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    Gewerkschafter fordern gleichen Lohn

    Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid beobachtet die Zunahme von Zeitarbeit im Land mit Skepsis. Der gewünschte Effekt, nämlich der Weg in einen festen Job über die Zeitarbeit, habe sich nicht eingestellt.

    Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid beobachtet die Zunahme von Zeitarbeit im Land mit Skepsis. Der gewünschte Effekt, nämlich der Weg in einen festen Job über die Zeitarbeit, habe sich nicht eingestellt.

    „Das stellt uns nicht zufrieden.“ Im Gegenteil: Immer mehr reguläre Beschäftigung werde durch Leiharbeit ersetzt. „Schlecker ist da nur die Spitze des Eisbergs.“ Außerdem liege der Lohn der Zeitarbeiter oft weit unter dem Lohn der Festangestellten – bis zu 30 Prozent beträgt der Unterschied, so Muscheid. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ fordert er stattdessen.

    Der DGB-Landesvorsitzende hält es zwar „in Maßen“ für richtig, dass den Unternehmen mehr Flexibilität eingeräumt wird. Die Dauer der Zeitarbeit und der Lohn müssten aber stärker reguliert werden. „Sonst trägt der Arbeitnehmer allein alle Risiken, während der Arbeitgeber alle Freiheiten hat.“ Muscheids Erfahrung ist, dass viele Zeitarbeiter nicht über ihre Arbeitsumstände sprechen und sich auch nicht gegen Dumpinglöhne wehren – aus Angst um ihre ohnehin schon befristete Stelle.

    Eine Arbeitsvermittlerin aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz berichtet, dass Leiharbeiter kurzfristiger angefragt werden – und auch die Zeit der Beschäftigung in einem Betrieb kürzer wird. Während vor einigen Jahren noch Arbeitsverhältnisse über fünf Jahre bei ein und derselben Zeitarbeitsfirma häufig vorkamen, ist das heute die Ausnahme. Was auch an den Unternehmen liegt, die von den Zeitarbeitsfirmen „bedient“ werden. „Die Arbeitgeber kalkulieren knapper. Sie haben eine Stammbelegschaft und ziehen nur bei Produktionsspitzen wochenweise Leiharbeiter hinzu“, beobachtet die Vermittlerin.

    Die Aussichten auf eine Festanstellung seien für Leiharbeiter sehr gering. „Meist sind sie die Ausputzer und werden auch so behandelt.“ Außerdem entstünden Lücken im Lebenslauf, die die Chance auf einen festen Job eher schmälern als steigern. „Wer alle halbe Jahre mal für zwei Wochen gearbeitet hat, macht bei einer Bewerbung einen schlechten Eindruck.“

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