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    Weinähr/Koblenz

    Familiendrama in Weinähr: Frau schweigt vor Gericht zu Messerattacke

    Der Mann kam mit schweren Stichwunden auf die Intensivstation - seine Ehefrau hinter Gitter: Das Familiendrama von Weinähr an einem Sonntagmorgen im Oktober 2014 war eine rätselhafte Bluttat.

    Ein Foto vom Prozessbeginn zum Familiendrama in Weinähr: Die Frau (37), die siebenmal auf ihren Mann eingestochen haben soll, wurde in Koblenz in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Sie beriet sich mit Anwalt Marc Fornauf. 
    Ein Foto vom Prozessbeginn zum Familiendrama in Weinähr: Die Frau (37), die siebenmal auf ihren Mann eingestochen haben soll, wurde in Koblenz in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Sie beriet sich mit Anwalt Marc Fornauf. 
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Jetzt versucht das Landgericht Koblenz aufzuklären, was damals geschah. Aber: Die angeklagte Ehefrau (37), der wegen versuchten Mordes eine lebenslange Haft droht, hat zu Prozessbeginn die Aussage verweigert. Ebenso ihr Mann (38). Er erklärte: "Ich will jetzt nichts sagen. Ich kann nicht."

    Der zwölfjährige Sohn der Eheleute musste Teile der Bluttat unmittelbar miterleben. Er hatte im Prozess den schwierigsten Auftritt. Er saß in der Mitte des Gerichtssaals an einem Tisch, rechts neben ihm seine Mutter mit ihrem Anwalt, links neben ihm sein Vater mit zwei Anwälten. Der Vorsitzende Richter Ralf Bock belehrte ihn: "Wenn du hier etwas sagst, muss du die Wahrheit sagen." Und wenn er etwas sage, könne das für seine Mutter belastend sein.

    Dann schilderte der Junge unter Tränen, wie er den Tag des Familiendramas erlebte: Am 5. Oktober gegen 8.30 Uhr kam seine Mutter in das Zimmer, in dem er mit seinem Vater die Nacht über schlief, und sagte: "Frühstück ist fertig." Doch als er zum Esstisch kam, war dort kein Frühstück. Und die Mutter sagte ihm, er solle weggehen, sein Zimmer aufräumen. Aber er weigerte sich. Dann kamen seine Eltern in Streit und seine Mutter verlangte, dass er das Haus verlässt. Doch er weigerte sich erneut. Der Streit der Eltern eskalierte. Seine Mutter zog plötzlich ein Pfefferspray - und sprühte ihrem Sohn in die Augen. Dann hörte er Schreie seines Vaters, sah Blut am Fenster, am Boden und auf der Treppe. Er wollte seinem Vater helfen, aber seine Mutter drängte ihn vor die Haustür. Er lief nach nebenan zu seinen Großeltern. Dorthin war bereits zuvor seine Schwester geflüchtet.

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau ein Klappmesser (Klingenlänge: 8 Zentimeter) zog, ihrem Mann in den Rücken stach und schrie: "Dich kriegt keine andere!" Sie wollte ihn demnach heimtückisch töten, da er sich von ihr scheiden lassen wollte.

    Am Tatmorgen lief der Großvater des Jungen, der Vater der Angeklagten, auf die Straße und sah seinen Schwiegersohn am Badezimmerfenster. "Hilf mir!", schrie dieser. "Meine Frau will mich abstechen!" Der Großvater (63) schilderte im Prozess, wie er ins Haus lief, eine große Blutlache sah und seine Tochter zur Rede stellte. Die habe gesagt: "Ich habe nichts getan!" Er lief ins Bad, stützte seinen verletzten Schwiegersohn, führte ihn ins Wohnzimmer und legte ihn auf den Boden.

    Dort stach die Frau laut Anklage noch mal zu. Als ihr Vater kurz aus dem Zimmer ging, rammte sie ihrem Mann das Messer in die Brust und rief: "Es tut mir leid." Insgesamt stach sie laut Anklage siebenmal auf ihn ein.

    Nach der Tat lief die Frau erst auf die Straße - dort wurde sie von einem Sanitäter mit einem Messer gesehen. Dann lief sie zu ihrer Mutter ins Nachbarhaus und soll ihr erzählt haben, ihr Mann wolle ihr alles wegnehmen, auch ihre Kinder. Sie zog sich um, legte sich auf eine Couch und ließ sich wenig später von der Polizei festnehmen.

    Auf dem Polizeirevier machte die Frau - im Gegensatz zum Gerichtssaal - Angaben zum Tattag: Erst sagte sie, sie könne sich an nichts erinnern. Dann erzählte sie, wie sie sich mit ihrem Mann stritt, wegen einer Pfeffermühle und einer ihrer außerehelichen Affären. Er habe sie gewürgt, da habe sie mit dem Pfefferspray gesprüht, mit dem Messer zugestochen. Der Prozess geht am 14. April weiter.

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