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    Idar-Oberstein

    Direktkandidaten im PORTRÄT Früherer Altenpflegerin geht es um mehr Gerechtigkeit

    Es gibt ein Wort, das Manuela Holz beim Treffen mit unserer Zeitung im Obersteiner Café Kredenz besonders häufig benutzt, um den Antrieb für ihr politisches Engagement deutlich zu machen. Gerechtigkeit oder eben der Umstand, dass sie aus ihrer Sicht in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens fehlt – das ist es, was die Bundestagsdirektkandidatin der Partei Die Linke umtreibt.

    „Ich liebe es, im Café zu sitzen und dabei mit meinem Gesprächspartner zu diskutieren“, sagt Manuela Holz. Die Kandidatin der Partei Die Linke aus Idar-Oberstein widmet sich in ihrer Freizeit zudem gern der Korbflechterei. Foto: Axel Munsteiner
    „Ich liebe es, im Café zu sitzen und dabei mit meinem Gesprächspartner zu diskutieren“, sagt Manuela Holz. Die Kandidatin der Partei Die Linke aus Idar-Oberstein widmet sich in ihrer Freizeit zudem gern der Korbflechterei.
    Foto: Axel Munsteiner

    Nachdem die 52-jährige Idar-Obersteinerin bereits 2016 im Kreis Birkenfeld als Bewerberin bei den Landtagswahlen antrat, 3,2 Prozent der Erststimmen erhielt und damit besser als das Zweitstimmenergebnis ihrer Partei (2,9 Prozent) abschnitt, wirft sie nun am 24. September als Aspirantin im Wahlkreis Bad Kreuznach/Birkenfeld ihren Hut bei der Bundestagswahl hin.

    Dabei ist Holz sehr wohl bewusst, dass sie kaum realistische Chancen auf den Einzug in den Berliner Reichstag hat. Das Direktmandat werden wohl andere gewinnen und Platz 5 auf der Landesliste der Linken kaum reichen. „Bundestagsabgeordnete zu werden, ist auch gar nicht das Hauptansinnen bei meiner Kandidatur. Ich möchte Themen wie soziale Gerechtigkeit und Friedenspolitik aus einer anderen Perspektive in die Öffentlichkeit tragen und meine Stimme gegen den Sozialabbau erheben“, sagt sie.

    Schon in der Schule habe sie große Probleme gehabt, wenn es nach ihrer Meinung ungerecht zuging, und das hat sich später auch im Berufsleben fortgesetzt. Manuela Holz stammt aus Weyhe, einem Ort in der Nähe von Bremen. Dort machte sie zunächst eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester, bevor sie Alten- und Krankenpflegerin wurde und teilweise auch Leitungsfunktionen ausübte.

    In ihrem Job und dem Umgang mit den ihr Anvertrauten sei es ihr immer wichtig gewesen, „dass alle Menschen gleich sind und deshalb auch die gleiche Behandlung und Aufmerksamkeit verdienen, egal ob einer früher Bankvorstand oder kleiner Arbeiter war“, sagt die Mutter von vier erwachsenen Kindern. In der Praxis sei das aber wegen des rigorosen Sparkurses im Gesundheitswesen oft nur schwer umsetzbar, kritisiert sie.

    Aus gesundheitlichen Gründen kann Manuela Holz ihren Beruf inzwischen nicht mehr ausüben. Sie bezieht eine Erwerbsminderungsrente und betont: „Ich bin der lebende Beweis dafür, dass fast 35 Jahre Arbeit in der Pflege körperlich an die Substanz gehen und eigentlich nicht zu schaffen sind.“

    2010 zog Manuela Holz, die nach einer Scheidung inzwischen einen neuen Lebenspartner gefunden hat, in den Kreis Birkenfeld um und ließ sich in Idar nieder. Erst dort trat sie 2014 in die Partei Die Linke ein. Das heißt aber nicht, dass sie vorher nicht am Zeitgeschehen interessiert gewesen sei. Im Gegenteil: In ihrer Familie wurde oft über politische Themen diskutiert.

    Ihre Großmutter war zum Beispiel Sozialistin und wurde deshalb vom Hitler-Regime verhaftet und ins Konzentrationslager Bergen-Belsen gesteckt, was sie nur mit Glück überlebte. Manuela Holz selbst sympathisierte zunächst mit der DKP (Deutsche Kommunistische Partei) und fühlte sich später, als Oskar Lafontaine Bundesvorsitzender war, eher der SPD verbunden, ohne je einer dieser Parteien angehört zu haben. Von den Genossen wandte sich Manuela Holz aber ab, als in der Ära von Kanzler Gerhard Schröder die Agenda 2010 beschlossen wurde, die aus Sicht der 52-Jährigen eine „große Ungerechtigkeit ist, weil aus wirtschaftlichen Gründen viele Menschen zugunsten einiger weniger deklassiert wurden“.

    In ihrer Freizeit widmet sich die Kandidatin der Linken gern der Korbflechterei. „Das entspannt und fördert die Kreativität“, sagt Holz, die außerdem die Fotografie als Hobby nennt und es genießt, dass ihre neue Heimat eine so waldreiche Gegend und damit ideal für Spaziergänge, Nordic-Walking oder Fahrrad fahren ist. Auch eine gute Lektüre, die durchaus auch spannend sein darf, nimmt die 52-Jährige gern an. Dabei liegen ihre Vorlieben bei Fantasyromanen, Büchern von Sebastian Fitzek oder Krimis aus Norddeutschland, „bei denen oft auch der Humor und die Eigenheiten der Menschen in meiner alten Heimat gut beschrieben werden“, sagt Manuela Holz abschließend. Axel Munsteiner

    Bad Kreuznach
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