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    Bekommt Lahnstein ein neues Rathaus?

    Seit sich Ober- und Niederlahnstein zu einer Stadt vereint haben, wird über ein gemeinsames Rathaus gesprochen. Geklappt hat es bekanntlich bisher nicht – vor allem aus Geldmangel. Jetzt sehen Oberbürgermeister Peter Labonte und die Stadtspitze offenbar die Chance, die Stadtverwaltung zumindest auf weniger Dienststellen als bisher zu konzentrieren, ohne sich dadurch weiter zu verschulden. Künftiger Standort könnten die Gebäude 
der früheren Firma Mix Logistik am Rheinufer in Niederlahnstein (Goethestraße) sein.

    Lahnstein. Seit sich Ober- und Niederlahnstein zu einer Stadt vereint haben, wird über ein gemeinsames Rathaus gesprochen. Geklappt hat es bekanntlich bisher nicht – vor allem aus Geldmangel. Jetzt sehen Oberbürgermeister Peter Labonte und die Stadtspitze offenbar die Chance, die Stadtverwaltung zumindest auf weniger Dienststellen als bisher zu konzentrieren, ohne sich dadurch weiter zu verschulden. Künftiger Standort könnten die Gebäude 
der früheren Firma Mix Logistik am Rheinufer in Niederlahnstein (Goethestraße) sein.
    Die Lahnsteiner Verwaltung ist zurzeit auf mehrere Standorte verteilt: Da sind das Oberlahnsteiner Rathaus gegenüber der katholischen Kirche, das Niederlahnsteiner Rathaus in der Johannesstraße, der Rathausableger am Umweltbahnhof in Niederlahnstein, das Service-Center in der Oberlahnsteiner Westallee, die Tourist-Information am Salhofplatz sowie die beiden Bauhöfe zu nennen. Diese Zersplitterung hat zum einen negative Auswirkungen auf die Arbeit der Beamten und Angestellten, führt in Teilen zu Effizienzverlusten und kostet vor allem unnötig Geld – von den notwendigen Botengängen bis hin zu den vielfachen Kosten für EDV, Telefonleitungen oder der Ausstattung 
mit teuren Geräten und deren 
Wartung.
    Insofern ist das gemeinsame Rathaus nicht nur ein Fall für Träumer, sondern auch für jeden, der knallhart kalkuliert. Lange hatte die Stadt aus diesen Überlegungen heraus ein Vorkaufsrecht für das Areal, auf dem heute das Globus-Getränkecenter steht. Allein: Das nötige Kleingeld fehlte, sodass noch nicht einmal die Kosten für den Grunderwerb zusammenkamen. Unter diesen Umständen verwehrte die Kommunalaufsicht ihre Zustimmung zu dem Projekt; zur konkreten Planung ist es nie gekommen. Irgendwann wurde der Plan gänzlich aufgegeben.

    Jahresfehlbetrag von 7 Millionen Euro
    Wie aber kommt man unter diesen Vorzeichen – Lahnstein hat immerhin einen Jahresfehlbetrag von mehr als 7 Millionen Euro – allen Ernstes auf die Idee, eine Immobilie zu kaufen, um hier ein neues Rathaus einzurichten? Dies kann laut Oberbürgermeister Peter Labonte nur dann eine Möglichkeit sein, wenn die Stadt am Ende nicht drauflegt. „Wir wollen Geld sparen und nicht noch mehr ausgeben“, erklärt Labonte auf Anfrage unserer Zeitung. Für eine weitere Verschuldung gäbe es überdies von der Kommunalaufsicht auch kein grünes Licht.
    Der Stadtchef nennt zwar keine Zahlen, macht aber folgende Rechnung auf: Den Kosten für den Kauf der jetzigen Firmengebäude samt Areal, für die notwendigen Investitionen und den Umzug etc. stünden „enorme“ Einspareffekte in Organisation und Infrastruktur der Verwaltung, eine noch von der Mix Logistik stammende gute Möblierung, mögliche Landeszuschüsse sowie Mieteinnahmen (die Caritas nutzt Teile der Immobilie) gegenüber. Außerdem könnten das bei einem Umzug an den Rhein frei werdende Gebäude am Umweltbahnhof (1995 für eine Million Mark vom Bund erworben) sowie das Rathaus in der Johannesstraße (oder zumindest der Grund und Boden, auf dem es steht) verkauft werden. Diese Einnahmen stünden ebenfalls zur Verfügung. Zwar müsste dann immer noch Geld zu günstigen Kommunalkonditionen am Kreditmarkt aufgenommen werden, „nach unseren seriösen Berechnungen sind wir aber der festen Überzeugung“, so Büroleiter Winfried Ries, „dass wir das neue Rathaus nicht nur kostenneutral bekommen würden, sondern sogar noch einen positiven Effekt für den städtischen Haushalt erzielen“. Den Steuerzahler würde ein solches Projekt danach also nicht belasten. Was bei den Überlegungen ebenfalls ins Gewicht fällt: Neben der Feuerwehr wird vermutlich im ersten Quartal 2012 auch die gesamte Bauabteilung sowie die Verwaltung des Eigenbetriebs mit gut 30 Mitarbeitern in das frühere Verwaltungsgebäude des Versorgungsamtes in der Didierstraße umziehen – rund 200 Meter Luftlinie von der Mix Logistik entfernt, sodass sich beide Standorte eng verzahnen könnten.
    So viel zu den Kosten und Berechnungen. Jetzt aber zurück zum Anfang: Warum will die Mix Logistik eigentlich ihre Immobilie verkaufen? Anfang des Jahres ist der in Lahnstein beheimatete Bereich mit rund 40 Mitarbeitern an die Firma Arvato, eine Tochter der Bertelsmann Unternehmensgruppe, veräußert worden. Diese aber hat nicht das Eigentum übernommen und will zudem kurzfristig an einen anderen Standort wechseln. Die Liegenschaft am Rhein blieb also in Besitz der Mix Logistik, die seitdem versucht, einen Käufer zu finden. Bisher offenbar ohne Erfolg. Bei einem Besuch der Firma kam dann die Idee auf, ob hier nicht auch ein neues Rathaus Platz finden würde – ausreichend Raum gibt es für rund 70 Mitarbeiter, also die Fachbereiche 1 bis 3 samt Stabsstellen und Oberbürgermeister. Die Spitzen der Politik sind übrigens bereits Mitte April über diese Idee informiert worden.
    „Wir hätten natürlich am liebsten eine Folgenutzung durch ein Unternehmen an dieser Stelle“, erklärt OB Labonte. „Das zeichnet sich aber offenbar nicht ab. Insofern wurde dadurch erst das Projekt Rathaus denkbar.“ Denn das Objekt in der Goethestraße hat nicht nur genügend Platz, es verfügt auch über gute Verkehrsanbindungen. Varianten, wie etwa das frühere Postgebäude in Niederlahnstein, seien entweder zu teuer oder von den Räumlichkeiten her nicht nutzbar oder beides.

    Service-Center bleibt in der Innenstadt
    Die Touristinfo und das Service Center blieben nach all den Überlegungen übrigens an ihren jetzigen Standorten in der Innenstadt – und damit rund 80 Prozent der Publikumskontakte, die die Verwaltung täglich mit dem Bürger hat. Und das alte Rathaus in Oberlahnstein? Hier sei eine Folgenutzung möglich und wünschenswert, heißt es an der Stadtspitze. Michael Stoll

    

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