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Risiken beim Tätowieren – Mediziner gibt Tipps

Mainz -"Bye-bye, Arschgeweih, ich geb' dich zum Lasern frei", singt die Kabarettistin Ina Müller. Über dieses Lied kann vermutlich vor allem der lachen, der seinem eigenen Hintern diesen speziellen Trend verweigert hat.

Hygiene ist das A und O. Handschuhe sind Pflicht, alles wird desinfiziert, Nadeln und Farbtöpfe sind steril verpackt und werden nur einmal benutzt.
Hygiene ist das A und O. Handschuhe sind Pflicht, alles wird desinfiziert, Nadeln und Farbtöpfe sind steril verpackt und werden nur einmal benutzt.

Mainz -"Bye-bye, Arschgeweih, ich geb' dich zum Lasern frei", singt die Kabarettistin Ina Müller. Über dieses Lied kann vermutlich vor allem der lachen, der seinem eigenen Hintern diesen speziellen Trend verweigert hat.

Loswerden kann man die Steißornamente ebenso wie andere Tattoos tatsächlich durch Lasern. Über diese Methode und das Tätowieren an sich haben wir mit dem Mainzer Hautarzt Dr. Wolfgang Klee gesprochen.

Sind Tätowierungen aus medizinischer Sicht unbedenklich?

Tätowierungen sind eine kosmetisch-ästhetische Geschichte. Leute wollen sich damit akzentuieren und dagegen ist erst mal nichts einzuwenden. Ich würde aber nicht sagen, dass sie unbedenklich sind, ich würde eher sagen, sie sind vertretbar. Sie sind ein Eingriff in den Körper und wie bei jedem anderen Eingriff kann es zu Problemen kommen.

Wo liegen denn genau die Risiken?

Beim Tätowieren werden Pigmente mit einer Nadel tief in die zweite Hautschicht, die Dermis, eingebracht. Eine Gefahr sind dabei Infektionen. Man sollte unbedingt zu einem professionellen Tätowierer gehen und das nicht selbst machen oder einen Laien ranlassen. Man muss streng auf Hygiene achten, sonst kann es beispielsweise auch zur Übertragung von HIV oder Hepatitis kommen. Außerdem ist die Tätowiermittelverordnung zu beachten, denn bestimmte Farben sind gefährlich. Sogenannte AZO-Farben etwa können krebserregend sein, vor allem wenn UV-Licht darauffällt.

Man sollte aber auch die psychologische Seite nicht vergessen. Irgendwann gefällt einem das Tattoo aus jungen Jahren vielleicht nicht mehr. Und gerade in älteren Generationen oder in bestimmten Berufsgruppen sind Tätowierte sozial stigmatisiert, da denkt man halt direkt an Kriminelle oder an die Nazi-Zeit.

Wie kann man denn als Kunde auf Nummer sicher gehen?

Man sollte sich das Ganze gut überlegen und überprüfen, wie der Tätowierer arbeitet. Es gibt gewisse Standardisierungen, etwa das Prüfzertifikat CTL aus Bielefeld. Und man sollte keine Hemmungen haben, sich im Tattoo-Studio zeigen zu lassen, wie dort mit Hygiene umgegangen wird. Man kann Risiken aber nie hundertprozentig ausschließen.

Was machen diejenigen, die ihr Arschgeweih oder "I love Mama" wieder loswerden wollen?

Man kann die Kassenärztliche Vereinigung oder einfach seinen Hausarzt um Rat fragen, wo man das Tattoo weglasern lassen kann. In jedem Fall sollte das ein Arzt sein. Man sollte sich da keine Illusionen machen: Die Prozedur ist langwierig, schmerzhaft und teuer. Ein handflächengroßes Tattoo auf dem Rücken zu entfernen kostet schätzungsweise zwischen 400 und 500 Euro, was man natürlich privat zahlen muss, und erfordert mehrere Sitzungen. Zwar werden die Pigmente weggelasert, aber auch das ist ja wieder eine Verletzung, da die Hautstruktur zerstört wird. In der Regel wird die Stelle weißlich oder es bleibt eine Überpigmentierung. Es können sich auch Narben bilden. Gegen die Schmerzen helfen Luft- und Eiskühlung oder eine Salbe. Richtige Betäubungsspritzen setzt man eher selten.

Stellen Sie sich vor, Ihre minderjährigen Kinder bitten Sie um Erlaubnis. Was sagen Sie denen?

Da würde ich dann doch als Arzt antworten und ihnen abraten. Es gibt zu viele Gefahren.

Die Fragen stellte Alexandra Schröder

Mainz
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