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    LahnsteinAuf dem Weg zur Schriftstellerin: Marisa und die Liebe zum Wort

    Manchmal dürfen Träume auch mal groß sein. So wie der von Marisa Cristina Rodriguez Moreno. Die 17-jährige Schülerin mit spanischen Wurzeln möchte Schriftstellerin werden und ist jetzt schon auf einem sehr guten Weg dahin.

    Um jederzeit ihre Ideen für weitere Geschichten aufschreiben zu können, hat Nachwuchsautorin Marisa Rodriguez Moreno immer ihr Notizbuch dabei.
    Um jederzeit ihre Ideen für weitere Geschichten aufschreiben zu können, hat Nachwuchsautorin Marisa Rodriguez Moreno immer ihr Notizbuch dabei.
    Foto: Marta Fröhlich

    Denn sie schaffte es unter die vier Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs zur Förderung junger Schreibtalente in Rheinland-Pfalz, den das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur jedes Jahr ausschreibt. Dazu gehörte neben einer ordentlichen Portion Talent auch ein gewisser Durchhaltewillen. „Ich habe vergangenes Jahr bereits mitgemacht und war auch bei der Preisverleihung dabei. Und ich habe mir so sehr gewünscht, auch mal dort oben zu stehen“, erzählt Marisa offen. Auf die Initiative ihres Deutschlehrers vom Marion-Dönhoff-Gymnasium hin bewarb sich Marisa noch einmal mit einer außergewöhnlichen Kurzgeschichte. Das Stück schildert in bedeutungssatten Bildern Ausschnitte verschiedenster Milieus, nutzt auch mal vulgäre Sprache, zieht den Leser in die Schilderung scheinbar banaler Alltagsszenen hinein. Doch immer wieder kehrt ein Motiv wieder: das der Ausgrenzung, des Innen und Außen. „Das Thema beschäftigt mich persönlich stark. Ich beobachte solche Szenen immer wieder, das inspirierte mich auch zu diesem Text“, gibt Marisa Einblicke in ihr Schaffen. „Kalt“ entstand in einem Guss, schnell war die 17-Jährige fertig und sehr aufgeregt, als die Mail mit der Gewinnbenachrichtigung vom Ministerium stand. Heute hält sie die Anthologie „Durchschrift 4“ in den Händen, in der ihr Text „Kalt“ sowie andere herausragende Texte des Wettbewerbs erschienen sind.

    Mir ist schon klar, dass der Beruf des Schriftstellers auch Glückssache ist.

    Marisa Christina Rodriguez Moreno ist sich bewusst, dass Talent allein nicht immer ausreicht, um den Traumjob Autorin zu erreichen.

    Neben der Auszeichnung und Veröffentlichung in einem Buch sowie einem Büchergutschein, den sie direkt in neues Lesefutter investiert hat, freute sich die junge Autorin besonders über das Proficoaching. Nun hat sie ein Jahr lang eine Mentorin an der Seite, die den steinigen Weg als Schriftstellerin bereits erfolgreich geht. Unter den Fittichen von Ruth Johanna Benrath, die beim Suhrkamp Verlag Romane, Theaterstücke und Gedichte veröffentlicht, kann Marisa an ihrer Schreibe arbeiten und ihren Stil schärfen. Benrath gibt Tipps zu weiteren Schreibwettbewerben und berät die Nachwuchsautorin bezüglich Sprache und Ausdruck. Dabei ist das Arbeiten an Texten mit einem Profi nicht immer ganz leicht, gibt Marisa zu. „Da fliegt schon mal ein ganzes Kapitel raus. Aber hinterher merke ich schon, wie gut das dem Text getan hat“, gibt die angehende Abiturientin zu.

    Kritik ist Marisa, die bereits in der Grundschule ihre erste 100-seitige Geschichte zu Papier gebracht hat, aber auch gewohnt. Nicht immer können Mitschüler verstehen, was sie am Schreiben findet. Andere verstehen ihre Texte nicht, äußern harsche Kritik. Auch Neider finden sich schnell, wenn der Erfolg einsetzt. „Das blende ich gut aus. Für mich ist die konstruktive Kritik wichtig, so kann ich mich verbessern“, sagt sie. Schrieb die Heranwachsende früher noch viele Fantasy-Geschichten, will sie sich heute auf mehr Realismus konzentrieren. Echte Szenen mit echten Menschen beschäftigen die Schülerin. Stets ein Notizbuch in der Tasche, erfasst sie die Eindrücke und Erlebnisse, um sie dann in Ruhe in Form zu gießen. „Ich liebe das Schreiben einfach. Einfach ungezwungen drauf los, so ganz anders als in der Schule, ohne direkt bewertet zu werden. Das genieße ich sehr“, beschreibt Marisa die Faszination am Schreiben. „Dabei werde ich eigentlich nie richtig fertig. Immer kann ich noch was verbessern.“ Eine gesunde Einstellung auf dem Weg zum Traumberuf Schriftstellerin.

    Die Anthologie „Durchschrift 4“ mit den Gewinnertexten des diesjährigen Nachwuchswettbewerbs, erschienen im Kontrast Verlag, ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

    Von unserer Reporterin Marta Fröhlich

    Der Nachwuchspreis

    Zum nunmehr vierten Mal schrieb das Land Rheinland-Pfalz den Wettbewerb zur Förderung junger Schreibtalente aus. Nachwuchsautoren zwischen 13 und 23 Jahren konnten Geschichten von bis zu 30 Zeilen einsenden. Aus rund 70 Bewerbungen wählte die fachkundige Jury, darunter auch bekannte Autoren, 23 herausragende Werke aus.

    Die vier besten Teilnehmer – unter ihnen auch Marisa Cristina Rodriguez Moreno – ergatterten den Hauptgewinn und profitieren jetzt von einer einjährigen Zusammenarbeit mit einem professionellen Autor als Mentor. Die Geschichten der 23 ausgewählten Autoren wurden in die Anthologie „Durchschrift 4“ aufgenommen und beim Kontrast Verlag veröffentlicht.

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