40.000
Aus unserem Archiv
Nastätten

SPD besucht Baugebiet: Auf einen Plausch in den "Hasenläufer"

Cordula Sailer

Einen Eindruck davon gewinnen, wie der „Hasenläufer I“ bei seinen Bewohnern ankommt – das wollte der SPD-Ortsverein Nastätten bei einem Rundgang durch das Neubaugebiet. Denn zu wissen, wo gegebenenfalls der Schuh drückt, könne auch für die Erweiterung des Baugebiets wichtig sein, für die gerade der Bebauungsplan ausgearbeitet wird, so der Stadtbeigeordnete Marco Ludwig (SPD), der die Gruppe begleitete.

Sich umschauen und mit Leuten ins Gespräch kommen – das wollte der SPD-Ortsverband Nastätten im Neubaugebiet „Hasenläufer I“. Ob die Menschen dort zufrieden sind oder Kritik üben, könnte auch für die Planung der Baugebietserweiterung wichtig sein, so der Beigeordnete Marco Ludwig. Foto: Sailer
Sich umschauen und mit Leuten ins Gespräch kommen – das wollte der SPD-Ortsverband Nastätten im Neubaugebiet „Hasenläufer I“. Ob die Menschen dort zufrieden sind oder Kritik üben, könnte auch für die Planung der Baugebietserweiterung wichtig sein, so der Beigeordnete Marco Ludwig.
Foto: Sailer

Viele Menschen trafen die SPD-Mitglieder bei den frostigen Temperaturen nicht auf der Straße an. Doch mit zwei kamen die Kommunalpolitiker ins Gespräch. Hermann Neubauer aus Obertiefenbach stieg gerade aus seinem Auto aus, als die Gruppe sein Haus passierte. Im Sommer will er nach Nastätten umziehen. „Ich habe gesagt, ich ziehe mit meiner Familie hierher, weil es die Stadt ist“, begründete Neubauer seine Entscheidung. Sein Sohn, der derzeit noch den Kindergarten besucht, soll dann in Nastätten eingeschult werden. Neben der Schule am Ort ist dem Familienvater auch die Anbindung an die Bundesstraße wichtig, da er in Mayen arbeitet.

Erschwingliches Bauland

„Weil die Preise so hoch sind, werden sich die Leute mehr nach draußen orientieren“, meinte ein Herr aus Lierschied, der seine Tochter und ihre Familie im „Hasenläufer“ besuchte. Seine Tochter habe davor in Wiesbaden gewohnt. Doch dort ist Bauland teuer. In der hessischen Landeshauptstadt wird derzeit das Wohngebiet „Hainweg“ vermarktet. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei rund 940 Euro pro Quadratmeter, inklusive Erschließungs- und Kostenerstattungsbeitrag, wie die Stadt Wiesbaden unserer Zeitung auf Nachfrage mitteilte. Für den „Hasenläufer I“ liegt der Preis dagegen bei nur 70 Euro pro Quadratmeter inklusive der Erschließungskosten. Dazu kommen noch etwa 10 Euro Baukostenzuschuss pro Quadratmeter an die Verbandsgemeindewerke, wie Marco Ludwig erklärte.

Neben den deutlich geringeren Grundstückspreisen nannte der Besucher aus Lierschied noch einen weiteren Grund, der für Nastätten als Wohnort spricht: die gute Infrastruktur. „Krankenhaus, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, hier ist alles da“, sagte der Mann. Vor allem Kinder, die später im „Hasenläufer II“ wohnen, werden es nicht weit zum Schulzentrum haben, merkte Stadträtin Sabrina Lenz an. Sie und ihr Mann bauen derzeit im ersten Teil des Neubaugebiets. Mit dem Umzug in den „Hasenläufer“ ziehen sie mehr an den Stadtrand. „Momentan wohnen wir sehr zentral“, erklärte Lenz. Dennoch fiel die Entscheidung für das Neubaugebiet: „Wir wollten schon in Nastätten bleiben.“

Im September 2015 hatte der erste Bauherr ein Grundstück im „Hasenläufer I“ erworben. Inzwischen ist von den etwa 30 Bauplätzen des rund 23.700 Quadratmeter großen Areals nur noch einer übrig. Die Grundstücksgrößen im ersten Teil des Baugebiets variieren zwischen etwa 550 und 800 Quadratmetern, wie Marco Ludwig beim Rundgang erläuterte. Erlaubt sind dort maximal zwei Vollgeschosse; die Höchstgrenze für die Traufhöhe liegt bei 6,50 Metern, für die Firsthöhe bei 10,50 Metern.

Die Erweiterung des Nastätter Neubaugebiets soll sich auf etwa 22.500 Quadratmetern parallel zur Wilhelm-Nesen-Straße erstrecken. Entstehen sollen dort ungefähr genauso viele Bauplätze wie bereits im „Hasenläufer I“. Ein Grundstück im geplanten Gebiet „Hasenläufer II“ befindet sich allerdings noch nicht im Besitz der Stadt. Dazu habe aber bereits ein „konstruktives Gespräch“ mit dem Eigentümer stattgefunden, so Marco Ludwig. Ende des Monats soll es erneut ein Treffen geben.

Bauwillige, die in den „Hasenläufer II“ ziehen wollen, gibt es schon. „Grundsätzlich sind wohl acht bis zehn Interessenten da“, sagte Ludwig. „Aber es ist noch nichts reserviert.“ Mit dem Bebauungsplan für das Gebiet wird sich der Stadtrat in seiner März-Sitzung beschäftigen.

Ein Thema, mit dem der Rat sich in den nächsten Monaten ebenfalls auseinandersetzen muss, sind die Kindergartenplätze. Denn: „Für das Kindergartenjahr 2018/19 sind es 14 Plätze zu wenig“, sagte Sabrina Lenz, die nicht nur Stadträtin, sondern auch Vorsteherin des Kindergartenzweckverbands Nastätten ist. Wächst die Stadt durch das Neubaugebiet weiter, so Marco Ludwig, müsse auch die Infrastruktur in Sachen Kinderbetreuung und ärztliche Versorgung im Blick behalten werden.

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

Bad Ems Lahnstein
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
Anzeige
Regionalwetter
Montag

11°C - 26°C
Dienstag

11°C - 26°C
Mittwoch

11°C - 25°C
Donnerstag

10°C - 21°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
epaper-startseite