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Mainz

Um die Partei zu überzeugen,bedient sich Ebling bei Obama

Jetzt ist es amtlich: Michael Ebling wird sich für die SPD um die Nachfolge des scheidenden Oberbürgermeisters Jens Beutel bewerben. Gut gelaunt und selbstbewusst strebt der hauptamtliche Staatssekretär im Bildungsministerium nach dem höchsten Amt der Stadt.

Foto: spd

Mainz – Selbst mehr als zwölf Stunden später ist der nunmehr offizielle Kandidat bei Bestlaune: "Es ist schön, dass die eigenen Leute einem zutrauen, eine OB-Wahl wuppen zu können." Denn was die MRZ bereits am Donnerstag gemeldet hatte, ist nun amtlich: Michael Ebling bewirbt sich um die Nachfolge des scheidenden Oberbürgermeisters Jens Beutel.

Mehr als 50 Mitglieder des erweiterten SPD-Unterbezirksvorstands, OB Beutel war nicht anwesend, gaben ihrem Parteichef am Donnerstagabend per Akklamation den klaren Auftrag, dafür zu sorgen, dass das höchste Amt der Stadt auch nach der Wahl im März in den Händen der SPD bleibt.

Grosse ist "sehr glücklich"

Marianne Grosse hatte zuvor bei der Versammlung im Bürgerhaus Finthen den Weg für den Durchmarsch Eblings frei gemacht. Die Bau- und Kulturdezernentin erklärte unter großem Beifall, dass sie keine Ambitionen hege. Bis dahin waren ihr intern wie extern gute Chancen bescheinigt worden.

Doch als am vergangenen Sonntag klar war, dass Jens Beutel seinen Rücktritt erklären wird, trafen sich beide Nachfolgeaspiranten zu einer Aussprache, die in einer sehr entspannten Atmosphäre stattgefunden hat. Danach war alles klar.

"Meine Arbeit macht mir wahnsinnigen Spaß", begründete Marianne Grosse im MRZ-Gespräch ihren Verzicht. "Im Bau- und Kulturdezernat sind sehr wichtige Dinge zu Ende zu führen. Und das möchte ich persönlich machen."

Deshalb steht die 49-Jährige auch nicht für die Nachfolge des Mainz-Binger Landrats Claus Schick (SPD) zur Verfügung, dessen Amtszeit 2017 endet: "Ich bin sehr glücklich in meinem Dezernat und fühle mich in Mainz sehr wohl."

Mit Grosses Verzicht ist die Kandidatur Eblings aber noch nicht völlig gesichert. In zwei sogenannten "Townhall-Meetings" nach amerikanischen Vorbild wird sich der hauptamtliche Staatssekretär im Bildungsministerium den Mitgliedern stellen. In dieser von US-Präsident Obama eingeführten Form der Basisbeteiligung steht der Bewerber mit einem Moderator inmitten des Publikums.

"Das ist ein Dialog auf Augenhöhe, auf den ich mich freue", erklärte Ebling . In dieser Runde will er auch jene Skeptiker aus dem Ortsverein Altstadt überzeugen, die sich ein breiteres Kandidatenspektrum gewünscht hätten.

Der Mainzer Parteichef weiß zudem, dass viele Genossen den Frust über die Schlappe bei der Kommunalwahl 2009 noch nicht überwunden haben: "Wir haben eins auf die Hörner bekommen. Und das gärt noch." Doch nun müsse nach vorne geschaut werden: "Wir haben den Kurs der Erneuerung und der Transparenz eingeschlagen. Diesen Weg können wir jetzt fortsetzen."

Nach den "Townhall-Meetings" haben die Mitglieder das Wort. Ihr Votum ist richtungsweisend für eine Vertreterversammlung, die den Kandidaten nominieren wird.

Bei der CDU ist noch alles offen

Während bei der SPD also die Weichen gestellt sind, ist bei der CDU immer noch alles offen. Ein führendes Parteimitglied dementierte gestern, dass die parteiinterne Findungskommission Gespräche mit einem externen Bewerber führe. Dennoch gibt es nach wie vor Stimmen in der Partei, die das Gegenteil behaupten. Dem Vernehmen nach hat sich die Landesvorsitzende Julia Klöckner in die Kandidatendebatte eingeschaltet. Thomas K. Slotwinski

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