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Weimar

Weihnachts-„Tatort“ besticht mit Klamauk

„Ein Sachse – ich hab den kaum verstanden.“ Blödelt der nervtötende Polizist „Lupo“. Huch, Ossi-Bashing im „Tatort“? Die Weimarer Ausgabe der ARD-Krimiserie mit Nora Tschirner und Christian Ulmen (Kommissare Dorn und Lessing) ist berühmt für Wortwitz, hohes Tempo und trickreiche Wendungen. „Der wüste Gobi“, schon der Titel der Weihnachtsepisode (Ausstrahlung am Dienstag, 26. Dezember) verspricht einen nahtlosen Anschluss an diese Tradition.

TV-Prominenz im neuen Weimarer „Tatort“ (von links): Christian Ulmen, Jürgen Vogel, Jeanette Hain und Nora Tschirner Foto: ARD
TV-Prominenz im neuen Weimarer „Tatort“ (von links): Christian Ulmen, Jürgen Vogel, Jeanette Hain und Nora Tschirner
Foto: ARD

Redakteurin Katrin Maue-Klaeser hat sich den neuen „Tatort“ angesehen. Ihr Urteil: Ein Geschenk am zweiten Feiertag! Unbedingt ansehen und genießen!

Jürgen Vogel als dritter Mann in der Rolle des wahnsinnigen Gobi passt da hervorragend ins Konzept. Ja, auch die Kanalisation kommt ins Spiel.

Eine satte Portion Klamauk muss der Zuschauer nach den reichhaltigen Weihnachtsmenüs aber schon verdauen können. Kostprobe? „Sie war noch warm.“ – „Lag ja auch unter einer Heizdecke.“ Oder: „Wir brauchen ’ne Drohne!“ – „Die sind beide über Kanada abgestürzt.“ Aber es wäre schade, sich durch ein paar wirklich fette, gern bediente Klischees das Vergnügen verderben zu lassen, das dieser „Tatort“ eben auch reichlich bietet. Der Irrenarzt, der selbst etwas irre ist, streichelt ein Eichhörnchen, das er gerade vom Baum geschossen hat: „Ich habe sie so geliebt“, haucht er dabei über seine Frau, die er kurz zuvor erwürgt aufgefunden und vor Schreck angezündet hat.

An Erzähltempo hat das Weimarer Team nichts eingebüßt. Komplimente wie „Du bist das Licht in der Kanalisation meines Lebens“ (Gobi) sind für den einen das Pfefferminzplätzchen im emotionalen Sprengsatz der Weihnachtsfeiertage, für den anderen der ersehnte Schnaps, der die Verdauung anschubst und den Kopf so schön leicht macht. Klugscheißer Lessing, der ständig die Weimarer Granden Goethe und Schiller zitiert, und die derbe Dorn, die einem Patienten der Psychiatrie einen unsichtbaren Generalschlüssel für all seine unsichtbaren Türen in die Hand drückt. Dazu der lahme Kollege Lupo, der slapstickartig stets im falschen Moment beim Ermittlerpaar auftaucht: Diese Mischung, ergänzt durch eine ganze Riege Verrückter – die meisten von ihnen im Kittel –, macht diesen Weimarer „Tatort“ auf jeden Fall kurzweilig.

In Sachen Witz wird definitiv die gesamte Klaviatur bespielt, das kann man mögen, muss man aber nicht. Aber den Moment, wenn Jürgen Vogel endlich „klar im Nischel“ wird, den sollte sich wirklich niemand entgehen lassen. Und den Showdown, der daraus zwangsläufig folgt, auch nicht.

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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