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Alte Möbel wecken Erinnerungen bei Demenz-Kranken

Verblasste Fotos in dunklen Rahmen, vergilbte Tapeten mit braun-grünen Streifen und dann noch diese hellgrünen Ohrensessel: Der Raum weckt Erinnerungen an die Adenauer-Ära und genau das ist sein Ziel.

In Telgte bei Münster ist Deutschlands einziges «Erinnerungszimmer» eingerichtet worden. Demenz-Patienten genießen das Flair der Vergangenheit. Sie können in Erinnerungen schwelgen, einen Kaffee trinken oder Geschichten erzählen. Die Möbel stammen aus der frühen Nachkriegszeit bis in die 60er Jahre.

«Unsere Patienten leiden zuerst an einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Erinnerungen, die weiter zurückliegen sind aber noch lebendig», erläutert die Fachpflegerin für Psychiatrie, Anne Bahl. Die vertraute Umgebung und die Erinnerungen aus der Jugendzeit geben den Patienten die alltägliche Sicherheit zurück, die ihnen die Krankheit genommen hat. «Durch Erzählungen lassen sie uns als Pflegepersonal offener und aktiver an ihrem Leben teilhaben», erklärt die Leiterin der Demenz-Station «Klara», Petra Hannig, den neuen Therapieansatz des Sankt Rochus-Hospitals von Telgte.

Die 19 Patienten der Station bleiben je nach Krankheitsbild vier bis sechs Wochen in stationärer Behandlung. Nach den Zahlen des Bundesamtes für Bildung und Forschung stieg die Anzahl der Demenz-Erkrankungen in den vergangenen Jahren stark an. Einrichtungen wie in Telgte werden deshalb in den kommenden Jahren wohl immer wichtiger werden.

«Das «Erinnerungszimmer» hier ist unseres Wissens noch das deutschlandweit einzige in der psychiatrischen Behandlung», berichtet die Stationsleiterin. Erst kürzlich zeichnete der zuständige Fachverband die Idee mit dem Pflegepreis aus. Der Raum mit vertrauten Gegenständen und seinem Geruch nach alten Büchern erinnere an den Alltag im bisherigen Leben der Betroffenen. Dafür mussten natürlich alle modernen Geräte aus dem früheren Behandlungszimmer für Ergotherapie weichen. Eine massige moderne Schrankwand war zu schwer zum wegtragen, sie wurde hinter einem beigen Stoffvorhang versteckt.

Die Bilder und Stickereien an den Wänden zeigen nun ein altes Ehepaar, ein Mädchen am Klavier, eine Madonna mit Kind und weite Landschaften. «Einige Fotos sind Originalaufnahmen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hinter jedem Gegenstand steckt eine Geschichte», berichtet Petra Hannig.

Die meisten Gegenstände im Zimmer wurden von Telgter Bürgern und Patienten gespendet. «Besonders stolz sind wir auf das ‘gute Porzellan’ mit dem Goldrand. Was noch fehlt, ist ein alter Schallplattenspieler, um in der Therapie alle Sinne anzusprechen», berichtet Hannig. Im Moment aber knackt noch das alte Röhrenradio vor sich hin und spielt mit Rauschen Klassik und Schlager aus einer Zeit, in der die Großmutter noch ein kleines Mädchen war.

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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