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Bad Ems

"Emser Tönnchen" sind echte Weltstars

Weltberühmt, heiß begehrt und „unbezahlbar“: Das Emser Tönnchen ist ein Phänomen aus einer Zeit, als Kurgäste über die Promenaden flanierten und Bergleute unter Tage schufteten.

Oft giftgrün besticht das Emser Tönnchen Mineraliensammler auf der ganzen Welt. Dieses Stück stammt aus der Grube Friedrichssegen.
Oft giftgrün besticht das Emser Tönnchen Mineraliensammler auf der ganzen Welt. Dieses Stück stammt aus der Grube Friedrichssegen.
Foto: Rainer Bode

Es handelt sich um eine ganz bestimmte, nur in Bad Ems existierende Kristallausbildung des Bleiminerals Pyromorphit, häufig in Grellgrün. Ein besonders schönes Exemplar zierte vor genau 40 Jahren das erste Emser Heft des Bode-Verlages und war gleichzeitig Leitfigur der ebenfalls ersten Mineralienbörse im Marmorsaal. Seitdem ziert das 1,5 Zentimeter große Stück jede Mineralien- und Fossilienbörse in Bad Ems. Keine Frage, dass das giftgrüne Tönnchen zum 40. Geburtstag der Veranstaltung wieder einen Sonderplatz bekommt.

Als Organisator Rainer Bode im Frühjahr 1979 zum ersten Mal die atemberaubenden Exponate im Marmorsaal ausstellte, hätte er sich nicht träumen lassen, 40 Jahre später genau dort das Jubiläum einer Veranstaltung zu feiern, die bis weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist und geschätzt wird. Für viele Mineraliensammler beginnt das Frühjahr traditionell mit dem Besuch der Mineralientage in Bad Ems. „Es sind Leute darunter, die seit 1979 jedes Jahr wiederkommen“, sagt Rainer Bode. Zwischen 1300 und 1400 Besucher, darunter nicht nur Sammler und Steinliebhaber, sondern auch Museumskuratoren und andere Fachleute, pilgern jedes Jahr an den Auslagen der Stände und Vitrinen vorbei.

Dieses Mal zeigen 55 Aussteller die schönsten Exemplare ihrer Sammlungen. Ihre Heimat ist in vielen Fällen weit entfernt von der Kurstadt an der Lahn. Sie kommen aus den Niederlanden, aus Belgien, Österreich, aus Ungarn oder Slowenien, aus der Schweiz, aus Indien oder Peru. Allen gemein ist, dass sie immer wieder gern nach Bad Ems kommen, da das Ambiente für eine Mineralienbörse im Marmor- und Kurtheater einfach einzigartig in Europa ist. Und jedes Jahr gesellen sich auch Aussteller dazu, die noch nicht dabei waren und auch den treuen Besuchern aufregende neue Stücke präsentieren.

Zu den Favoriten der Besucher gehören, neben dem Emser Tönnchen natürlich, Mineralien wie Aquamarin, Azurit, Bergkristall, Lapis, Malachit, Opal, Rauchquarz oder Topas. Da jedes Mineral, jeder Edelstein ein natürlich gewachsenes Stück unserer Erde ist, handelt es sich immer um Unikate. Insgesamt liegen sicher eine halbe Million Steine in roher oder geschliffener Form in den Auslagen. Dabei kann man mit Glück schon etwas Rares für ein paar Euro ergattern. Wer das Besondere liebt, kann auch mal schnell 15 000 Euro für ein wertvolles Exponat hinblättern. Auch Schmuckliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. „Manche Aussteller haben wirklich tolle Sachen dabei“, sagt Rainer Bode. „Solchen Individualschmuck findet man bei keinem Juwelier.“

Besonderes Highlight im Jubiläumsjahr ist eine Sonderausstellung über die sagenhaften Mineralienschätze, die man in den ehemaligen Bergwerken rund um Bad Ems, Braubach und Lahnstein bis zur Einstellung des dortigen Erzbergbaus 1914 gefunden hat. Und auch das seit 1990 erscheinende Magazin „Mineralienwelt“ Rainer Bodes widmet sich in der Sonderausgabe den Mineralphänomenen aus Bad Ems. „Dafür bin ich in ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland herumgereist, um in Museen oder in Privatsammlungen Fotos der Emser Tönnchen zu machen“, erzählt der Verleger.

Wie er selbst zu der Sammelleidenschaft kam? „Meine Oma war Schuld“, erinnert er sich. „Sie brachte mir von einer Urlaubsreise einen Bergkristall mit. Da war ich ungefähr zehn.“ Seine Sammlung allerdings bewahrt er nicht in seinem Zuhause auf. „Mittlerweile beschäftige ich mich beruflich so viel mit den Mineralien, dass ich daheim neutralen Boden brauche.“ Umso mehr freut er sich an der riesigen Ansammlung besonderer Exponate in Bad Ems. Sein Lieblingsstück gehört noch nicht mal zu seiner privaten Sammlung. Es ist genau das giftgrüne Ur-Emser-Tönnchen, das Sieghard Müller aus Koblenz jedes Jahr nach Bad Ems bringt.

Die Mineralien- und Fossilienbörse ist am Samstag und Sonntag, 14. und 15. April, jeweils von 10 bis 17 Uhr in Marmorsaal und Kurtheater des historischen Kursaalgebäudes geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 3,50 Euro, Kinder bis 14 Jahre haben in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt. Weitere Informationen sind im Internet auf den Seiten von www.emser-

Michaela Cetto

Bad Ems Lahnstein
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