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    Buga-Workshop: Mittelrheiner nehmen ihre Zukunft in die Hand [mit Video]

    Vielleicht liegt es am nachhaltigen Erfolg der Buga 2011 in Koblenz, dass viele Menschen am Mittelrhein bereits sehr stark verinnerlicht haben, dass eine Gartenschau mehr ist, als nur ein halbes Jahr Veranstaltungsprogramm, sondern ein auf Jahrzehnte angelegtes Projekt. Dieses Fazit zieht Landschaftsarchitekt und Wirtschaftsingenieur Clas Scheele vom Büro RMP nach dem ersten Workshop für Bürger zur Buga 2031 im Welterbe Oberes Mittelrheintal.

    Scheele ist federführend bei der Erstellung der Machbarkeitsstudie, die bis Jahresende erstellt wird. Diese dient als offizielle Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft, die ihrerseits das Jahr 2031 für das Mittelrheintal reserviert hat. Laut der Vorstudie, die RMP im vergangenen Jahr präsentiert hat, bietet sich auf dem 67 Kilometer langen Rheinabschnitt eine saisonal dezentrale Buga an: Obstblüte zum Frühlingserwachen im Norden, Staudenzauber im Sommer in der Mitte um die Loreley und Farbenspiele zur herbstlichen Weinlese im Süden. Zusätzlich soll eine schwimmende Buga auf dem Rhein mit Ausstellungsschiffen und Wassertaxis inszeniert werden. Darüber hinaus stellte Scheele jetzt erste Ideen für mehrere Hektar große Ausstellungsflächen für 2031 vor: zwischen dem Lahneck und Braubach am Fuß der Marksburg, oberhalb der alten Stadtmauer von Oberwesel sowie oberhalb von Rüdesheim im Bereich um das Niederwalddenkmal und den Osteinschen Park.

    Ideenmarkt

    Beim anschließenden Ideenmarkt haben Scheele und seine Kollegen viel Input zu langfristigen Elementen auf den Höhen, an den Hängen und im Rheintal von den rund 100 Teilnehmern aus dem Welterbegebiet bekommen: von Radfahren über Mobilität und ÖPNV bis zu Promenadenentwicklung und Dorferneuerung. Weitere langfristige Ideen bezogen sich auf die Qualität in der Gastronomie oder die Entwicklung regionaler Marken wie die Mittelrheinkirsche. Als touristische Attraktionen kamen neben der Hängeseilbrücke über den Rhein zwischen der Loreley und Maria Ruh auch Zahnradbahnen oder Schrägaufzüge als Verbindungen zwischen Tal und Höhen zur Sprache.

    Gastgeberorte gefragt

    Scheele sieht das insgesamt als Erfolg für das Buga-Konzept, wünscht sich aber noch mehr: „Das, was uns für die nächsten Workshops noch ein bisschen fehlt, sind Vorschläge für Festivitäten und Veranstaltungen bei der Buga 2031 selbst.“ Denn ein Ziel der Machbarkeitsstudie unter vielen ist, dass jeder der 50 Gastgeberorte zumindest für einen Tag etwas zum Buga-Programm beiträgt. Vielleicht können die Ideen dazu beim nächsten Workshop am 13. Mai in Oberwesel vertieft werden.

    Investoren gesucht

    Der Vorsitzende der Koblenzer Buga-Freunde, Ernst Lutz, vermisste beim ersten Workshop noch zwei Aspekte: Die Stadt Koblenz könne mit ihrem Potenzial einen wirtschaftsstarken Rückhalt und ein verkehrstechnisch erschlossenes Eingangstor für die Buga 2031 bilden: „Dabei geht es nicht darum, irgendjemand im Mittelrheintal etwas wegzunehmen, sondern darum, mit wirklicher Power zum gemeinsamen Gelingen beizutragen.“ Außerdem brauche es im Hinblick auf die Finanzierung auch Bürger, die sich als Investoren an der Buga beteiligen: „Von den rund 500 Millionen Euro, die für die Buga 2011 eingesetzt worden sind, kamen rund 75 Prozent aus privatwirtschaftlichen Quellen.“

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Kommentar: Buga 2031 ist noch ein zartes Pflänzchen

    Andreas Jöckel über einen guten Anfang

    Eis ist schön mit anzusehen, wie die Ideen aus 100 Mittelrheinern nur so heraussprudeln, wenn sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Der erste Workshop für Bürger aus dem Welterbe zeigt, dass es richtig und notwendig war, das Projekt Buga 2031 zu starten, um die Region für Einheimische und Touristen in den kommenden Jahrzehnten lebendig zu gestalten.

    Dass in diesem frühen Stadium einer Machbarkeitsstudie die Investoren noch nicht reihenweise Schlange stehen, liegt in der Natur der Sache. Denn das gehört zu den grundlegenden Mechanismen eines Buga-Prozesses: Die öffentliche Hand schafft mit Steuergeldern den Nährboden, damit ein attraktives Umfeld für private Investitionen wachsen kann, und dem Gastgewerbe ein lohnender Weg in die Zukunft eröffnet wird. Wenn am Jahresende die ersten konkreten Projekte in einer Machbarkeitsstudie festgeschrieben sind und sowohl Organisationsform als auch Finanzierung stehen, können sich Unternehmer besser orientieren, welche Vorhaben lukrativ sind.

    Zu dem Nährboden wird aber auf jeden Fall weiterhin die öffentliche Aufbruchstimmung gehören. Deshalb ist es wichtig, dass engagierte Bürger, Ratsmitglieder und Bürgermeister weiter ackern. Denn mit Blick auf die Gesamtaufgabe ist die Buga 2031 noch ein zartes Pflänzchen, das viel Pflege braucht.

    Klares Signal der DBG: Ja zur Buga 2031 im Welterbe Oberes MittelrheintalMachbarkeitsstudie: Wie die Buga 2031 das ganze Welterbe bespielen sollProjektbausteine: Module der dezentralen Buga 2031Einstimmiges Votum: VG Loreley will Buga 2031 am MittelrheinEinstimmiges Votum für Bewerbung: VG Loreley will die Buga 2031 am Mittelrheinweitere Links
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