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Nastätten

Entwurf vorgestellt: Hasenläufer II soll Bauherren Freiheiten lassen

Cordula Sailer

Einen Vorgeschmack darauf, wie der Bebauungsplan für das Neubaugebiet Hasenläufer II aussehen könnte, haben Besucher der jüngsten Sitzung des Nastätter Bauausschusses bekommen. Dort stellte Andy Heuser vom beauftragten Ingenieurbüro Karst aus Nörtershausen den Entwurf für den B-Plan vor. Etwa ein Dutzend interessierter Bürger war zu der öffentlichen Sitzung gekommen, die zugleich als Informationsveranstaltung dienen sollte.

Noch so manches Haus im „Hasenläufer I“ ist unverputzt. Nun plant die Stadt Nastätten schon die Erweiterung des Neubaugebiets. Im Bauausschuss ist der Entwurf für den Bebauungsplan vorgestellt worden. Thema war auch ein Wiesenpfad (links im Bild), der an Grundstücke der Wilhelm-Nesen-Straße grenzt. Kommt die Erweiterung des Baugebiets, wollen die Anwohner den Weg gern behalten, um ihre Gärten anfahren zu können.  Foto: Sailer
Noch so manches Haus im „Hasenläufer I“ ist unverputzt. Nun plant die Stadt Nastätten schon die Erweiterung des Neubaugebiets. Im Bauausschuss ist der Entwurf für den Bebauungsplan vorgestellt worden. Thema war auch ein Wiesenpfad (links im Bild), der an Grundstücke der Wilhelm-Nesen-Straße grenzt. Kommt die Erweiterung des Baugebiets, wollen die Anwohner den Weg gern behalten, um ihre Gärten anfahren zu können.
Foto: Sailer

„Deswegen können Sie auch Fragen stellen“, sagte Stadtbürgermeister Joachim Rzeniecki an die Zuhörer gewandt. Bereits in der Bürgermeistersprechstunde seien viele Fragen zum Neubaugebiet aufgekommen. Da in den Sprechstunden aber noch kein fertiger B-Plan-Entwurf vorlag, hätte so manches noch nicht beantwortet werden können. „Jetzt ist er fertig und wir können gemeinsam drüberschauen und diskutieren“, so der Stadtchef.

Die Diskussionsgrundlage lieferte sodann Andy Heuser, der einen Lageplan an die Wand des Sitzungssaals im Bürgerhaus projizierte: Zu sehen war noch ein Stück des bereits erschlossenen ersten Teils des Baugebiets „Hasenläufer“. Dieses liegt an der Anbindung der Schwalbacher Straße an die B 274. Seine Erweiterung soll nun direkt daran anschließen und sich entlang der Wilhelm-Nesen-Straße erstrecken. Die Größe des Plangebiets liege bei rund 2,9 Hektar.

„Wir können 31 Baugrundstücke schaffen“, erläuterte Heuser. Deren durchschnittliche Größe liege bei 664 Quadratmetern. Eine Zufahrt soll nach seinem Entwurf über die Wilhelm-Nesen-Straße möglich sein, als auch durch den Hasenläufer I. An die gleichnamige Straße Hasenläufer soll die neue Straße anschließen, die später durch den „Hasenläufer II“ führt.

Da das neue Baugebiet nicht ganz parallel zur vorhandenen Bebauung verlaufe, wirke sich das positiv auf die Straßenführung aus. Und zwar so, „dass wir keine lange Gerade bekommen, sondern Verschwenkungen, die zu einer Geschwindigkeitsreduzierung beitragen“, erläuterte der Ingenieur. Die Breite der Straße liege, inklusive Gehsteige, bei 7 Metern. Die Zufahrt über die Wilhelm-Nesen-Straße soll mit 7,50 Metern etwas breiter werden.

Im „südlichen Wurmfortsatz“ des Baugebiets seien 3500 Quadratmeter große Regenrückhalteflächen eingeplant. Wie diese Anlage zum Auffangen von Oberflächenwasser konkret aussehen soll, obliege später entsprechenden Fachplanern. „Im Bebauungsplan ist es nur die Aufgabe, Flächen zu sichern“, erklärte Heuser. Zudem sei am Rande des Neubaugebiets noch ein rund 700 Quadratmeter großes Grundstück vorgesehen, um einen Spielplatz anzulegen. Was baulich erlaubt sein soll und was nicht, orientiere sich an den Festsetzungen für den „Hasenläufer I“. Zulässig sind nach dem Entwurf zwei Vollgeschosse; die maximale Firsthöhe soll 10,50 Meter, die Traufhöhe höchstens 6,50 Metern betragen.

Die Grundflächenzahl ist mit 0,4 beziffert – es dürfen also bis zu 40 Prozent eines Grundstücks mit Hauptanlagen bebaut werden. Der Wert für die sogenannte Geschossflächenzahl liegt bei 0,6. „Das ist die Anzahl der Quadratmeter, die in maximal zwei Vollgeschossen überbaut werden dürfen“, erläuterte Andy Heuser. Diese dürfe hier also nicht mehr als 60 Prozent der gesamten Grundstücksfläche ausmachen. Vorgesehen sei eine Bebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern. „Ein Mietwohnungsbau ist nach dem jetzigen Entwurf nicht möglich“, erklärte Heuser.

Genau wie beim „Hasenläufer I“ sei es der Grundgedanke, „dass nicht ein Bebauungsplan gemacht werden soll, der das Ganze überregelt“, so der Planer. Die allgemeine Entwicklung gehe eher dahin, dass Kommunen in Bebauungsplänen relativ wenig Festsetzungen machen würden – auch, damit die Zahl der Befreiungsanträge zurückgehe.

Doch die gestalterischen Möglichkeiten, die Bauherrn heute eingeräumt werden, stießen nicht bei allen Bürgern im Sitzungssaal auf Gegenliebe. „Der ,Hasenläufer I' ist kein besonders gutes Aushängeschild für städtebauliche Gestaltung“, merkte ein Herr an. Er habe sich beim Hausbau an viele Vorgaben halten müssen. „Im ,Hasenläufer' hat ja jeder gebaut, wie er wollte“, so sein Vorwurf. Dem widersprach der Beigeordnete Marco Ludwig: „Da hat nicht jeder gebaut, wie er wollte, es gab Festsetzungen.“ Man müsse dem „Hasenläufer I“ eine Chance geben. Das Neubaugebiet sei in enormer Geschwindigkeit entstanden, viele Gebäude befänden sich noch im Rohbau und es führe noch eine Baustraße durch das Gebiet. „Wenn das mal richtig gemacht ist, sieht das auch ganz anders aus“, zeigte sich der Beigeordnete optimistisch.

Doch eine Lehre aus dem „Hasenläufer I“ hat die Stadt wohl schon gezogen: Bei Häusern mit Pultdach soll die maximal frei sichtbare Wandhöhe auf acht Meter begrenzt werden, so steht es bisher im Entwurf für die Festsetzungen. Denn bezüglich eines Gebäudes mit markant hohem Pultdach im „Hasenläufer I“ habe es bereits mehrere Nachfragen von Bürgern gegeben, wie Marco Ludwig erklärte. Der Bauantrag für das entsprechende Haus sei aber korrekt gewesen. Dennoch soll die Verwaltung nun prüfen, ob das Gebäude entsprechend dem Antrag umgesetzt worden ist.

Über den B-Plan-Entwurf für den „Hasenläufer II“ wird der Bauausschuss im Juni nochmals beraten. Dass es sich bei dem vorgestellten Plan um einen Vorentwurf handelt, betonte Planer Andy Heuser mehrfach. Die Entscheidung darüber obliegt dann dem Stadtrat.

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

Was passiert mit Pfad entlang des Neubaugebiets?

Bauausschussmitglied Roland Romer (CDU) warf die Frage auf, ob der Pfad zwischen den Grundstücken der Wilhelm-Nesen-Straße und den landwirtschaftlichen Flächen erhalten bleibt, wenn diese zum Baugebiet „Hasenläufer II“ werden. Denn über den Weg würden bisher Gartenabfälle der Anwohner abtransportiert oder Holz würde angeliefert. Seiner Meinung nach seien die Anlieger auf diese Zuwegung zu ihrem Grundstück angewiesen.

Wer die Wilhelm-Nesen-Straße entlanggehe, könne erkennen, „dass die Zuwegung von der Straße zu der rückwärtigen Gartenanlage in den wenigsten Fällen gewährleistet ist“, so Romer. Das bestätigte eine Anwohnerin der Straße in der Ausschusssitzung: Die Bebauung zur Straße hin sei „mittlerweile dicht durch einen Carport oder was auch immer“. Wer einen Baum fällen wolle, habe ohne den Zugang von der anderen Seite fast keine Möglichkeit, die nötigen Gerätschaften in den Garten zu schaffen. „Die Situation ist halt schon über 40 Jahre so und jeder von uns hat einen Zugang zu dem Wirtschaftsweg oder vielleicht sogar ein Tor“, erklärte die Frau. Während Romer von einem „öffentlichen Weg“ sprach, nannte der Beigeordnete Marco Ludwig den Pfad „eine Parzelle, die der Stadt gehört“. Diese sei als Weg genutzt worden, aber es handle sich nicht um einen offiziellen Weg. Doch bei einer Versammlung mit den Bürgern solle noch einmal über Lösungswege diskutiert werden. Bürgermeister Joachim Rzeniecki versicherte: „Wir werden alle Meinungen anhören.“ Letztlich werde dann der Stadtrat „nach bestem Wissen und Gewissen“ darüber entscheiden, ob der Weg bestehen bleibt. Über die spätere Offenlegung des Bebauungsplans bleibe den Anwohnern auch die Möglichkeit, Einspruch zu erheben, falls sie mit der getroffenen Entscheidung des Rates nicht einverstanden sind. csa

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