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    Bad Kreuznach

    Der neue Polizeichef: Ein Mann mit Prinzipien

    Seine Vita liest sich beeindruckend. Christian Kirchner ist Polizist mit Leib und Seele. Ein Vorzeigeexemplar.

    Der neue Polizeichef in Bad Kreuznach: Christian Kirchner.
    Der neue Polizeichef in Bad Kreuznach: Christian Kirchner.
    Foto: Gustl Stumpf

    Anfang Juli hat er die Leitung der Polizeiinspektion Bad Kreuznach übernommen. Mit 43 Jahren. 24 davon im Polizeidienst. „Ich bin bei der Polizei groß geworden“, sagt er im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“.

    Christian Kirchner ist ein Mann mit Prinzipien, der weiß, was er will. Den Menschen ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln, für die Kollegen da zu sein, aber auch das Private nicht zu vernachlässigen, sind ihm wichtige Anliegen. Wenn seine beiden Söhne (11 und 13 Jahre jung) bei ihm sind – mit seiner Ex-Frau hat er sich nach der Scheidung 2015 auf geteilte Betreuung der Kinder geeinigt – versucht er so viel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen. Da kommt ihm der neue Karriereschritt natürlich entgegen, denn zum ersten Mal überhaupt arbeitet er dort, wo er lebt: in Bad Kreuznach.

    „Hier bin ich verwurzelt, hier fühle ich mich wohl“, erklärte er bereits bei seiner Amtseinführung im Juli. Davor war Kirchner viereinhalb Jahre lang Dozent an der rheinland-pfälzischen Polizeihochschule am Campus Hahn, lehrte Strafrecht und begleitete junge Kollegen bei ihrem Bachelorstudium zum Polizeikommissar. „Das lag mir sehr und hat Spaß gemacht“, beschreibt er im Rückblick diesen Lebensabschnitt.

    Ursprünglich wollte Kirchner mal Fotograf werden, absolvierte als Schüler sogar ein Praktikum. Aber nach dem Abi 1993 am Lina-Hilger-Gymnasium (LiHi) in Bad Kreuznach ist klar, wohin der Weg führt. Dass er sportlich sehr aktiv ist, erleichtert seine Entscheidung. Immerhin wird er im September 1992 im LiHi-Vierer beim Ruderwettbewerb Jugend trainiert für Olympia Bundessieger.

    Ein Jahr später beginnt Kirchner seine Ausbildung in Enkenbach. Als Polizeimeister geht es dann nach Mainz (Neustadtrevier), parallel studiert er auf dem Hahn (1996 bis 1999) und wechselt 2001 als Dienstgruppenleiter nach Alzey. 2006, bei der Fußball-WM in Deutschland, hospitiert er in der Mainzer Polizeidirektion, ist für Planung und Einsätze an den Spielorten Kaiserslautern und Frankfurt verantwortlich. Weitere Stationen ab 2009: Landeskriminalamt, Polizeiinspektion Koblenz, Masterstudium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster.

    Eine interessante Zeit, schließlich erfährt er im Austausch mit Kommilitonen aus dem gesamten Bundesgebiet, wie die Polizeien in anderen Bundesländern ticken. Zurück in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz ist er für den höheren Polizeivollzugsdienst qualifiziert. Nun darf er größere Dienststellen führen, besondere Aufgaben wahrnehmen oder bei der Aus- und Fortbildung mitwirken. Da kommt der Ruf der Polizeihochschule Hahn gerade recht. „Ein anspruchsvoller Job“, sagt Kirchner. Im Hinterkopf hat er, inzwischen Polizeioberrat, aber stets seine Rückkehr nach Bad Kreuznach.

    Als sich die Chance bietet, weil seine Vorgängerin Corinna Koch mit Mainz liebäugelt, greift er zu. Koch hinterlässt eine funktionierende Einheit mit jungen und motivierten Polizisten sowie einigen erfahrenen Kräften wie dem stellvertretenden Dienststellenleiter Arndt Hebel. Das macht den Einstieg leicht. „Da läuft alles rund“, freut sich Kirchner. Einige der jungen Kräfte hat er als Dozent unterrichtet. Das passt. Nach den ersten Wochen jedenfalls ist er sicher: Die gegenseitige Erwartungshaltung hat sich erfüllt.

    Für 113 Mitarbeiter, davon 109 Polizisten, trägt er nun die Verantwortung. Alle sind sehr belastbar und leistungsfähig, urteilt Kirchner. Dass die Kollegen bisweilen beschimpft und sogar angegriffen werden, dass die Hemmschwelle im Umgang mit der Polizei insgesamt gesunken ist, was oft bei relativ unbedeutenden Einsätzen deutlich wird, sei leider schon Alltag, „gilt aber nicht nur für Bad Kreuznach“.

    Wir wollen für die Bürger da sein“, verspricht Kirchner und sieht die öffentliche Sicherheit objektiv gewahrt. Ein Eindruck, der nicht immer mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Menschen übereinstimmt, das ist ihm klar. Aber: „Wir sind auf Hinweise und Anzeigen angewiesen.“ Das Aufenthaltsverbot an drei Brennpunkten der Stadt ist nach seiner Auffassung ein Erfolg. „Jetzt haben wir mit Platzverweis und Bußgeld wenigstens eine Handhabe“, unterstreicht Kirchner. Er kennt die Stadt, die Mentalität der Bürger, und er weiß, was er will.

    Von unserem Redaktionsleiter Gustl Stumpf

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