Limburg

Alte Windräder bei Offheim: Für Ersatz gibt es von Behörden kein grünes Licht

mehr als 20 Jahren drehen sich die beiden Windräder an der B 49 auf der Offheimer Gemarkung, manchmal stehen sie allerdings auch. Die Windräder sind in die Jahre gekommen, eigentlich Zeit für ein Repowering, also einen Ersatz der alten Anlage durch neue Windräder. Doch bisher ist das nicht möglich, die Zukunft des Standorts als Windvorrangfläche ist nicht gewährleistet und planerisch nicht abgesichert.

Die Windkraftanlage in Offheim besteht aus zwei Windrädern, die auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nahe der B 49 stehen. Bisher war ein Repowering nicht möglich.
Die Windkraftanlage in Offheim besteht aus zwei Windrädern, die auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nahe der B 49 stehen. Bisher war ein Repowering nicht möglich.
Foto: Stadt Limburg

Limburgs Erste Stadtrat Michael Stanke hat deshalb nun direkt an den hessischen Wirtschafts- und Umweltminister Tarek Al-Wazir geschrieben und um Unterstützung gebeten, den Windkraftstandort zu sichern und zukunftsfähig zu machen. „Aufgrund der aktuellen Diskussion und dem mittlerweile allgemein politisch anerkannten Sachverhalt, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien absolute Priorität haben soll, ist der Zeitpunkt gekommen, die politischen Vorgaben zu überdenken und landesplanerisch einfache Maßnahmen schnell umzusetzen“, schreibt Stanke ist seinem Brief. Dass die Flächen in der Vergangenheit nicht berücksichtigt wurden, ist den seinerzeit geltenden politischen Vorgaben zuzuschreiben.

Nach Angaben des Ersten Stadtrats werden drei Argumente angeführt, die gegen die Planung eines Repowering sprechen. Dabei gehe es um die nicht einzuhaltenden Abstandsflächen, eine zu geringe Windgeschwindigkeit sowie um die Fläche selbst, die mit unter 15 Hektar Größe zu klein sei. Nach den Angaben von Stanke gibt es jedoch die Möglichkeit, mit einer kleinen Verschiebung der Standorte die Abstandsflächen einzuhalten, was aufgrund der bereits vorhandenen Infrastruktur leicht umgesetzt werden könnte. Bei der Berechnung der Abstandsflächen würden zudem auch Erweiterungsflächen des Flächennutzungsplans einbezogen, für die es derzeit keine konkrete Planung gebe.

Das Argument der zu geringen Windgeschwindigkeit hält Stanke für widerlegt, denn die bestehende Anlage sei seit Jahren in Betrieb und der Investor bemühe sich aufgrund der zurückliegenden Jahre um eine Zukunft des Standorts. Für Stanke ein deutliches Zeichen dafür, dass die Anlage wirtschaftlich zu betreiben ist und der Wind dazu ausreicht. In seinem Schreiben an den Minister weist er zudem darauf hin, dass die Gutachten, die zum einen der RP und zum anderen dem Investor vorliegen, zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Die Frage, ob die Fläche zu klein ist, hält Stanke nur dann für sinnvoll, wenn dort eine komplett neue Anlage entstehen würde. Doch das sei nicht der Fall, die Anlage bestehe schon seit vielen Jahren und der Standort müsse aufgegeben werden, wenn für sie lediglich Bestandsschutz bestehe, aber ein Repowering nicht möglich sei.

„Eine Energiewende ist nicht zu schaffen, wenn etablierte Altanlagen Stück für Stück abgebaut werden müssen“, macht der Erste Stadtrat in dem Schreiben an den Minister deutlich. Wie er weiter ausführt, sind die dort befindlichen Windräder in der umliegenden Bevölkerung absolut unumstritten und allgemein akzeptiert. Proteste oder Berichte über Beeinträchtigungen seien zudem nicht bekannt.

In seinem Brief weist Stanke darauf hin, dass eigentlich alle Ebenen von Politik und Verwaltung die Hürden und Hindernisse in Sachen Energiewende beseitigen wollen. Deshalb bittet er Minister Al-Wazir darum, das Vorhaben zum Erhalt des Standorts mit modernen Windkraftanlagen zu unterstützen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich das Repowering möglichst schnell umsetzen lässt. „Damit könnte dann auch wieder ein kleiner Beitrag zur Energiewende geleistet werden“, schreibt der Erste Stadtrat.