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Mainz

Mainzer Weinsalon an der Rheinpromenade: Bühne frei für die jungen Winzer

Die Weingläser klingen, gesellige Livemusik und Stimmengewirr erfüllen die Rheinpromenade zwischen Mainzstrand und dem Brückentor der einstigen Stadtbefestigung. Die Tische sind schnell besetzt, und die Plätze auf dem breiten Beckenrand des Kurfürstenbrunnens mit großer Fontäne sind ebenso begehrt. An jedem ersten Dienstag zwischen April und September öffnen auf diesem Platz ab 17 Uhr die Jungwinzer aus Rheinhessen ihre besten Weine für die After-Work-Party „Mainzer Weinsalon“ – ein Treffpunkt für viele Mainzer, der auch die Gäste der Stadt anzieht.

Alina Hammer und Philipp Räder sind Jungwinzer vom Mainzer Weinsalon.
Alina Hammer und Philipp Räder sind Jungwinzer vom Mainzer Weinsalon.
Foto: Heidrun Braun

Zwischen den Eckpfeilern des Brückentors, das 200 Jahre lang der offizielle Eingang in die Stadt war, prangt der Mainzer Kurfürstenzyklus. Was hier in Beton gegossen ist, hütet das Landesmuseum in der Großen Bleiche im Original aus dem 14. Jahrhundert. Auch dort veranstalten die Jungwinzer an jedem dritten Dienstag in der Saison den Weinsalon im Innenhof.

Gemütlicher Blick auf den gut besuchten Mainzer Weinsalon.
Gemütlicher Blick auf den gut besuchten Mainzer Weinsalon.
Foto: Heidrun Braun

Die Mainzer Kurfürsten wussten den edlen Tropfen schon genauso zu schätzen, wie wir es heute tun, denn die Tradition des Weines ist so alt wie die Geschichte der Stadt. Heute sind Mainz und Rheinhessen – die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und die größte Weinbauregion Deutschlands – Mitglied im Great Wine Capitals Global Network und damit die exklusive deutsche Vertretung des internationalen Netzwerkes.

Die jungen Winzer Rheinhessens führen die über Generationen auf den Weingütern gepflegte Tradition weiter und verknüpfen sie mit ihren frischen Ideen rund um den Wein. Der Mainzer Weinsalon vereint Jungwinzer aus 20 rheinhessischen Weingütern. Sie unternehmen viel zusammen, tauschen ihre Ideen rund um den Wein aus und bilden sich weiter. Über das Jahr treten sie auf vielen Veranstaltungen gemeinsam auf und sind stolz auf die vielen Besucher der After-Work-Partys, mit denen sie dem Rheinhessenwein die Bühne geben, die er verdient hat.

Einer von ihnen ist Philipp Räder, Weinbautechniker, Junior vom Weingut Bernhard Räder in Flomborn und Vorstandsmitglied vom Mainzer Weinsalon. „Tradition bewahren und sich dem Neuen öffnen, das ist das Motto unseres Weingutes, auf dem drei Generationen Hand in Hand arbeiten und neuen Ideen rund um den Wein aufgeschlossen sind“, sagt er. Eine solche Idee ist die ökologische Bewirtschaftung der Weinberge, die dazu führte, dass heute alle Weine das Biosiegel tragen. Philipp Räder ist auf dem Weingut für die Gestaltung der Weinlinien verantwortlich und probiert neben dem Ausbau der klassischen Rebsorten wie Müller-Thurgau, Riesling und Spätburgunder Neues aus. Dazu gehören ein frischer grüner Sauvignon Blanc und im Holzfass gereifter Chardonnay und Silvaner.

Das Thema Wein ist in Rheinhessen schon lange keine Domäne der Männer mehr. Ein Beispiel dafür ist die junge Katharina Faust aus Siefersheim, die als rheinhessische Weinprinzessin 2010 Aufsehen erregte, als sie auf einem Elefanten über die Weinbergslage „Goldenes Horn“ ritt. Ihre Affinität zu den Dickhäutern mag mit ihrem Durchsetzungsvermögen zu tun haben, mit der sie die „VinoGeneration“ gründete. Dieser Verein der Jungwinzer gestaltet an acht Donnerstagen in den Sommermonaten den schon legendären Treffpunkt „Feieroomend“ in den acht Ortsgemeinden der Verbandgemeinde Wöllstein mit erlesenen Weinen und rheinhessischen Köstlichkeiten. Das Weinfest „Feieroomend“ trägt das Gütesiegel „Rheinhessen ausgezeichnet“. Alina Hammer vom Weingut Meyerhof in Flonheim und Zweite Vorsitzende beim Mainzer Weinsalon erklärt die Erfolgsgeschichte der Veranstaltung: „Auf einer After-Work-Party sind mindestens sieben Weingüter dabei. So teilen wir uns die Arbeit. Außerdem haben wir Spaß dabei, mit unseren Kunden ins Gespräch zu kommen, ihre Fragen zu beantworten und ihre Reaktionen zu hören. Es ist eine gute Gelegenheit, unsere Begeisterung für den Wein und Rheinhessen weiterzugeben.“

Nicht für jeden, der auf einem Weingut aufwächst, ist es selbstverständlich, in die Fußstapfen der Eltern zu treten. Alinas Eltern nahmen sie schon als Kind mit in die Weinberge, aber als es um die Berufswahl ging, sah sie ihre Zukunft zunächst nicht in Flonheim. Sie studierte Internationale Weinwirtschaft, sah sich in Neuseeland um und änderte ihre Meinung dann doch. In Geisenheim studierte sie Weinbau und blieb auf dem Meyerhof. Die Liebe zu den rheinhessischen Weinbergen liegt ihr wohl doch im Blut. Am Dienstag nach Ostern, dem 3. April, eröffnet die erste After-Work-Party an der Rheinpromenade die Saison. Alle Termine gibt es im Internet unter www.mainzer-weinsalon.de Heidrun Braun

Infos: Mainzer Weinsalon, Weberstraße 9, Mainz, kontakt@mainzer-weinsalon.de, Telefon 06131/620.559, www.mainzer-weinsalon.de

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