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    Rätselhaftes Doppelfeuer in Hilkhausen: Warum brennt ein Haus gleich zweimal?

    Zwei Brände innerhalb von nicht einmal zwölf Stunden: Manfred und Elvira Holtz aus dem Weyerbuscher Ortsteil Hilkhausen haben bis auf ein paar persönliche Dinge fast alles verloren. Zerstörte der erste Brand des angemieteten Fachwerkhauses am Donnerstagmittag „nur“ die Scheune und einen Teil des Wohnbereichs (wir berichteten), so schlug ein weiteres Feuer in der Nacht zum Freitag in voller Stärke zu. Ein unentdecktes Glutnest? Brandstiftung? „Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärt uns die Kriminalpolizei in Betzdorf auf Anfrage.

    Manfred und Elvira Holtz haben bei zwei Bränden am Donnerstag und Freitag fast ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ortsvorsteher Markus Heiermann (links) und die Hilkhausener stehen dem allseits beliebten Paar in der besonders schwierigen Zeit mit Rat und Hilfe zur Seite.  Foto: Heinz-Günter Augst
    Manfred und Elvira Holtz haben bei zwei Bränden am Donnerstag und Freitag fast ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ortsvorsteher Markus Heiermann (links) und die Hilkhausener stehen dem allseits beliebten Paar in der besonders schwierigen Zeit mit Rat und Hilfe zur Seite.
    Foto: Heinz-Günter Augst

    Fassungslos steht das Ehepaar vor den Trümmern. Am Donnerstag gegen 13.30 Uhr war Elvira Holtz in der Küche des Hauses, ihr Mann war unterwegs. „Ich hörte erst ein Knistern und dachte, es wäre am regnen“ so die 59-jährige. „Plötzlich sah ich an unserem Pavillon, der unmittelbar am Haus stand, kleine Flammen. Dann knallte es, und der Pavillon stand völlig in Flammen. Das Feuer griff in Windeseile auf die an das Haus angebaute Scheune über“, erinnert sich die Frau. Sie handelt schnell: „Ich habe sofort einen Notruf abgesetzt. Nur wenige Minuten später waren die ersten Feuerwehrleute vor Ort. Nach rund zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle.“

    Bei allem Leid, dass das Paar erfahren musste, wurden ihnen aber auch die Hände zur Hilfe gereicht: „Unsere Nachbarn, Familie Hans-Gerd Schneider, boten uns umgehend Unterkunft an. Als wir nach der ganzen Aufregung endlich zur Ruhe kamen, konnten wir uns in frisch bezogene Betten legen. Doch die Ruhe währte nur kurz,“ berichtet Elvira Holtz. Um kurz nach Mitternacht hört sie Knallgeräusche wie bei einem Feuerwerk. „Beim Blick aus dem Fenster sah ich unser Wohnhaus in Flammen stehen. Eine weitere Nachbarin hatte inzwischen schon die Feuerwehr alarmiert.“

    Nach dem ersten Brand konnte die Familie mit Hilfe der Feuerwehr noch einige wichtige Dinge aus dem Haus schaffen. „Den Rest wollten wir am nächsten Morgen holen“, so der 71-jährige Manfred Holtz. „Leider kam es nicht dazu. Das zweite Feuer hat das gesamte Obergeschoss des Hauses zerstört.

    Die Betroffenheit in Hilkhausen ist groß, aber auch die Hilfsbereitschaft: Kleidung und Einrichtungsgegenstände werden dem Paar angeboten, ebenso eine in Kürze frei werdende Wohnung. Manfred und Elvira Holtz sind seit 1985 ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft. Die beiden helfen überall, wo es nur geht. Ihre große Liebe gilt auch dem örtlichen Karneval. Seit vielen Jahren ist Manfred immer dabei, wenn der Wagenbau für den Umzug beginnt“, so Ortsvorsteher Markus Heiermann. Elvira Holtz trifft man fast täglich mit ihrer Schäferhündin Leica im Ort, auch wenn sie die Rhein-Zeitung in die Briefkästen steckt.

    Trotz allen Leids zeigen sich die beiden dankbar für die große Unterstützung. Auch wenn sie, wie viele in Hilkhausen, die Frage beschäftigt, wie so ein zweifaches Feuer passieren kann. Verbandsgemeindewehrleiter Ralf Schwarzbach will zwar ein unentdecktes Glutnest als Ursache für den zweiten Brand nicht ausschließen, hat aber dennoch Zweifel. „Wir haben alles mit Wärmebildkameras unter die Lupe genommen, waren noch bis in den Abend vor Ort“, sagt er im RZ-Gespräch. „Eigentlich waren wir sehr stolz, dass wir beim ersten Mal das Gebäude retten konnten – und dann das“, sucht er nach Erklärungen. Keine leichte Aufgabe für die Brandermittler der Kripo: „Wir tragen Fakten zusammen, befragen Zeugen“, heißt es aus Betzdorf. „Doch das kann sich alles noch lange hinziehen.“

    Wer das Ehepaar Holtz unterstützen möchte, kann dies tun. Die Ortsgemeinde Weyerbusch hat ein Spendenkonto über die Verbandsgemeindekasse bei der Sparkasse Westerwald-Sieg eingerichtet: Iban: DE 30 5735 1030 0000 0003 15; BIC: MALADE51AKI. Verwendungszweck: 44 884-1462 581 (bitte unbedingt angeben).

    Von Heinz-Günter Augst und Markus Kratzer

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