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    Bad Kreuznach

    Rotenfels, Romantik und die Radontherapie

    Die Nikolauskirche, mittelalterliche Fachwerkhäuser und das historische Stadtschreiberhaus stehen rund um den Bad Kreuznacher Eiermarkt, der über Jahrhunderte das Zentrum der Neustadt war.

    Weihnachtliches Ambiente lädt zum Verweilen ein. Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH
    Weihnachtliches Ambiente lädt zum Verweilen ein.
    Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH

    Der Eiermarkt im historischen Zentrum von Bad Kreuznach verwandelt sich jedes Jahr im Advent in den Nikolausmarkt. Wo in alter Zeit Eier, Früchte, Fisch und Töpferwaren feilgeboten wurden, gibt es in der Vorweihnachtszeit Glühwein, Pfefferkuchen und Bratwurst als erste Stärkung für einen winterlichen Spaziergang entlang der Nahe durch das Salinental in den Stadtteil Bad Münster am Stein-Ebernburg mit dem romantischen Weihnachtsmarkt im Kurpark. Auf der Mannheimer Straße geht es über die Nahe zur Kurhausstraße, die vorbei an der Pauluskirche direkt in das Kurviertel und zum Kurpark von Bad Kreuznach führt. Dort liegt die heilende Kraft des Salzes in der Luft. Im Nahetal zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg gibt es an mehreren Stellen salzhaltige Quellen.

    Schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Gradierwerke gebaut, mit denen Salz gewonnen wurde. Den Ruhm als Heilbad verdankt Bad Kreuznach dem jungen Wiesbadener Arzt Dr. Johann Erhard Prieger, der 1817 Sole-Trink- und Badekuren einführte. Auf dem Badewörth flanierten im 19. Jahrhundert Gäste aus ganz Europa. Die deutschen Kaiser und Könige kamen nach Bad Kreuznach, ebenso große Namen wie Ludwig Uhland, Johannes Brahms und Hoffmann von Fallersleben. „Wir feiern in diesem Jahr 200 Jahre Heilbad, obwohl die Stadt den Beinamen Bad erst seit 1924 trägt. Für uns beginnt die Geschichte des Heilbades mit dem Wirken von Dr. Prieger, der Kinder mit Drüsengeschwülsten in großen Badezubern mit Sole behandelte und damit großen Erfolg hatte. Als er 1867 starb, war auf dem Brachland zwischen Nahe und Mühlenteich das Kurviertel entstanden“, erklärt Dr. Michael Vesper, Geschäftsführer der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH, das diesjährige Jubiläum.

    Heute ist das Salinental das größte Freiluftinhalatorium Europas. Zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg stehen von den ursprünglich zehn noch sechs bis zu zehn Meter hohe Gradierwerke. Die Sole rieselt dort über Schwarzdornheckenwände. Im Winter sind die Gradierwerke abgestellt. Ein kleines Gradierwerk aber ist ganzjährig im Bäderhaus Bad Kreuznach aktiv. Davor können es sich die Bade- und Saunagäste auf Stühlen bequem machen und die frische salzige Brise genießen. Gleich nebenan in den Crucenia-Salzgrotten gibt es eine weitere Möglichkeit, die salzhaltige Luft einzuatmen. Bei gedämpftem Licht, entspannender Musik und angenehmen 22 Grad genießen die Gäste hier eine 45-minütige gesunde Auszeit in der mit Salzziegeln aus dem Toten Meer ausgekleideten Grotte. Für Familien gibt es eine weitere Salzgrotte, in der die Kinder spielen können, während die Eltern auf ihren Liegen relaxen. Die Crucenia-Salzgrotten haben täglich von 8.30 bis 19.30 Uhr geöffnet.

    Vom Kurviertel geht es über eine Brücke auf die andere Uferseite zum Spazierweg zwischen Weinberg und Nahe in den Stadtteil Bad Münster am Stein-Ebernburg. Der Weg führt am ersten Quecksilberstollen der Welt vorbei, der für die schmerzlindernde Radontherapie eingesetzt wird. Die Nutzung der Radioaktivität für medizinische Zwecke erforschte der Kreuznacher Apotheker Dr. Karl Aschoff, der den bis heute genutzten Radonstollen 1904 eröffnete und dem Bad neuen Auftrieb gab.

    Umso näher Bad Münster am Stein-Ebernburg rückt, umso enger wird das Nahetal. Hohe Felsen verengen das Tal, und die Nahe sprudelt sehr lebendig in ihrem Flussbett. Zu Füßen der Porphyrfelsen reiht sich Weinberg an Weinberg. Der höchste und steilste Felsen des Massivs ist der Rotenfels. Die namensgebende rötliche Färbung verursacht das Porphyrgestein Ryolith.

    Sobald es dämmert, ist der Weihnachtsmarkt von Bad Münster am Stein-Ebernburg nicht mehr zu verfehlen, denn Tausende helle Lämpchen leuchten im Kurpark, sie umhüllen die mächtigen Baumkronen der alten Bäume und zeichnen die Silhouette des historischen Kurmittelhauses nach. Den imposanten Hintergrund bildet der angestrahlte Rheingrafenstein. Mehr als 100 Marktbuden im Kurpark, in der Brunnenhalle und im Kurpavillon präsentieren Holzspielzeug, Gartendeko aus Metall, Vogelhäuschen aus Weinkorken, Adventsschmuck und Weihnachtsgestecke. Der Glühwein kommt von den Nahewinzern, und die kulinarischen Angebote von süß und herzhaft sind allesamt verlockend. Der Romantische Weihnachtsmarkt im Kurpark von Bad Münster am Stein-Ebernburg hat am dritten Adventswochenende samstags von 14 bis 21 Uhr und sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Bad Kreuznacher Nikolausmarkt am Eiermarkt ist bis zum 23. Dezember Montag bis Freitag von 15 bis 21 Uhr und am Wochenende von 12 bis 21 Uhr geöffnet. Heidrun Braun

    Weitere Informationen

    Haus des Gastes, Kurhausstraße 22–24; Bad Kreuznach, Telefon 0671/836 00 50, www.bad-kreuznach-tourist.de, www.gastlandschaften.de/weihnachten

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