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    NiederfischbachWilder Freund aus dem Wald: Fuchsjunge Freddie kommt abends zu Besuch

    Der kleine Fuchs Freddie, den das Ehepaar Anne und Viktor Fieber aus dem Niederfischbacher Ortsteil Hahnhof seit vier Monaten großgezogen hat, ist nun wieder in Feld, Wald und Wiesen unterwegs. Aus dem kleinen Knäuel, das fiepend die Wohnung der Fiebers unsicher machte, ist ein fast ausgewachsener schlaksiger „Halbstarker“ geworden – aber noch genauso verspielt, verschmust und zutraulich wie anfangs. Mitte März hatte ein Jägerpaar den kleinen verängstigten Genossen bei den Fiebers abgegeben, weil in der ganzen Gegend bekannt ist, dass das Ehepaar in seinem abgelegenen Haus am Waldrand bereits zwei kleine Füchse aufgezogen und dann in die Freiheit entlassen hat. Und wie seine beiden „Vorgänger“ – Lotte und Fiene – fühlte sich auch der kleine Freddie bald hier zu Hause und spielte nicht nur mit seinen menschlichen Freunden, sondern auch den Haushunden Tilda und Rover.

    Obwohl Jungfuchs Freddie nun tagsüber die Freiheit im Wald bei Hahnhof genießt, kommt er doch abends immer noch „heim“ zu den Fiebers. Das Foto ist von vor drei Monaten.
    Obwohl Jungfuchs Freddie nun tagsüber die Freiheit im Wald bei Hahnhof genießt, kommt er doch abends immer noch „heim“ zu den Fiebers. Das Foto ist von vor drei Monaten.
    Foto: Archiv Seel

    Der kleine Reinecke – benannt nach dem Queen-Frontmann Freddie Mercury – wollte nie aus dem Haus, berichten seine Zieheltern jetzt. In Wohnzimmer, Flur und Küche tobte er mit Tilda und Rover herum, schlief aber die meiste Zeit in seiner Kuschelecke in einem umfunktionierten Kaninchenkäfig im Wohnzimmer oder kuschelte sich in eine kühle dunkle Ecke unterm Bett. Wer übrigens meint, so ein Füchslein rieche ungut, der irrt sich gewaltig. Beim Selbstversuch des Redakteurs stellte sich kuschelnder- und streichelnderweis' heraus, dass der kleine Bursche gar keinen Geruch ausströmt, dafür aber flauschig ist wie ein frisch gewaschener Wollpullover.

    Fiebers fütterten ihren Freddie anfangs mit Milch und dann nur noch mit Hundefutter aus der Dose und Trockenfutter. Später durfte er auch – draußen auf der Wiese – eine tote Maus fressen, wenn eine der vier Fieber-Katzen mal eine ins Haus brachte. Noch später richtete Viktor ein Kleingehege für den Fuchs im Garten her, wo der mittlerweile dem Welpenalter Entwachsene nicht nur tote Mäuse und Eintagsküken zu fressen bekam, sondern sich auch bei der Jagd nach Fliegen und anderen Insekten für die Zeit im Wald üben konnte.

    Er spielt dann auch mit Haushund Tilda.
    Er spielt dann auch mit Haushund Tilda.
    Foto: privat

    Raus aus dem Haus oder dem sicheren Gehege wollte er aber zunächst nicht, berichtet Viktor Fieber. „An Fronleichnam haben wir es dann zum ersten mal versucht und Freddie ins Freie hinausgelassen. Um die Mittagszeit gingen wir mit Tilda vor die Haustüre, und vorsichtig kam Freddie hinterher. Er blieb aber erst mal immer in unserer Nähe – und dann war er plötzlich im Wald verschwunden.“

    Dort erlebte der Kleine prompt sein erstes echtes Abenteuer: „Er geriet in ein dickes Gewitter mit strömendem Regen, Blitz und Donner“, berichtet Anne Fieber, „und wir hörten ihn draußen im Wald laut fiepen vor Angst. Da hat er sich wohl irgendwo versteckt. Später dann, am frühen Abend, kam er wieder heim und war pitschnass – und fix und fertig. Er verkroch sich unterm Bett und schlief erst mal richtig aus.“

    Am nächsten Tag wurde die Freiheit für Freddie noch spannender: Da machte er seine erste Bekanntschaft mit einem anderen Fuchs, weiß Anne: „Ich war in der Küche, Tilda war draußen angebunden – auf einmal hörte ich ein furchtbar lautes Tiergeschrei, richtig panisch. Als ich rausging, zischte Freddie plötzlich an mir vorbei und brachte sich im Haus in Sicherheit. Draußen sah ich nur noch einen anderen Fuchs wegrennen.“ Heute verstehen sich die beiden Füchse aber besser.

    Freddie fläzt sich auch mal in der Dusche.
    Freddie fläzt sich auch mal in der Dusche.
    Foto: privat

    Mittlerweile hat sich Freddie an das Leben in freier Wildbahn gewöhnt und genießt es. Doch sein Zuhause ist nach wie vor das Haus der Fiebers – zumindest nachts. Denn abends, meist so gegen elf Uhr, schleicht er hinein und frisst. „Manchmal“, sagt Viktor, „kommt er mit unheimlich viel Hunger nach Hause, manchmal hat er aber auch kaum Appetit. Daran sehe ich, dass er das Jagen offenbar schon gelernt und draußen Beute gemacht hat. Das haben die Füchse, die wir vor ihm großgezogen haben, auch immer schnell gelernt.“ Drinnen hat er nach wie vor seine angestammten Lieblingsplätze: Im Wohnzimmer, unterm Sofa, am Ofen und sogar in der Dusche. Denn wie bei allen lieben Eltern, so ist es auch bei den Fiebers: Die Türen stehen für ihre Kinder immer offen. Auch, wenn sie Freddie inzwischen tagsüber nicht mehr zu Gesicht bekommen – abends kommt er (noch) nach Hause. „Dann läuft er ins Wohnzimmer, wo sein Futter steht“, lacht Anne. „Und nach dem Essen stupst er mich an und will gestreichelt werden. Dabei genießt er vor allem das Öhrchenkribbeln und fiept die ganze Zeit selig herum. Manchmal mache ich ihm dann auch die Zecken weg. Oft tobt er mit Tilda herum – die beiden sind nach wie vor die dicksten Freunde.“ Morgens um fünf schleicht sich Freddie dann wieder hinaus ins Freie. „Wir sind sehr gespannt“, sagt Viktor Fieber, „wie lange er uns noch besuchen wird.“

    Von unserem Redakteur Peter Seel

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