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    Berlin

    Zentralrat der Muslime: Verrat am Glauben

    Mit Anteilnahme und Bestürzung haben Politiker in Deutschland auf den Anschlag auf die Journalisten des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" reagiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Tat als "abscheulich". Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat den Terroranschlag von Paris scharf verurteilt.

    Von unseren Berliner Korrespondentinnen Rena Lehmann und Eva Quadbeck

    Mazyek sagte: "Diese Tat ist ein Verrat am islamischen Glauben. Dennoch ist zu befürchten, dass der Terror von Paris den anti-islamischen Strömungen in Deutschland Auftrieb gibt." Dies sei Mazyek zufolge "der perfide Plan der Terroristen. Sie wollen Zwietracht säen, einen Krieg provozieren zwischen den Religionen. Auch die Muslime sind Opfer dieser Tat." Mazyek sieht die Gefahr, "dass die undifferenzierte Haltung, den Islam mit diesen abscheulichen Taten gleichzusetzen, Zulauf bekommt". Dies müsse verhindert werden. Aus Sicht der Bundeskanzlerin stellt der Anschlag einen Angriff auf die Pressefreiheit dar, "der durch nichts zu rechtfertigen ist". "Deutschland steht eng an der Seite unserer französischen Freunde", sagte Merkel. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sagte seine Unterstützung zu "beim Kampf gegen den fanatischen Gesinnungsterrorismus".

    Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner forderte nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin, dass sich muslimische Verbände deutlich distanzieren. "Ich wünsche mir, dass Islamverbände diese Tat genauso verurteilen, wie sie die Pegida-Demonstrationen verurteilen", sagte Klöckner. "Wir dürfen uns davon nicht beeindrucken lassen und alle Muslime nun unter Generalverdacht stellen. Aber wir müssen allen, die Gefahren kleinreden und der Ansicht sind, alles muss in der Multikulti-Gesellschaft möglich sein, auch sagen: Es darf keinen religiösen Rabatt auf das Grundgesetz geben", sagte die rheinland-pfälzische Fraktionschefin weiter. Satire muss aus ihrer Sicht auch möglich sein, wenn sie religiöse Menschen trifft. "Keine noch so schlimm empfundene Geschmacklosigkeit rechtfertigt religiösen Fanatismus."

    Die medienpolitische Sprecherin der Grünen, Tabea Rößner, äußerte sich besorgt um die Zukunft der Pressefreiheit: "Es hätte verheerende Folgen, wenn Journalisten aus Angst vor Rache ihre redaktionellen Freiheiten nicht mehr wahrnehmen können." Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sprach von einer "verabscheuungswürdigen Tat". Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer brachte ihre Anteilnahme mit den Franzosen zum Ausdruck. Man sei in "diesen schrecklichen Stunden an der Seite des französischen Volks. "Wir lassen uns durch solche feigen Anschläge nicht einschüchtern", sagte Dreyer.

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