgesehen.“

    An der Planiger Römerdorfbrücke wird klar, was die Anlieger unterhalb nervt: Oben ist alles schön durch Betonelemente geschützt, unten kann der Bach aus dem Bett. Dass der Weg längs des Bachs ausgebaut und höhergelegt wurde, reicht ihnen nicht als Argument.
    An der Planiger Römerdorfbrücke wird klar, was die Anlieger unterhalb nervt: Oben ist alles schön durch Betonelemente geschützt, unten kann der Bach aus dem Bett. Dass der Weg längs des Bachs ausgebaut und höhergelegt wurde, reicht ihnen nicht als Argument.
    Foto: Armin Seibert

    Die Baufirma, die den Weg von der Römerdorfbrücke aus appelbachabwärts ausbaute, modellierte einen etwa 50 Zentimeter hohen Damm bis hoch zur Brücke.

    Das war zuviel des Guten. Auf unsere Nachfrage räumt Deveaux ein, dass sich Anlieger auf der anderen Appelbachseite, in der Burgunderstraße, über den einseitigen Deichbau beschwert und gleiche Behandlung für alle gefordert hätten.

    Das kann Norbert Huy sogar nachvollziehen: „Man hätte doch beidseitig einen kleinen Damm aufschütten können. Dann wären alle zufrieden gewesen.“

    Dass bei der Bachbettmodellierung Sträucher entfernt und die Aufnahmefähigkeit des Abflussprofils erhöht wurde, bringt im Notfall zu wenig, meint Huy. Deveaux ist anderer Meinung. Das Dämmchen sei nur dort geplant gewesen, wo die Planiger Feuerwehr beim jüngsten Hochwasser Sandsäcke zum Schutz gegen die Fluten aufgestapelt hatte.

    Huy meint aber: „Beim nächsten Hochwasser stapelt die Feuerwehr wieder Sandsäcke. Nämlich dort, wo jetzt geschleift wurde.

    Dann hat man im Prinzip ja auch einen Damm, der die Nachbarn auf der anderen Seite stört.“ Auf der anderen Bachseite war das Wasser bei der Januarflut nicht so hoch gestiegen. Die Anlieger sahen es vor der Haustür stehen. Damals flossen 15 Kubikmeter pro Sekunde.
    Was Huy nachdenklich macht: Innerhalb der Ortslage oberhalb der Römerdorfbrücke sei der Bachlauf mit Betonmauern für ein Hochwasser gerüstet, dass nur alle 25 Jahre eintritt. Unterhalb der Brücke aber nur ein Schutz für ein 15-jährliches Ereignis gegeben.

    Seine Schlussfolgerung: Steigt das Wasser höher als im Januar, als nur eine Handbreit bis zum „Überlaufen“ fehlte, läuft die große Badewanne schnell voll.
    Hundert Meter unterhalb der Brücke beginnt nämlich der kleine Damm, der vorm Überlaufen schützt, das Überflutungsgebiet aber staut. Die „Badewanne“ könnte nicht leer laufen. „Die einen beschweren sich, dass der Damm da ist. Die anderen, dass er weg ist“, resümiert Deveaux.

    Er sieht die Situation nicht so kritisch. Der Hochwasserschutz, der von der Genehmigung bis zu Entschädigungszahlungen 1,5 Millionen Euro kostete, sei in Planig für ein 20-jährliches Ereignis ausgelegt. Hie und da gebe es im Querschnitt Unterschiede. Wenn bei einem Hochwasser ein Baum quer stecke, sei man schnell bei einem 50-jährlichen Ereignis an der jeweiligen Engstelle, sagt der Fachmann.
    Endgültige Abhilfe könnte ein Bauwerk acht Kilometer bachaufwärts bringen: Zwischen Badenheim und Wöllstein ist ein 350 000 Kubikmeter fassender Polder geplant. Der schützt dann Badenheim, Pfaffen-Schwabenheim und natürlich Planig. Ulrich Deveaux: „In diesem Jahr ist die Planfeststellung vorgesehen, nächstes Jahr soll der Bau beginnen.“

    Links des Bachs gibt es Felder, die tiefer liegen als das Bachufer. Dort werden drei Becken errichtet, die bei Hochwasser nacheinander volllaufen und durch Drosselrohre das Wasser an den Bach abgeben. Folge: Dann sollte das Hochwasser in Planig nicht mehr höher steigen als im Januar

    . Der Polder wird seit der großen Appelbachflut 1978 diskutiert. „Ich glaub's erst, wenn ich es sehe“, sagt Norbert Huy, der die Flut vor 33 Jahren im Haus hatte. Damals stand gerade sein Rohbau.

    Bad Kreuznach
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