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Mainz

Paul Simon geht erst nach sieben Zugaben von der Zitadelle

Er ist zwölffacher Grammy-Gewinner, Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame und laut Time-Magazine von 2006 eine der 100 wichtigsten Persönlichkeiten der Welt: Paul Simon.

Mehr als seine Gitarre und seine Stimme braucht Paul Simon nicht, um seine Fans zu begeistern. Beim Mainzer Konzert auf der Zitadelle zeigte der US-Amerikaner viel Spielfreude und brachte immerhin sieben Zugaben.
Mehr als seine Gitarre und seine Stimme braucht Paul Simon nicht, um seine Fans zu begeistern. Beim Mainzer Konzert auf der Zitadelle zeigte der US-Amerikaner viel Spielfreude und brachte immerhin sieben Zugaben.
Foto: Bernd Eßling

Mainz – Er ist zwölffacher Grammy-Gewinner, Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame und laut Time-Magazine von 2006 eine der 100 wichtigsten Persönlichkeiten der Welt. Den Sänger, Musiker, Komponisten und Schauspieler Paul Simon – musikalischer Kopf des Folkrockduos Simon and Garfunkel – darf man zurecht als lebende Legende bezeichnen.

Dass der 69-jährige US-Amerikaner auch nach 54 Bühnenjahren noch viel Spaß an Liveauftritten hat, machte das umjubelte Konzert auf der gut gefüllten, bestuhlten Zitadelle deutlich. Zwei Stunden spielte Paul Simon vorwiegend seine Solo-Hits und gab zur Freude seiner Fans immerhin sieben Zugaben. Zum alten Eisen zählt der Linkshänder, der als Markenzeichen die Gitarre trotzdem mit rechts spielt, noch lange nicht.

Auch stimmlich voll auf der Höhe

Der Anfang des Konzertabends gerät unspektakulär. Freundlicher Applaus brandet auf, als Paul Simon mit Hut, Sonnenbrille, Jeans und hochgekrempeltem Jeanshemd die Bühne betritt und mit "The boy in the bubble" loslegt. Zunächst sind ruhige, mehrstimmige Lieder wie "Dazzling Blue" angesagt. Alle Musiker sind gut aufeinander abgestimmt, wobei Gitarrist, Bassist, Saxofonist, Keyboarder und Schlagzeuger stets darauf achten, dass Simon und seine Akustikgitarre musikalischer Mittelpunkt bleiben. Auch stimmlich ist der nur rund 1,60 Meter große Sänger voll auf der Höhe und hat auch mit höheren Tonlagen keinerlei Probleme.

Ein markanter Schlagzeug-Rhythmus leitet über zu "50 ways to leave your lover". Dieses Lied spielte Simon zusammen mit seinem damaligen musikalischen Partner Art Garfunkel 1981 vor mehr als 500.000 Zuschauern im New Yorker Central Park. In Mainz ist es zwar nur ein Bruchteil, aber Simon hat trotzdem seinen Spaß. "Jetzt kommt die Sonne für uns raus", sagt er freudig, nachdem die Regenwolken sich verzogen haben. Er wechselt zur E-Gitarre und spielt sein neuestes Lied "So beautiful or so what" vom gleichnamigen Album.

Applaus wird immer lauter

Auch der Saxofonist hat sein Instrument getauscht und trällert nun auf einer Blockflöte. Zu dem stampfenden Rhythmus klopft Simon mit dem Fuß mit, einige Zuschauer sind aufgestanden und tanzen. Tanzbare, schnellere sowie ruhigere, verträumte Lieder wechseln sich in der Folge ab. Zu den ruhigen zählt das melancholische "The only living boy in New York", das Simon mit belegter Stimme singt. Der Applaus wird nach jedem Lied lauter, der Künstler bedankt sich stets mit einem fröhlichen "Danke schön".

Im Zugabeteil setzt Simon mit dem solo gespielten Simon-and-Garfunkel-Klassiker "The sound of silence", seinem größten Solo-Hit "You can call me Al" und dem Beatles-Coversong "Here comes the sun" noch einen drauf. Was bei anderen Künstlern als anmaßend empfunden würde, stört bei Paul Simon nicht. Dieser Ausnahmekönner braucht sich selbst hinter den Jungs aus Liverpool nicht zu verstecken und darf folgerichtig auch mal eines ihrer Lieder spielen.

Oliver Gehrig

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