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    Kreis Altenkirchen

    Sondercheck für Brunnen muss nur einmal sein

    Im Friesenhagener Land hat sich vor einiger Zeit die kreisweite Initiative „Bündnis Unser Trinkwasser" gegründet.

    Iin der sich etliche Bewohner von Einzelgehöften und Weilern zusammengetan haben, die nicht an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen sind, sondern das kühle Nass aus einem Brunnen holen. Sie alle lassen jedes Jahr die Qualität ihres Wassers routinemäßig mikrobiologisch untersuchen, vor allem auf gesundheitsschädliche Keime hin. Durch eine Änderung der Trinkwasserverordnung, die die Europäische Union an ihre Staaten weitergegeben hat, sollen Brunnenbesitzer nun kreisweit zusätzlich eine wesentlich umfangreichere Prüfung durchführen lassen, die das Wasser vor allem auch auf Pestizidrückstände, Schwermetalle und andere chemische Substanzen durchcheckt. Das müssen die Betroffenen selber bezahlen. Von bis zu 1000 Euro pro Untersuchung geht die Rede (die RZ berichtete). Betroffen sind 180 Brunnen im AK-Land, davon 85 in der Verbandsgemeinde Kirchen – und dort die meisten in den Weilern und Höfen rings um Friesenhagen – und 70 in der VG Wissen. Beim Trinkwasser-Bündnis, das sich gegen die einmalige, umfangreiche Zusatzuntersuchung wehrt, sind besonders die Friesenhagener stark vertreten. Die Gruppe hat Aktionen gegen die Pläne angekündigt. Um die Diskussion zu entschärfen, hat die Kreisverwaltung in Altenkirchen, die die Bestimmungen aus Brüssel umsetzen muss, gestern bei einem Pressegespräch nochmals auf zwei Fakten hingewiesen, die die Brunnenbesitzer offenbar grundlos auf die Barrikaden bringen: Erstens handle es sich bei der „umfassenden Untersuchung" für jeden Brunnenbesitzer um eine einmalige Angelegenheit – ob er seinen Brunnen neu gebohrt hat oder ihn seit Jahrzehnten nutzt. Damit wird der geänderten Trinkwasserverordnung von Ende 2011 Rechnung getragen, die der Tatsache gerecht werden will, dass in den vergangenen 20 bis 40 Jahren Schadstoffe in die Böden und somit ins Wasser gelangt sein könnten, die heute als gesundheitsschädlich erkannt und längst verboten sind, etwa weil sie krebserregend oder sogar genetisch schädlich sind. Das Gesundheitsamt beim Kreis hat dafür von den fast 40 vorgegebenen zu prüfenden Parametern jene ausgeschlossen, die in unserer Region nicht zu erwarten sind, etwa Uran. Allerdings geht es um Pestizide, die in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurden, und um schädliche Schwermetalle. Sollten bei der „umfassenden Untersuchung" an einzelnen Brunnen Überschreitungen der Grenzwerte gemessen werden, müssten – nachdem Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden – nur diese Parameter erneut überprüft werden. Zweite Entwarnung aus Altenkirchen: Je nachdem, welches Chemielabor ein Brunnenbesitzer mit dem einmaligen Sondercheck beauftragt, kann es nach Wissensstand der Kreisverwaltung preislich deutliche Unterschiede geben, preiswerter als die von vielen befürchteten 1000 Euro. Zudem kann man die Untersuchung auf zwei Jahre aufteilen: Im ersten etwa könnte die Wasserprobe auf Pestizide hin untersucht werden, im zweiten auf Schwermetalle. Christina Held, Pressesprecherin beim Kreis, macht darauf aufmerksam, dass die Brunnenbesitzer dem Gesetz ebenso nachkommen müssen wie Hausbesitzer ihrer Pflicht, die Schornsteine reinigen zu lassen. Zudem seien alle Betroffenen bereits im Frühjahr 2012 vom Kreis informiert worden – drei Monate, nachdem die neue Wasserverordnung im November 2011 in Kraft getreten sei. Während die meisten Brunnenbesitzer in der VG Wissen die Sonderuntersuchung bereits durchgeführt oder in die Wege geleitet hätten, gebe es aus dem Friesenhagener Land bislang kaum Reaktionen. Bis zum 28. Oktober jedoch muss jeder nachweisen, dass er sich um die Sache kümmert. Ansonsten müsste das Kreisgesundheitsamt ein Labor beauftragen, das den Brunnen untersucht – auf Kosten des Besitzers. Das Landesuntersuchungsamt habe Vorgehen und Entscheidungen des Kreises als angemessen bewertet. Altenkirchen sei „in vorbildlicher Art und Weise" bemüht, individuelle, auf die jeweilige Situation der Wasserversorgungsanlage zugeschnittene Lösungen für die Trinkwasserüberwachung zu finden. Der Kreis habe seine Entscheidungen klar und transparent kommuniziert. Dabei würden erstens die Anforderungen an die Trinkwasserverordnung erfüllt und zweitens die Kosten der Betreiber in Grenzen gehalten. Held bittet alle Betroffenen, sich bei Fragen beim Gesundheitsamt zu melden. Peter Seel

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