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    Mainz/Koblenz

    Millionenprozess: Rainer Laub packt aus

    Rainer Laub hat der Anklage wiedersprochen. Von Untreue und Vermögengefährdung keine Spur, sagte der Ex-Wohnbau-Geschäfstführer beim Prozessauftakt in Koblenz. Vielmehr seien für die Schieflage der Gesellschaft auch einige Kommunalpolitiker verantwortlich.

    Mainz/Koblenz - Rainer Laub hat seine Fassung wieder. Im seriösen dunklen Anzug sitzt der frühere Wohnbau-Geschäftsführer auf der Anklagebank im Koblenzer Landgericht - und macht so gar nicht den Eindruck eines armen Sünders. Gleich zum Auftakt des auf elf Verhandlungstage angesetzten Prozesses hat der Beschuldigte der Anklage ausführlich widersprochen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen Untreue und Vermögensgefährdung der weitgehend stadteigenen Wohnbau in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro vor.

    Größter Brocken ist die Vorfinanzierung der 2004 eingeweihten VIP-Lounge im alten Bruchwegstadion, "obwohl die Finanzierung dieser Baukosten vom Gesellschaftszweck nicht umfasst ist". Laubs Verteidiger Volker Hoffmann ging ins Grundsätzliche: Das Strafverfahren solle nur dazu dienen, "die Verantwortung für die wirtschaftliche Fehlentwicklung der Wohnbau Herrn Laub zuzuschieben, um damit von Kommunalpolitikern abzulenken, die zumindest gesellschaftlich, wenn nicht sogar rechtlich für die Schieflage der Wohnbau verantwortlich sind."

    Von diesen aus Laubs Sicht Mitverantwortlichen wird in den kommenden Wochen eine zweistellige Zahl im Zeugenstand erwartet, darunter der gesamte Wohnbau-Aufsichtsrat. Der damalige Vorsitzende, Oberbürgermeister Jens Beutel, muss dafür heute die traditionelle Erstsemester-Begrüßung an der Mainzer Uni absagen. Laub versicherte, er habe heikle Projektentscheidungen nicht allein getroffen.

    Vor dem Tribünenbau habe ihn "ein Entscheidungsträger" der Stadt Mainz um Hilfe gebeten: Auch die Zweitliga-Lizenz für die folgende Spielzeit hänge davon ab. Nach Gesprächen unter anderem mit Beutel, Baudezernent Norbert Schüler und 05-Präsident Harald Strutz sei klar gewesen, dass die Wohnbau einspringen soll. "Initiator war Dezernent Schüler", sagte Laub. Alle Gespräche habe er nur unter dem Vorbehalt geführt, dass die Aufsichtsratsmehrheit zustimmen muss. Wohnbau-intern habe das Vieraugen-Prinzip mit seinen Ko-Geschäftsführern gegolten: "Keiner hatte Bedenken gegen die Annahme des Auftrags."

    Von unserer Redakteurin Claudia Renner

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