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    Kreis Bad Kreuznach

    Feuerwehren im Kreis Bad Kreuznach planen Austritt aus dem Landesverband – Kritik an Beitragserhöhung

    Feuer unterm Dach der Feuerwehr: Der Feuerwehrverband des Kreises Bad Kreuznach plant den Austritt aus dem Landesfeuerwehrverband. Grund ist die vom Verband zum 1. Januar 2013 beschlossene Erhöhung des Jahresbeitrags von 2,10 auf 3,60 Euro pro aktivem Mitglied.

    Der Kreisverband zählt etwa 2000 aktive Feuerwehrleute im Kreis. Sie sind immer zur Stelle, wenn es brennt – wie hier im Freilichtmuseum Bad Sobernheim 2011.
    Der Kreisverband zählt etwa 2000 aktive Feuerwehrleute im Kreis. Sie sind immer zur Stelle, wenn es brennt – wie hier im Freilichtmuseum Bad Sobernheim 2011.
    Foto: Sebastian Schmit

    Kreis Bad Kreuznach - Feuer unterm Dach der Feuerwehr: Der Feuerwehrverband des Kreises Bad Kreuznach plant den Austritt aus dem Landesfeuerwehrverband. Grund ist die vom Verband zum 1. Januar 2013 beschlossene Erhöhung des Jahresbeitrags von 2,10 auf 3,60 Euro pro aktivem Mitglied.

    Noch ist allerdings nichts entschieden: „Ob wir aus dem Landesverband austreten, entscheidet die Delegiertenversammlung am 31. Mai in Martinstein“, berichtet Norbert Jung, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, auf Anfrage unserer Zeitung.

    Bis dahin soll geklärt werden, ob der Kreisverband stattdessen unter das Dach des Deutschen Feuerwehrverbands schlüpfen kann, oder ob die Verbandsgemeinden im Kreis sowie die Städte Bad Kreuznach und Kirn den Beitragsaufschlag für ihre Wehren schultern. Sie finanzieren bislang die Landesverbandsbeiträge für die rund 2000 aktiven Feuerwehrleute im Kreisgebiet. In der VG Rüdesheim wird der 1,50 Euro höhere Beitrag allerdings wohl in jedem Fall an den Einheiten in den jeweiligen Ortsgemeinden hängen bleiben. Rüdesheim trägt laut Jung als einzige Kreis-VG diesen Beitrag nicht. Offizielle Anfragen an die VGs und Städte sollen in den nächsten Tagen rausgehen.

    Der Kreisverband ist nicht der einzige, der mit der Erhöhung der Mitgliedsbeiträge durch den Landesverband mit Sitz in Koblenz hadert. Die Wehrkollegen im Rhein-Lahn-Kreis haben schon zum Jahreswechsel Nägel mit Köpfen gemacht und den Landesverband verlassen – mit mehr als 10 000 Mitgliedern, davon gut 3000 Aktive.

    So eilig wollten die Wehrleute im Kreis dem Dachverband nicht den Rücken drehen. „Wir wollen uns keinen Zeitdruck machen und erst alle Informationen rund um einen Austritt prüfen“, betont Jung. Er hofft bis Ende Februar auf Rückmeldung der Kommunen und Verbandsgemeinden im Kreis, ob die Bereitschaft da ist, den Aufschlag über die Haushalte zu finanzieren.
    Immerhin datiert die letzte Beitragserhöhung aus dem Jahr 1992. Dann wäre der Austritt wohl vom Tisch. Ende April wird sich dann der Deutsche Feuerwehrverband damit beschäftigen, ob er die Kreisverbände Kreuznach und Rhein-Lahn aufnimmt – die beide einen entsprechenden Antrag gestellt haben.

    Die Kritik beider Kreisverbände an der Beitragserhöhung entzündet sich vor allem daran, dass beim Landesfeuerwehrverband, der einen Geschäftsführer und zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt, weiteres Einsparpotenzial vermutet wird – etwa bei Reisekosten, Versicherungskosten und Fuhrpark. „Es werden Gelder ausgegeben für Dinge, die nicht sein müssten“, sagt Jung, der für eine Beschränkung des Verbands auf seine Kernaufgaben plädiert.

    „Wir sind uns völlig einig, dass auch intern weiterhin gespart werden muss“, betont Landesverbandspräsident Frank Hachemer, der erst seit Oktober an der Verbandsspitze steht. Dies geschehe parallel und er sei offen für weitere Sparvorschläge. Trotz aller Sparanstrengungen werde man aber nicht ohne die Erhöhung auskommen, die mit großer Mehrheit beschlossen worden sei.
    Hauptgrund für die Misere sind die Einschnitte bei der Landesförderung. Statt eines jährlichen Pauschalbetrags gebe es nurmehr Projektzuschüsse in Höhe von 60 Prozent vom Land, erklärt Hachemer. Die restlichen 40 Prozent müsse der Verband selbst aufbringen. Und das vor allem aus Mitgliedsbeiträgen, denn Spenden minderten den Landesanteil. Hachemer sieht daher keine Alternative zum beschlossenen Aufschlag. „Sonst wäre der Verband als Interessenvertretung nicht mehr arbeitsfähig“, macht er deutlich und spricht mit Blick auf die Aussteiger von „Entsolidarisierung“.

    Dieses Jahr zahlt der Kreisverband Bad Kreuznach die Erhöhung – insgesamt rund 3000 Euro – aus eigenen Mitteln, erläutert Norbert Jung. Für 2013 reiche das Geld in der Kasse, danach müsse eine Lösung her. Lautet sie Austritt, muss die Kündigung an den Landesverband bis spätestens 30. September erfolgen.

    Silke Jungbluth-Sepp

    Bad Kreuznach
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