40.000
Aus unserem Archiv
Mittelrhein

Zustimmung, Skepsis, Kritik: Buga 2031 sorgt für Gesprächsstoff am Mittelrhein

Die Buga 2031 sorgt für Aufbruchstimmung im Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die Machbarkeitsstudie, die den kommunalen Entscheidern am vergangenen Samstag bei zwei Schiffstouren auf dem Rhein vorgestellt wurde, stößt vielerorts auf Zustimmung und mancherorts auf Skepsis. Wir haben einige Stimmen gesammelt.

Auch am Fuße der Markburg in Braubach stehen fast acht Hektar Buga-Flächen zur Verfügung. Foto: Andreas Jöckel
Auch am Fuße der Markburg in Braubach stehen fast acht Hektar Buga-Flächen zur Verfügung.
Foto: Andreas Jöckel – aj

Bei einem Gesamtbudget von 108 Millionen Euro wird mit einer Beteiligung der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen von 54,9 Millionen Euro und Erlösen von 38,7 Millionen Euro kalkuliert. Die Kommunen im Zweckverband müssen insgesamt 14,4 Millionen Euro aufbringen – finanziert über 35 Jahre ab 2020.

Zuversicht an der Loreley

Das Fazit des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Loreley, Werner Groß, fiel unmittelbar nach der Präsentation der Buga-Pläne für das Mittelrheintal eindeutig aus: „Weiter so!“ Laut Groß hat die VG nach der Fusion von Loreley und Braubach ein touristisches Konzept auf den Weg gebracht. Nicht zuletzt wird derzeit die Felsspitze auf dem Loreley-Plateau für mehr als 6 Millionen Euro in einen Kultur- und Landschaftspark umgestaltet: „Dieses Projekt kann zwar auch für sich allein stehen, aber es ergibt im Hinblick auf eine Buga 2031 noch mehr Sinn.“ Als Lokation für Großveranstaltungen ist die Loreley-Freilichtbühne bei der Buga ebenso gesetzt wie das Loreley-Plateau mit mehr als 10 Hektar potenzieller Ausstellungsfläche.

Blick voraus gerichtet

Daran fügt sich nahtlos die Gemeinde Kestert an, wo gerade die Neugestaltung des Rheinufers mit seinen ausladenden Kiesbänken und des Radweges entlang der B42 geplant wird. Nach Meinung von Bürgermeister Uwe Schwarz ist der gemeinsame Kostenbeitrag für die Kommunen durchaus zu stemmen. Und: „Wenn man etwas erreichen will, dann muss man auch Geld dafür in die Hand nehmen.“ In diesem Sinne „den Blick voraus in Richtung 2031“ wollen auch der Bürgermeister der Loreleystadt St. Goarshausen und seine Erste Beigeordnete Anna Maria Weisbrod richten. „Wir werden uns nun in den Gremien beraten und sehen, wie es weitergeht. Darauf freuen wir uns.“

Skepsis auf den Höhen

Grundsätzlich sieht auch der Bürgermeister der Höhengemeinde Nochern, Gerhard Beilstein, das Projekt positiv: „Aus der Buga ergibt sich sicherlich eine gute und vor allem nachhaltige Entwicklung für das Tal.“ Dennoch falle die Entscheidung einem Gemeinderat auf der Höhe schwer, da in der Vorbereitungsphase die starken Talgemeinden im Fokus stünden – auch wenn die Höhengemeinden in die Konzeption eingebunden seien: „Es bedarf einer starken Beschlussvorlage des Zweckverbandes, um den Gemeinderat Nochern zu überzeugen.“

Kritik aus Reichenberg

Obwohl bei einer Buga unterstellt wird, dass die infrastrukturellen Veränderungen nachhaltig über mehrere Jahrzehnte wirken, sieht der Bürgermeister der Höhengemeinde Reichenberg, Karl Heinz Goerke, die Finanzierung sehr kritisch: „Die Beträge der Verbandsgemeinden und Landkreise in Rheinland-Pfalz müssen letztlich über die Umlagen von den Kommunen aufgebracht werden. Und die Aufteilung auf 35 Jahre ist ein Taschenspielertrick, der unsere Nachfolgegeneration bindet und belastet.“ Wie man die immer wieder beschworenen privaten Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe anstoßen will, erschließt sich Goerke nicht.

Bungert rechnet mit mehr Besuchern

Auf der linken Rheinseite ist der Bürgermeister der VG St. Goar-Oberwesel, Thomas Bungert, mit dem Konzept „im Großen und Ganzen zufrieden“. Er rechnet aber mit weit mehr als den prognostizierten 1,8 Millionen Besuchern.

Der Bopparder Bürgermeister Walter Bersch fordert, dass seine Stadt sich nur mit den zum Welterbe gehörenden Stadtteilen an den Kosten für die Buga beteiligt. Das wäre dann ein Drittel weniger als die nach den Umlageschlüssen für den Zweckverband errechneten Finanzierungskosten von 935.225 Euro. Aber die Einigung darüber steht noch aus. Die Kernstadt von Boppard soll in den Augen Berschs eine bedeutende Rolle spielen. Die Rheinallee biete sich als Spielfläche für die Buga geradezu an.

Mit Buga gegen Nachfolgeprobleme

Im Gegensatz zu Boppard ist St. Goar schon nach den jetzigen groben Planungen als Schwerpunktstandort gesetzt. 6,5 Hektar Fläche an der Burg Rheinfels sind für die Buga vorgesehen. Abgesehen von den offiziellen Buga-Flächen ist Bürgermeister Horst Vogt überzeugt: „Bei der gemeinsamen Buga kommen alle Kommunen im Welterbe auf ihre Kosten.“ Unter den positiven Akzenten, die eine Buga für das Tal setzen kann, sieht Vogt auch die Möglichkeit, einige Nachfolgeprobleme bei Hotel- und Pensionsbetreibern zu lösen, auf die eine alarmierende Studie der IHK im Juni dieses Jahres aufmerksam gemacht hatte: „Jetzt können einige sagen, ich sehe eine gute Perspektive und möchte ein Hotel übernehmen.“

Rheingau-Taunus-Kreis zieht mit

Auch Karl Ottes, Dezernent Welterbe Oberes Mittelrheintal für den Rheingau-Taunus-Kreis, freute es sehr, „dass offenkundig die vorgestellte Machbarkeitsstudie zur Buga 2031 bei allen beteiligten Kommunen auf eine breite Zustimmung gestoßen ist. Die vielen Ideen werden in den Jahren der Vorbereitung und auch danach dem Welterbetal einen neuen und zum Teil auch notwendigen Schub verleihen.“

DBG-Geschäfsführer zufrieden

Zufrieden mit dem Verlauf des Buga-Infotages ist auch der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner, der den Kommunen Mut machen will. Dass bei einem solch komplexen Projekt immer wieder neue Fragen, Kritikpunkte oder Anregungen auftauchten, sei normal. „Wir planen mehr als eine Gartenparty im Sommer 2031. Wir wollen diese Region für die Menschen zukunftsfähig machen. Dazu kann eine Gartenschau ein sehr bewährtes integrierendes Planungskonzept sein.“ aj/mkm/ww

Bad Ems Lahnstein
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
Anzeige
Regionalwetter
Dienstag

16°C - 26°C
Mittwoch

17°C - 30°C
Donnerstag

10°C - 23°C
Freitag

9°C - 19°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
epaper-startseite