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Bad Kreuznach

"Daheem bleibt daheem": De Hombes begrüßt fortan die Reisenden am Kreuznacher Bahnhof

Marian Ristow

„Kreiznach e'mol hinner sich losse is scheen. Widder heem komme, noch viil scheener! Denn daheem bleibt daheem!“ steht in schwarzen Lettern auf der beigefarbenen Wand der Bahnhofhalle geschrieben. Dieser Spruch begrüßt und verabschiedet künftig die Gäste des Bad Kreuznacher Bahnhofes. Und wer wäre da geeigneter als das lebende Original, De Hombes, der im echten Leben Rudolf Hornberger heißt?

De Hombes, bürgerlich Rudolf Hornberger, freut sich über die Würdigung in der Bahnhofshalle. Ganz nach dem Motto: „Bad Kreuznach verlassen ist schön, heimkommen aber noch viel schöner.“
De Hombes, bürgerlich Rudolf Hornberger, freut sich über die Würdigung in der Bahnhofshalle. Ganz nach dem Motto: „Bad Kreuznach verlassen ist schön, heimkommen aber noch viel schöner.“
Foto: Marian Ristow

De Hombes, mittlerweile 87 Jahre alt, gesundheitlich leicht angeschlagen, aber immer noch munter und rege unterwegs, weilte bei der offiziellen Eröffnung seines Begrüßungssprüchleins in der Bahnhofshalle am Montagvormittag vor Ort.

Mitarbeiterin Doris Fließbach (links) und Marco Fuchs (rechts), Leiter Arbeitsgebiet Operations von der Deutschen Bahn, vor dem Servicebüro
Mitarbeiterin Doris Fließbach (links) und Marco Fuchs (rechts), Leiter Arbeitsgebiet Operations von der Deutschen Bahn, vor dem Servicebüro
Foto: Marian Ristow

Hornberger verbindet mit dem Bahnhof auch persönliche Erinnerungen. Das Grundstück gehörte früher seinem Urgroßvater, die Zimmerei Kossmann stand dort einst. „Nach dem Krieg fingen wir dort als Kinder am Wasser Frösche und begrüßten die anrückenden Amerikaner“, erinnerte sich der Autor beim Ortstermin.

Für Benjamin Schmidt, zuständiger Manager der Deutschen Bahn (DB) für die Bahnhöfe in Südhessen und im nördlichen Rheinland-Pfalz, ein Glücksfall. Der Mundartdichter war erster Ansprechpartner. „Die Kommunikation mit ihm lief ganz komplikationslos via E-Mail. Das fand ich klasse“, gab Schmidt zu Protokoll. „Ich habe natürlich in Mundart geschrieben, da hatte er was zu lesen“, antwortete Hornberger augenzwinkernd. Mit der Verschönerungsaktion habe man das Bahnhofsgebäude weiter aufwerten wollen, so der Tenor der Bahnverantwortlichen. Generell sei es so, dass man sich als Deutsche Bahn nicht davor scheue, in die Gebäude zu investieren, auch über das erforderliche Maß hinaus. „Klar würden wir gern die Räumlichkeiten insgesamt noch ansprechender gestalten, aber wir müssen uns natürlich immer wieder fragen, ob es Sinn macht, wenn nach kurzer Zeit alles wieder zerstört wird“, weist Schmidt auf den Vandalismus hin, der nach wie vor eines der Hauptprobleme bei öffentlichen Gebäuden wie Bahnhöfen ist. In Bad Kreuznach aber nicht mehr als bei anderen Standorten auch. Auch kulturelle Schmankerl wie Bilderausstellungen wären denkbar. „Da fehlt uns dann aber das Personal, das die Bilder abends wieder wegschließt“, sagte Bahnhofsmanager Schmidt.

Erfreulicher ist dagegen der Service, den die Bahn älteren oder versehrten Reisenden anbietet. Und das auch nicht erst seit gestern, wie der DB-Mann bemerkte. Wer Probleme beim Ein-, Aus- oder Umsteigen hat, dabei Hilfe braucht oder Informationen über Anschlussverbindungen benötigt, kann sich von 8 bis 20 Uhr an den täglich besetzten Servicepunkt an Gleis 1 wenden. Schmidt stellte aber sofort klar: „Unsere Leute agieren da natürlich nicht als reine Kofferträger.“ Kofferträger? Das rief umgehend Geschichtenerzähler Hombes auf den Plan. „De Debbedee, das Kreuznacher Original, hat hier früher als Kofferträger gearbeitet.“ Der, so Hornberger, habe aber Geld dafür genommen.

Wer den Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich darüber informieren und auch vorab anmelden. Der DB-Mobilitätsservice ist unter Tel. 0180/651 25 12 erreichbar.

Von unserem Redakteur Marian Ristow

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