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    MainzRepair Café: Wegschmeißen? Nein danke!

    Der kaputte Staubsauger von Yusef Valizade ist der erste Gegenstand, der im neu eröffneten Repair Café unters Werkzeug kommt. "Letzte Woche hat das Teil den Geist aufgegeben. Aber ich werfe nicht einfach Sachen weg, die noch zu reparieren sind", sagt Valizade. Zusammen mit dem Umweltmanagementstudenten Daniel Panytsch schraubt er gekonnt das Gehäuse des Staubsaugers ab.

    Panytsch findet die Ursache für den Defekt schnell. In der Turbine des Staubsaugers hat sich Staub gesammelt - an einer Stelle, wo der Staub eigentlich nicht hin soll. Dieser ist dann schnell entfernt, bleibt noch die Aufgabe den Staubsauger wieder ordnungsgemäß zusammenzubauen.

    Dabei ist der Student eigentlich kein Elektroexperte. Einen Staubsauger repariere er zum ersten Mal. Panytsch engagiert sich im Repair Café ehrenamtlich. "Ich bin schon als Kind ein Tüftler und Bastler gewesen und trete stark für ein nachhaltiges Wirtschaften ein. Das ist auch das Anliegen des Repair Cafés", erklärte Panytsch.

    Das Konzept eines Repair Cafés sei, nach Aussage von Gisela Apitzsch, Referentin der Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung im evangelischen Dekanat Mainz und Leiterin des Mainzer Repair Cafés, uralt. Apitzsch will mit ihrem Team von ehrenamtlichen Unterstützern ein Zeichen dagegen setzten, dass in Deutschland viele Dinge bedenkenlos auf den Müll geworfen werden. Die Lebensdauer vieler Geräte werde von den Herstellern bewusst niedrig gehalten, damit der Kreislauf "kaufen, nutzen, wegwerfen, neu kaufen" möglichst in Schwung bliebe.

    Das Repair Café richte sich dabei an alle Alters- und Kulturgruppen und gerade auch an Menschen mit kleinem Geldbeutel. "Wir sind hier praktisch die Schnittstelle zwischen Nachhaltigkeit und Armutsbekämpfung beziehungsweise -vorsorge", sagt Apitzsch. Geplant sei nun eine Zusammenarbeit mit Berufsschulen, um auch jüngere Menschen auf das Anliegen aufmerksam zu machen.

    "Wir haben noch viel vor. Es wäre schön, wenn der ein oder andere uns überzähliges Werkzeug spenden würde. Wir suchen auch noch eine geeignetere Werkstatt oder zumindest größere Lagerräume", erklärt Apitzsch.

    Aber wie sieht nun der genaue Ablauf für Repair Café Kunden aus? Zuerst muss ein Formblatt ausgefüllt werden, in dem man sich mit den Hausregeln einverstanden zeigt. Dabei ist wichtig, dass keiner einen Anspruch auf Garantie für seinen reparierten Gegenstand erhält. Dann wird ein Helfer gesucht, der sich auf dem jeweiligen Gebiet auskennt. Erwünscht ist, dass die Hilfesuchenden sich persönlich an der Reparatur beteiligen. Viele Ersatzteile hält das Repair Café bereits vor, was nicht vorhanden ist, muss vom Betroffenen besorgt werden. Die Mitarbeiter geben Tipps, wo man entsprechende Teile herbekommt. Nach der gelungenen Reparatur können die Kunden eine Spende an das Café zahlen. Auch Yusef Valizade will spenden. "Fünf Euro mindestens, egal ob die Reparatur erfolgreich war oder nicht". René Selbach

    Hinweis: Mehr Infos zum Projekt auf www.repaircafemainz.de.

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