Rhein-Lahn/Limburg

Integration braucht das Miteinander: Bistumsprojekt und Fonds unterstützen Willkommenskultur in Pfarreien

„Integration fällt nicht vom Himmel, und auch das Engagement des Einzelnen allein reicht nicht,“ erklärt Merhawit Desta, Referentin für Migration und Sozialrecht beim Caritasverband für die Diözese Limburg.

Der Limburger Dom.
Der Limburger Dom.
Foto: Camilla Härtewig/Archiv

„Integration braucht das Miteinander von Menschen, funktionierende Netzwerke und nicht zuletzt Geld, um Projektideen für und mit Flüchtlingen umzusetzen. Daher haben wir zusammen mit Caritasverbänden, Pfarreien, ehrenamtlichen Initiativen, Bildungsträgern und Vereinen im Laufe der vergangenen Jahre verlässliche und gute Unterstützungsstrukturen mithilfe des Fonds 'Partnerschaft mit Flüchtlingen' (PmF) im Bistum Limburg aus- und aufgebaut“, führt Desta aus, die nach fast acht Jahren Willkommenskultur für Flüchtlinge im Bistum Limburg“ ein durchweg positives Fazit zieht.

Beispielsweise wurde der seit mehr als drei Jahrzehnten bestehende PmF-Fonds ab dem Jahr 2015, als viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger nach Deutschland kamen, um 150.000 Euro aus dem Willkommenskulturprojekt auf den doppelten Betrag aufgestockt. „Da war es das Gebot der Stunde, schnell zu helfen“, um gerade ehrenamtliches Engagement in Pfarreien zu unterstützen, so Generalvikar Rösch.

Mittlerweile können viele Pfarreien und Initiativen auf viele Erfolgsgeschichten schauen, wie Gemeindereferent Heiko Litz in der Pfarrei St. Bonifatius in Wiesbaden. „Die Arbeit mit und für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen ist sehr viel einfacher mit diesem guten Netzwerk, mit der Unterstützung der Willkommenskultur des Bistums und der Caritasverbände, mit unbürokratisch zu beantragenden Mitteln aus dem PmF-Fonds und dem wirklich tollen Engagement von so vielen Menschen“, resümiert Litz.

Dabei hätten sich die Integrationsanforderungen der Menschen im Laufe der vergangenen Jahre verändert. Sie seien nun komplexer und differenzierter. „Vor allem das Engagement der vielen Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden gilt es an dieser Stelle ausdrücklich zu würdigen“, betont Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner. „Die Unterstützungsangebote wie der Fonds 'Partnerschaft mit Flüchtlingen' ermöglichen vor Ort wichtige Initiativen und Integrationsprojekte für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund und geben den vielen Engagierten Rückenwind und auch Vertrauen“, so Klärner.

Und genau diesen Rückenwind und das Vertrauen brauche es für alle Akteure, bestätigt Desta. „Denn auch in Zukunft werden uns als Caritas die Themen Flucht, Migration und Integration beschäftigen.“ Und hier müsse man sich weiter starkmachen für Integration. Daher freut sich die Referentin, die zuständig ist für den von Bischof Franz Kamp­haus initiierten PmF-Fonds, dass das Bistum den Fonds weiterhin mit jährlich 50.000 Euro unterstützt.

Insgesamt hat der Fonds damit ab 2022 ein jährliches Volumen von rund 200.000 Euro. Der Fonds wurde 1986 ins Leben gerufen. Die verfügbaren Mittel ermöglichen Kirchengemeinden, katholischen Einrichtungen und Initiativen sowie Caritasverbänden in der Diözese Limburg seit mehr als 35 Jahren, ein differenziertes Betreuungs- und Orientierungsangebot für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu unterhalten.

Projekt ist im Dezember ausgelaufen

Das Bistum Limburg engagiert sich mit dem Projekt „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ seit Anfang 2014 für Geflüchtete mit einem Finanzvolumen von 5,8 Millionen Euro. Von 2015 bis 2021 hat der Fonds Partnerschaft mit Flüchtlingen (PmF) aus dem Projekt jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 150 000 Euro erhalten. So war es möglich, dass zahlreiche Integrationsmaßnahmen vor Ort stattfinden können, die Caritasverbände, Pfarreien, ehrenamtliche Initiativen und viele andere umgesetzt haben.

Das Projekt „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ endete nach fast acht Jahren Ende Dezember 2021. Eine Dokumentation über die gesamte Projektlaufzeit ist in Arbeit und wird in Kürze erscheinen.