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Bad Ems/Rhein-Lahn

Lahnsteiner Klinik weiter auf Expansionskurs: Bad Emser Gemeinschaftspraxis übernommen, neuer Chefarzt Hufeland

Tobias Lui

Was geschieht mit der Paracelsus-Klinik, nachdem der Mutterkonzern in eine finanzielle Schieflage geraten ist und zum Verkauf steht? Und was wird aus der (maroden) Hufeland-Klinik, die Anfang des Jahres in den Elisabeth-Vinzenz-Verbund (EVV) integriert worden ist? Die Zukunft des Gesundheitsstandortes Bad Ems ist weiter Gegenstand wildester Spekulationen – erst recht nach einer Pressemitteilung des Lahnsteiner St.-Elisabeth-Krankenhauses vom gestrigen Montag.

Einige Räumlichkeiten der Hufeland-Klinik sind zu Jahresbeginn renoviert worden. Sicherlich ein Vorbote des nun verkündeten Wechsels der internistischen Gemeinschaftspraxis aus der benachbarten Paracelsus-Klinik in das MVZ Lahntal des Elisabeth Vinzenz Verbundes. Foto: Tobias Lui
Einige Räumlichkeiten der Hufeland-Klinik sind zu Jahresbeginn renoviert worden. Sicherlich ein Vorbote des nun verkündeten Wechsels der internistischen Gemeinschaftspraxis aus der benachbarten Paracelsus-Klinik in das MVZ Lahntal des Elisabeth Vinzenz Verbundes.
Foto: Tobias Lui

Darin kündigt Geschäftsführer Dr. Pascal Scher an, dass die internistische Gemeinschaftspraxis (IGP) Bad Ems/Lahnstein in das Mediznische Versorgungszentrum (MVZ) Lahntal integriert wird. Bisher war die Praxis im Ärztehaus der Paracelsus-Klinik untergebracht und kooperierte mit dieser. Künftig wird sie in der gegenüber liegenden Hufeland-Klinik zu finden sein. Der Praxisstandort in der Lahnsteiner Brückenstraße bleibt unverändert. Auch der zweite Teil der Pressemeldung unterstreicht, wie sehr der EVV auf Expansion setzt: Dr. Neumeister, bislang Chefarzt im Marienhof Koblenz und Leiter des dortigen Lungenkrebszentrums, wird neuer Leiter der Hufeland-Klinik. Teile seines Teams wechseln ebenfalls von der Mosel an die Lahn. Die Hufeland-Klinik wird ihre bisherigen Schwerpunkte in der Schlaf- und Beatmungsmedizin sowie Rehabilitation beibehalten und die invasive und onkologische Lungenheilkunde ausbauen, kündigt Scher an. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Marienhof soll dabei intensiviert werden.

Noch überraschender mutet der Wechsel der renommierten Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus der Paracelsus in das MVZ Lahntal an. Schließlich hatte sich Stefan Begemann, Regionaldirektor Süd der Paracelsus-Kliniken Deutschland, noch vor wenigen Tagen in unserer Zeitung optimistisch zur Zukunft des Standortes geäußert und deutlich gemacht: „Es gibt keine Überlegungen hinsichtlich eines Zusammenschlusses mit dem EVV. Das würde die Schließung der Klinik in Bad Ems bedeuten und macht überhaupt keinen Sinn.“

Derweil äußert sich Dr. Thomas Reisinger zu den Beweggründen der Inhaber der internistischen Gemeinschaftspraxis: „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass die Gesundheitsversorgung im Rhein-Lahn-Kreis langfristig nur durch gute medizinische Kooperationen zu sichern ist. Mit dem EVV haben wir im Interesse unserer Patienten einen verlässlichen Partner für die Zukunft gefunden.“ Pascal Scher sieht dies – wenig überraschend – ähnlich und ergänzt: „Uns eint das gemeinsame Ziel, eine bedarfsgerechte ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung für den Kreis auch weiterhin zu erhalten. Dazu gehören gleichermaßen gute Medizin und Pflege, nachhaltiges Wirtschaften und die Berücksichtigung berechtigter Standortinteressen.“ Der EVV unterhält nach seinen Angaben seit mehr als 150 Jahren Krankenhäuser und weitere Einrichtungen in der Gesundheitsversorgung. In Abhängigkeit des neuen Landeskrankenhausplans sollen das Marienkrankenhaus Nassau und die Hufeland-Klinik Bad Ems ab 2023 in einen Anbau des St.-Elisabeth-Krankenhauses umziehen.

Derweil bemüht sich der EVV, das macht Pascal Scher ebenfalls deutlich, auch weiterhin um eine Integration der Paracelsus-Klinik im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens. „Sollte dies gelingen, werden wir das medizinische Standortkonzept mit allen Beteiligten überarbeiten“, so Scher. Allerdings sei eine Konzentration aller stationären Leistungen am Standort Ostallee in Lahnstein aus Platzgründen nicht möglich. „Daher würde unsere Planung dann weiterhin ein stationäres medizinisches Angebot in Bad Ems vorsehen.“

Scher argumentiert weiter, dass der katholische EVV im Gegensatz zu den gewinnorientierten privaten Investoren, die sich aktuell um eine Übernahme der Paracelsus-Kliniken bewerben, gemeinnützig ausgerichtet sei und seine Ressourcen „ausschließlich zur Verbesserung und Modernisierung der Patientenversorgung einsetzt“.

Von unserem Redakteur
Tobias Lui

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