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    Oblaten schließen das Kloster Allerheiligenberg

    Kaum Nachwuchs, viele Skandale, noch mehr Austritte: Die katholische Kirche hat mit riesigen Problemen zu kämpfen. Mit einer großen Gebietsreform versucht sich das Bistum Limburg neu aufzustellen und den massiven Personalsorgen durch Zusammenlegungen von Gemeinden Herr zu werden. Auch Manfred Steiger, Pastoralreferent der katholischen Gemeinde St. Barbara, ist mit diesem Umstrukturierungsprozess beschäftigt. Als hätte er nicht schon Sorgen genug, erreichte ihn nun per Brief eine neue Hiobsbotschaft: „Mit Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass wir unsere Niederlassung auf dem Allerheiligenberg im Herbst 2012 schließen werden“, schreibt Pater Thomas Klosterkamp. Der sitzt in Mainz und ist als Provinzial Leiter der mitteleuropäischen Provinz des Ordens der Oblaten.

    Seit 91 Jahren führen die das Kloster auf dem Allerheiligenberg und nutzen es als Ausbildungsstätte für den eigenen Priesternachwuchs. Zurzeit werden hier noch fünf junge Männer – zwei Inder, zwei Afrikaner und ein Deutscher – zum Priester ausgebildet, im Sommer 2012 endet diese Ausbildungsperiode. „Dann müssen wir hier leider raus“, ist nicht nur Pater Ludger Ademmer traurig über die Entscheidung seines Ordens.
    Wirklich schocken kann ihn das Aus nicht, dafür hat der Oblatenpriester schon zu viel erlebt. 41 Jahre arbeitete Ademmer als Missionar in Afrika, bevor es ihn 2006 nach Lahnstein verschlug. Seitdem kümmert er sich gemeinsam mit „Chefausbilder“ Pater Stefan Obergfell um den Oblatennachwuchs. „Das Aus war absehbar, denn der Orden muss sich neu organisieren, um weiter existieren zu können“, zeigt der 75-Jährige Verständnis, wenngleich ihm der Abschied schwer fällt. „Denn wir fühlen uns hier sehr wohl in Lahnstein.“
    Täglich leiten die Oblaten die Gottesdienste in der Kirche direkt gegenüber ihres Klosters, im Laufe der Jahrzehnte ist eine enge Verbindung zu den Siedlern auf dem Allerheiligenberg entstanden. Auch vielen Auswärtigen ist das Kloster ein Begriff, schließlich lockte die herrlich über dem Lahntal thronende Kirche schon viele Brautpaare nach Lahnstein. Doch Hochzeitsmessen auswärtiger Paare sind nur deshalb möglich, weil die Oblaten die Gemeinde bei der Seelsorge unterstützen – doch auch damit ist im Herbst 2012 Schluss. So wundert es nicht, dass Manfred Steiger von einer „sehr bedauerlichen Entwicklung“ spricht, welche die Pfarrei vor große Probleme stelle. Gottesdienste auf dem Allerheiligenberg werden wohl zu einer Seltenheit: „Gerade an den Wochenende ist die Belastung der wenigen Priester sehr hoch“, weiß Steiger. „Da wird es, wenn überhaupt, nun noch an wenigen Hochfesten möglich sein, hier eine Messe anzubieten.“ Schließlich müsse die Pfarrei mit der St.-Barbara-Kirche und der Johanniskirche bereits zwei Gotteshäuser mit Leben füllen.
    Der Orden habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht, erklärt der Provinzial. „Dies ist für unsere Ordensgemeinschaft sehr schmerzhaft.“ Doch der Entschluss zur Umstrukturierung der Ausbildungshäuser stehe. „Auf jedem Kontinent wird es nur noch zwei Studienhäuser geben.“ Eines in Rom, eines im polnischen Obra. Tobias Lui

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