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    Frankfurt

    Der Ton im OB-Wahlkampf wird rauer

    Beim OB-Wahlkampf in Frankfurt wird der Ton rauer. Am kommenden Sonntag ist dort Stichwahl zwischen Boris Rhein (CDU) und Peter Feldmann (SPD).

    Peter Feldmann.
    Peter Feldmann.
    Foto: Andreas Arnold

    Frankfurt - Uwe Becker gilt unter den Stadtverordneten im Römer als eher sachlicher Typ, ein kompetenter Fachpolitiker, der über Parteigrenzen hinweg geschätzt wird, auch weil er höflich und respektvoll aufzutreten pflegt. Manch einer hat deshalb bezweifelt, dass der Kämmerer auch die nötigen Kämpferqualitäten mitbringt, die für seinen neuen Posten als Parteichef der Frankfurter CDU als notwendig erachtet werden. Ihnen beweist er gerade gehörig das Gegenteil.

    Boris Rhein. 
Fotos: Arnold
    Boris Rhein. Fotos: Arnold
    Foto: Andreas Arnold

    Binnen weniger Tage hat sich Becker zum heimlichen Kampagnenchef für Parteifreund Boris Rhein aufgeschwungen, beinahe täglich wartet der Kämmerer im Sozialnetzwerk Facebook mit neuen Details über Peter Feldmann (SPD) auf. Die Stimmen im ersten Wahlgang sind am vergangenen Sonntag kaum fertig ausgezählt, da schreibt Becker auf die Seite: "In Nieder-Eschbach hat Boris Rhein 58,8 Prozent erreicht. Feldmann nur 25,6 Prozent. Dort erinnert man sich auch noch an die Zeit, in der Feldmann mehr schlecht als recht das Jugendhaus ,geleitet' hat." Den Eintrag kommentiert am Montagmorgen auch Ex-FSV-Manager Bernd Reisig: "Jeder soll um die Wähler kämpfen, aber diese Jugendhaus-Geschichte ist schon sehr, sehr ... Na ja, so wie ich Uwe kennen- und schätzen gelernt habe, weiß er das auch und wird nach dem 25. März auch wieder sachlicher auftreten."

    Noch ist aber nicht der 25. März, also schreibt Becker am Dienstag, dass Feldmann selbst in der SPD "belächelt" werde. Und wartet schließlich mit einer kleinen Enthüllung auf: "Leitet Peter Feldmann nun das Altenhilfezentrum Kurt-Steinbrecher-Haus in Darmstadt oder nicht?" Mit genau dieser Frage wird Feldmann bei einer Podiumsdiskussion, bei der Becker in der ersten Reihe sitzt und mehr als einmal dazwischenruft, von einer Frau aus dem Publikum konfrontiert. So stehe es ja in einer Broschüre, auf der Homepage der Einrichtung aber nicht.

    Feldmann kontert, er habe dort bis 2010 gearbeitet, leite seither eine Stabsstelle bei der AWO. Eine Jahreszahl seines Jobs in Darmstadt habe er nie angegeben, er habe seine Angaben bewusst nicht nach Datum, sondern nach Inhalt sortiert. Die CDU beschuldigt er der "Dreckschleuderei". Und wirft Rhein vor, beim NPD-Verbot zu "bremsen". Auch das, mit Reisigs Worten, "sehr, sehr ...": Auf Bundesebene mahnt auch die SPD, ein neues Verbotsverfahren gründlich vorzubereiten, damit es nicht noch einmal scheitert.

    Rauer wird der Ton längst auch im Feldmann-Team, wenn es darum geht, Rhein als rechten Hardliner darzustellen. Zumindest propagiert wird eine Internet-Seite mit dem Titel "Frankfurt verzichtet"; gemeint ist: auf Boris Rhein. Man kann dort Aufklebermotive herunterladen, sie zeigen den Innenminister - mit einem dicken roten Balken über dem Gesicht. Felix Helbig

    Mainzer Rhein-Zeitung
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